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Preise auf Rekordhoch: Für Verbraucher kommt es knüppeldick

Egal ob in der Industrie oder der Landwirtschaft: Die Erzeugerpreise steigen rasant. Das hat auch Auswirkung auf die Verbraucher in Deutschland.
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Egal ob in der Industrie oder der Landwirtschaft: Die Erzeugerpreise steigen rasant. Das hat auch Auswirkung auf die Verbraucher in Deutschland.

Die Erzeugerpreise sind auf Rekordhoch: Der Ukraine-Krieg treibt die Preisspirale weiter in die Höhe. Für Verbraucher sind das keine guten Aussichten.

Wiesbaden – Egal ob bei Erdgas, Kaffee oder Fleisch: Deutschland und viele Verbraucher hierzulande leiden derzeit unter stark steigenden Preisen. Fast in jeder erdenklichen Lebenslage kennen die Preise seit Wochen nur eine Richtung: nach oben. Bürger spüren dies besonders beim wöchentlichen Großeinkauf bei Lidl, Aldi, Edeka oder anderen Supermärkten – immer weniger Waren landen für das gleiche Geld im Einkaufswagen. Inzwischen ist klar, dass die bisherige Preisentwicklung wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs war. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, zogen zuletzt auch die Preise für Erzeuger deutlich an. Das könnte nun drastische Auswirkungen für Verbraucher haben.

Erzeugerpreise in Deutschland 2022 kräftig gestiegen: Rekordwert seit Beginn der Erhebungen

Der Anstieg für Erzeugerpreise in Deutschland 2022 betrug im März 30,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein neuer Rekord: Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1949 gab es bisher keinen vergleichbaren Anstieg. Laut Statistischem Bundesamt spiegeln sich in dieser Entwicklung bereits erste Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wider. Wie es heißt, sei insbesondere die Entwicklung der Energiepreise hauptverantwortlich für die Preisexplosion. Im Schnitt fielen die Energiepreise 83,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat aus – allein im Vergleich zum Februar 2022 gab es im März einen Preisanstieg von 10,4 Prozent.

Die deutlichste Preisentwicklung gab es allerdings beim Erdgas. Nicht zuletzt das drohende Embargo bei russischen Gaslieferungen sowie die Sanktionen gegen Wladimir Putin und den Kreml sorgten dafür, dass Erdgas mit einem Plus von 144,8 Prozent im Vergleich zum März 2021 dar stand. Hohe Preissteigerungen gab es auch bei Vorleistungsgütern, und hier vor allem bei Metallen, Dünge- und Futtermitteln sowie Verpackungen aus Holz. Wegen des Ukraine-Kriegs war es derweil auch zu Hamsterkäufen im Supermarkt gekommen.

Energiepreise steigen wegen Ukraine-Krieg: Entlastungspaket 2022 soll helfen

Als Reaktion auf die steigenden Preise im Energiesektor hat die Bundesregierung von Olaf Scholz (SPD) im März das Entlastungspaket 2022 angekündigt, das den Menschen in Deutschland Unterstützung bringen soll. Neben einem 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn ist auch eine Energiepauschale in Höhe von 300 Euro, ein Kinderbonus, ein Tankrabatt und ein Zuschuss zu Hartz IV vorgesehen, die Verbraucher von den rasant steigenden Preisen bei Benzin, Diesel und Strom entlasten sollen. Viele Maßnahmen sollen bereits im Juni anlaufen, doch etwa Hartz-IV-Empfänger müssen sich noch etwas länger gedulden, bevor die 100 Euro extra auf dem Konto landen.

Steigende Erzeugerpreise in Deutschland: Verbraucher werden Preisanstieg spüren

Welche Folgen resultieren nun aus den stark steigenden Erzeugerpreisen in Deutschland für gewerbliche Produkte? Für Verbraucher hat es nicht sofort eine Auswirkung, allerdings werden durch die steigenden Preise im Erzeugersektor voraussichtlich zeitnah auch die Preise für Verbraucher nachziehen, um die Gewinnmarge für das produzierende Gewerbe aufrechtzuerhalten. Die Erzeugerpreise gelten nämlich seit jeher als frühzeitiger Indikator für kommende Preisentwicklungen und werden auch als versteckte Inflation bezeichnet.

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Entsprechende Entwicklungen zeigten sich bereits im vergangenen März, als die Preise für Verbrauchsgüter um knapp zehn Prozent höher ausfielen als im Jahr zuvor. Beim Gang in den Supermarkt merkten Kunden das vor allem durch gestiegene Preise für Fleisch und Fleischerzeugnisse. Die Preise für Schweinefleisch etwa stiegen um 25,3 %. Rindfleisch kostete über 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Supermarkt wird derweil Sonnenblumenöl immer knapper.

Kostenexplosion im Supermarkt: Butter und Fleisch werden deutlich teurer

Doch nicht nur bei Fleischprodukten kommt es zu starken Anstiegen der Preise: Butter kostete 56 Prozent mehr als im März 2021 und auch Kaffee war 20,5 Prozent teurer. Nach knapp zwei Monaten Ukraine-Krieg wird immer mehr klar: Die deutsche Wirtschaft steuert durch schwieriges Fahrwasser und durchläuft die höchsten Inflationsraten seit Jahrzehnten. Während der Dieselpreis zwischenzeitlich zumindest etwas nachgelassen hat, stieg der Preis zuletzt wieder an.

Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf den ADAC berichtet, haben sowohl Diesel als auch Superbenzin der Sorte E10 in den vergangenen sieben Tagen kräftig angezogen. Während die Politik noch über geeignete Maßnahmen debattiert, rutschen Verbraucher immer weiter in die Preisfalle – und bisher ist kein Ende in Sicht. Auch das Entlastungspaket wird höchstwahrscheinlich nur kurzzeitig helfen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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