Für Fleisch- und Wurstprodukte

5D-Regel im Discounter und Supermarkt: Nach Lidl ziehen Aldi, Penny und Rewe nach

In vielen Discountern und Supermärkten greift bald bundesweit die 5D-Regel für Fleisch- und Wurstprodukte. Lidl macht den Anfang. Doch womit genau eigentlich?

Berlin – 2G oder 3G kennt mittlerweile jeder. Hiermit sind die ehemaligen Beschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie gemeint, wodurch nur Geimpfte und Genesene beziehungsweise zusätzlich Getestete entsprechend gekennzeichnete Bereiche des öffentlichen Lebens betreten durften. Doch wissen Sie, was es mit der 5D-Regel auf sich hat? Diese bezieht sich auf Fleisch- und Wurstprodukte in deutschen Discountern und Supermärkten. Lidl gibt den Vorreiter, Aldi, Netto sowie Rewe wollen nachziehen.

Lidl setzt auf 5D-Regel bei Schweinefleisch: Discounter und Supermärkte wie Aldi wollen nachziehen

Bereits im Dezember 2021 berichtete kreiszeitung.de über die 5D-Regel in Discountern und Supermärkten, die Lidl als Erstes umsetzt. In einer Pressemitteilung vom 14. Juni 2022 wird das offiziell bestätigt. Konkret will das Unternehmen als erster Händler in Deutschland bundesweit ein „5xD“-Angebot einführen. Das bedeutet, dass sämtliche Wurst- und Fleischprodukte aus deutscher Aufzucht und Produktion stammen.

5D-Regel im Supermarkt: Nach Lidl ziehen auch Aldi, Penny und Rewe nach.

Ein hohes Ziel, dass sich Lidl im Rahmen der umgangssprachlichen 5D-Regel setzt. Mit der Bezeichnung „5xD“ sind dabei die fünf Stufen Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung gemeint, die allesamt in Deutschland stattfinden sollen. Allein auf weiter Lebensmittel-Flur steht Lidl damit aber nicht. Denn mittlerweile haben weitere Lebensmitteleinzelhändler angekündigt, ebenfalls auf 5D umstellen zu wollen.

Lidl bietet nur noch Fleischprodukte aus Deutschland an – 5D-Regel macht es möglich

Noch Ende 2022 soll es beim Schweinefleisch von Aldi so weit sein, der Blick geht wie bei Lidl gen 5D-Regel. Wie „inRLP“ berichtet, wollen Penny und Rewe ihre Produktion zumindest bis zu 95 Prozent umstellen. Eine entsprechende Ankündigung von Edeka steht indes noch aus. Doch wolle man künftig immerhin auf die Haltungsformen 1 und 2, also die Stallhaltung, verzichten.

Ab sofort bietet der Lebensmittelhändler in allen über 3.200 Filialen unter der Eigenmarke „Metzgerfrisch“ Wurstwaren sowie Schweine-, Rind- und Geflügelfrischfleisch an, bei dem die Geburt, Aufzucht, Mast, Schlach­tung und Verarbeitung in Deutschland erfolgt. 

Lidl gibt in einer Pressemitteilung bekannt, als erster Händler ein flächendeckendes, sogenanntes „5xD“-Angebot einzuführen

Mit der neuen 5D-Regel bei Fleisch- und Wurstprodukten will Lidl nach eigenen Angaben vor allem den Kunden entgegenkommen. Man hätte immer wieder den Wunsch nach lokalen Angeboten gehört und kommt diesem nun nach. Lidl ist zudem der Ansicht, dass durch die 5D-Regel auch das allgemeine Tierwohl und die deutsche Landwirtschaft unterstützt werden können. Und bei ausländischen Angeboten könne es zu Problemen kommen, wenn es um die Nachvollziehbarkeit der Haltungsbedingungen und Verarbeitungen gehe.

5D-Regel in Discountern und Supermärkten: Aldi, Lidl & Co sagen „Billigfleisch“ den Kampf an

Was aber bedeutet die 5D-Regel, auf die Lidl als erster Händler in Deutschland setzt, konkret für den Verbraucher? Fleisch, das mitunter billiger ist als Obst und Gemüse und gemeinhin als „Billigfleisch“ abgetan wird, scheidet in der bisherigen Form aus. Die ohnehin schon hohen Preise werden also sehr wahrscheinlich anziehen.

Welche Bedeutung und welche Dringlichkeit stecken hinter der 5D-Regel?

Es ist kein Geheimnis und ganz offensichtlich, dass sich der Preis für Schweinefleisch bereits seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau bewegt. Die Erzeuger machen erhebliche Verluste, erhalten sie doch meist nur rund 1,20 Euro pro Kilogramm. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Haltung von Schweinen in Deutschland durch die Corona-Pandemie finanziell kaum noch lohnt. Die Konsequenz: Viel Schweinefleisch wird aus dem Ausland importiert. Die langen Transportwege gehen jedoch zulasten des Tierwohls und der Umwelt. Durch die konsequente Umsetzung der 5D-Regel in Discountern und Supermärkten wie Aldi oder Lidl soll sich dies langfristig und nachhaltig ändern.

Das „D“ der 5D-Regel steht übrigens für Deutschland. Hiermit wird bereits signalisiert, dass alle Stufen der Wertschöpfungskette (Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung) bei konventionellen Fleisch- und Wurstprodukten ausschließlich in Deutschland stattfinden. Darauf setzen Aldi und Lidl, möglicherweise zieht die gesamte Branche nach. Aldi hat bereits ein Versprechen abgegeben: Sich dem Anspruch treu zu bleiben, „weiterhin bestmögliche Qualität zum möglichst niedrigen Aldi-Preis anzubieten“. Auch mit 5D möglich? Das wird die nähere Zukunft zeigen.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/Jens Kalaene/Rolf Vennenbernd/dpa/Montage

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