Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetterkarte zeigt Kaltluftsee genau über Deutschland – wann der Märzwinter kommt

Ein massiver Kaltluftkörper in der Höhe bringt die Atmosphäre ins Wanken. Die Lage wirkt dramatisch – und tatsächlich könnten Schneeschauer und Frost zum Problem werden. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Die Karte zeigt Temperaturen in rund 5.500 Metern Höhe (500 hPa) und offenbart einen ausgeprägten Kaltlufttrog, der sich von Skandinavien bis weit nach Mitteleuropa und in den Mittelmeerraum erstreckt. Dabei hat sich ein regelrechter „Kaltluftsee“ gebildet, mit extrem kalten Luftmassen von teils unter -35 Grad in der Höhe.

Das wäre extrem: Ein heftiger Polarluftvorstoß würde Deutschland ab Donnerstag (26. März) in einen großen Kaltluftsee verwandeln. Der Märzwinter wäre plötzlich voll da.

Westlich davon liegt deutlich mildere Luft – ein Hinweis auf eine blockierte Wetterlage mit starken Gegensätzen. Diese Höhenkaltluft ist der Motor für die unruhige Entwicklung, da sie die Luftsäule stark destabilisiert.

Winterwetter kehrt zurück – Schneeflocken und Graupel durch Höhenkälte

Durch die kalte Luft in der Höhe entstehen kräftige Schauer und Wintergewitter, die die Kälte lokal bis zum Boden „herunterziehen“. Das bedeutet: Selbst bei eigentlich positiven Temperaturen sind Graupel und nasse Schneeflocken möglich, besonders in Schauern. Neben den Mittelgebirgen kann das punktuell auch tiefer auftreten. Typisch sind zudem kurze, aber intensive Wetterumschwünge mit Windböen und rasch wechselnden Bedingungen – klassisches Aprilwetter, aber deutlich ausgeprägter.

Das wäre fataler Nachtfrost. Am frühen Freitagmorgen liegen die Temperaturen oft unter 0 Grad, im Süden sogar bei unter -10°C!

Nachtfrost wird zur echten Gefahr

In der zweiten Wochenhälfte steigt die Frostgefahr deutlich an. Nach Schauern können die Wolken aufreißen, wodurch die Temperaturen nachts stark absinken. Bodenfrost oder leichter Luftfrost sind dann in vielen Regionen möglich. Für Obstblüten und bereits weit entwickelte Pflanzen kann das kritisch werden. Insgesamt kein Dauerwinter, aber ein markanter Rückschlag mit lokal heftigem Charakter. Es sind Nachtfröste bis zu –10 °C möglich! Das wäre eine Katastrophe für die fortgeschrittene Pflanzenwelt.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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