Preisanstiege

Edeka, Netto und Budni frieren Preise ein: Wer davon wirklich profitiert

Die Lebensmittelpreise in Deutschland steigen. Einige Discounter, Supermärkte und Drogerien reagieren darauf, indem sie vorübergehend Preise einfrieren.

Berlin – Die Lebensmittelpreise in Deutschland waren zuletzt deutlich gestiegen, Bauernpräsident Joachim Rukwied rechnet sogar mit weiteren Preiserhöhungen. Edeka, Netto und Budni haben nun Aktionen ins Leben gerufen, bei denen verschiedene Preise eingefroren werden – unter einer Bedingung. Ob am Ende wirklich Kundinnen und Kunden Nutznießer dieser Maßnahme sind oder doch die Unternehmen selbst – ein Überblick.

Edeka, Netto und Budni frieren zahlreiche Preise vorübergehend ein

Edeka, Netto und Budni haben angekündigt, ihre Preise teilweise einzufrieren. Das ist auch bitter nötig: Viele Haushalte in Deutschland stehen in Anbetracht der wachsenden Inflation unter kaum zu bewältigendem finanziellen Druck, das Entlastungspaket 2022 ändert daran nichts. Steigende Preise finden sich in fast allen Bereich und somit auch im Bereich der Lebensmittel. Verschiedene Ketten frieren jetzt ihre Preise ein, das klingt allerdings vielversprechender, als es ist.

Budni, Netto und Edeka werben mit einem „Inflationsstopp“ – der bringt vor allem den Unternehmen selbst etwas. (Symbolbild)

Der Discounter Netto plant, die Preise von 200 Produkten für einen Zeitraum bis zum 31. Juli einzufrieren, vorausgesetzt, man kann eine sogenannte DeutschlandCard vorlegen. Ebenfalls unter Vorlage der Kundenkarte gibt es eine ähnliche Aktion bei Edeka, sie gilt jedoch nicht in allen Filialen und betrifft nur die Eigenmarke „Gut und Günstig“, wie Watson berichtet. Dafür gilt das Angebot einen Monat länger, als bei Netto. Dass gerade diese beiden Unternehmen ein derart ähnliches Angebot in die Welt rufen, überrascht nicht: Netto ist Tochterunternehmen von Edeka. Auch bei der Drogeriekette Budni sollen etwa 200 Artikel bis Ende August in ihrem Preis eingefroren werden. Ebenfalls wenig überraschend: Edeka, das zuletzt auch von einer Störung bei Kartenzahlungen betroffen war, und Budni verbindet seit Jahren eine, wie die Unternehmen es nennen, „strategische Allianz“.

Edeka, Netto und Budni: Viele Preise bleiben gleich und die Aktion ist temporär

Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis, dass die Supermärkte, Discounter und Drogerien am Ende wohl erneut die vorrangigen Profiteure sein werden. Die Erleichterungen für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland sind überschaubar, zumal die Aktionen zeitlich begrenzt sind und ein großer Teil der Preise nicht eingefroren wird. Die Maßnahmen dienen der Außendarstellung von Edeka, Netto und Budni letztendlich wohl mehr als den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

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Weitere Knackpunkte: Die Preise werden auf dem bisher bereits hohen Preisniveau eingefroren und gelten nur für Besitzer einer bestimmten Kundenkarte. Es geht lediglich um weitere Preissteigerungen. Als spürbare Erleichterung werden Verbraucherinnen und Verbraucher die Preisbremsen deshalb nicht wahrnehmen. Gerade Supermärkte können sich eine solche Aktion, die der Promotion in hohem Maße nützt, gut leisten: Sie gehörten in der Corona-Pandemie zu den großen Krisengewinnern.

Edeka, Netto und Budnikowsky: DeutschlandCard – der „Inflationsstopp“ hat seinen Preis

Die eingefrorenen Preise bei Edeka, Netto und Budni sind an die Kundenkarte namens „DeutschlandCard“ gebunden. Nun ließe sich sagen, der Erwerb einer solchen Karte sei kein Umstand. Der Preis, den Kundinnen und Kunden für den „Inflationsstopp“ zahlen, ist damit jedoch auch die Analyse ihres eigenen Einkaufsverhaltens. Wer das nicht möchte, ist von der Preisbremse ausgeschlossen. Von Uneigennützigkeit kann nicht die Rede sein.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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