Noch nie dagewesene Kostenexplosion

„Signifikant teurer“: Supermärkte kündigen massiv steigende Preise an

Deutsche Supermärkte kündigen erneut massive Preissteigerungen an. Grund dafür ist der Ukraine-Krieg. Worauf müssen sich Verbraucher einstellen?

Köln – Deutsche Supermärkte kündigen erneut massive Preissteigerungen an. „Wir sind aktuell mit einer Vielzahl von steigenden Kosten bei Rohstoffen, Energie und Logistik sowie Preiserhöhungen der Lebensmittelindustrie und Lieferanten konfrontiert“, erklärt Thomas Bonrath, Pressesprecher der REWE-Group gegenüber kreiszeitung.de. Deshalb müssten sich Verbraucherinnen und Verbraucher auch darauf einstellen, dass viele Produkte ab Montag „signifikant teurer“ werden, so Florian Scholbeck, Geschäftsführer Kommunikation bei Aldi Nord gegenüber der WAZ.

UnternehmensgruppeREWE
SitzKöln
Gründung1927
Mitarbeiterzahl140.000

Aldi, Rewe und Co. kündigen massive Preissteigerungen an

Aldi kündigte insbesondere für Produkte wie Milch, Wurst und Fleisch massive Preissteigerungen an. Das sei vor allem auf explodierenden Kosten im Zuge des Ukraine-Kriegs zurückzuführen. Denn betroffen seien Produktionsgüter wie Weizen, Energie und Futtermittel. „Aufgrund der Situation auf den Weltmärkten werden wir Sprünge in den Verkaufspreisen erleben, die es so noch nie gegeben hat“, erklärt Scholbeck.

Ukraine-Krieg: ab Montag könnten Lebensmittel in den Supermärkten um bis zu 50 Prozent teurer werden. (Symbolbild, kreiszeitung.de-Montage)

Dass die Betriebskosten für die Märkte so deutlich steigen, „führt zwangsläufig dazu, dass wir bei einzelnen Warengruppen und Artikeln die Verkaufspreise erhöhen müssen“, so Bonrath von der REWE-Group. Demnach sollen aber nur Preisanpassungen an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden, bei denen es tatsächlich einen hohen Kostendruck gebe: „Erhöhte Preisforderungen von Herstellern und Lieferanten, die nicht durch gestiegene Kosten begründet sind, werden wir auch weiterhin nicht akzeptieren“, heißt es von der REWE-Group weiter.

Explodierende Kosten in Supermärkten: Aldi rechnet mit 20 bis 50 Prozent höheren Preisen

Doch wie genau zeigen sich die steigenden Kosten? Die Situation führe dazu, „dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage darüber machen, zu welchem genauen Zeitpunkt und in welcher exakten Höhe wir eventuelle Preiserhöhungen in unseren Super- und Discountmärkten umsetzen“, so Bonrath gegenüber kreiszeitung.de.

Aldi gelte als Preisführer auf dem deutschen Markt. Aldi Süd und Aldi Nord würden deshalb auch erwarten, dass alle Märkte nachziehen werden. Doch auch Aldi könne keine genauen Zahlen nennen. Jedoch gehe der Konzern davon aus, dass die Preise in den kommenden Wochen um 20 bis 50 Prozent steigen könnten. Das Münchner ifo-Institut veröffentlichte zudem am Donnerstag eine Umfrage, der zufolge 94 Prozent der Lebensmittelhändler hierzulande ihre Preise erhöhen wollen. Zurzeit wird auch wieder ordentlich gehamstert in Deutschland, besonders gefragt ist derzeit auch Speiseöl.

„Keine leeren Regale“ trotzt massiven Preissteigerungen in Supermärkten

Doch Kundinnen und Kunden müssten keine Angst haben, dass Produkte ganz ausbleiben. Experten rechnen jedoch auch weiterhin mit steigenden Hamster-Käufen in deutschen Supermärkten. „Wenn Klopapier heute fehlen sollte, wird es morgen wieder da sein“, so Scholbeck. Jedoch werde es „keine leeren Regale geben“. Rationierungen etwa von Mehl oder Speiseöl plane Aldi allerdings nicht. Immerhin die Fahrt zum Supermarkt scheint vorerst wieder etwas billiger zu werden, denn die Bundesregierung hat ein Entlastungspaket 2022 inklusive Tankrabatt für Verbraucherinnen und Verbraucher beschlossen. *kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/Rolf Vennenbernd/Oliver Berg/dpa/B. Leitner/imago

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