Corona kann Herz schädigen
Herzprobleme bei Omikron: Bei diesen Symptomen sollten Sie zum Arzt
Sie haben Omikron und Symptome wie Herzrasen, Brustschmerzen oder Atemnot? Experten sagen, wie Sie jetzt vorgehen sollten.
Hannover – Wer an Omikron erkrankt, hat verglichen mit Delta häufig mildere Symptome und Verläufe. Eine englische Studie zeigte sogar, dass bei einer Omikron-Infektion 30 Prozent weniger Infizierte ins Krankenhaus müssen. Deswegen sollte man die Corona-Variante aber nicht unterschätzen und als „harmlos“ abtun. Denn auch nach einer leichten Erkrankung mit Corona kann es etwa zu Schäden am Gehirn kommen.
Durch eine Corona-Infektion kann in seltenen Fällen das Gehirn sogar schrumpfen, wie eine Studie aus England zeigt. Und auch das Herz kann dauerhaft beeinträchtigt sein, nachdem die Infektion überstanden ist. Sie haben Omikron und Symptome wie Herzrasen und Brustschmerzen? Dann sollten Sie zum Arzt.
Omikron: Symptome deuten auf Herzprobleme bei Infektion mit Corona-Variante – Bei Warnzeichen wie Herzrasen direkt zum Arzt
Ärzte und die US-amerikanische Kardiologenvereinigung haben jetzt eine Leitlinie erstellt, was zu tun ist, wenn Betroffene während Omikron Symptome am Herzen haben. Laut Experten des „American College of Cardiology“, ACC, sollten Sie bei diesen Omikron-Symptomen unbedingt einen Arzt aufsuchen:
- Brustschmerzen
- Probleme beim Atmen, etwa Luftnot
- Herzrasen oder Herzstolpern
- kurze Bewusstlosigkeit (Synkope)
Omikron kann zu Symptomen am Herzen führen: So kommt es zur Herzmuskelentzündung
Forscher und Ärzte des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben in einer Studie nachgewiesen, dass auch milde bis moderate Krankheitsverläufe mit COVID-19 die Funktionen von Herz, Lunge und Nieren mittelfristig beeinträchtigen können.
Bekannt ist, dass eine Corona-Infektion eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) hervorrufen kann. Das ist eine entzündliche Erkrankung des Herzmuskels, bei der Erreger wie Viren das Muskelgewebe befallen. Corona-Viren dringen dabei in die Zellen des Herzens ein und können so das Herzmuskelgewebe schädigen.
Herzmuskelentzündung bei Corona: Oft reiche körpereigene Immunabwehr für Ausheilung aus
Oft könne die körpereigene Immunabwehr eine Ausheilung erreichen, wie das Portal Herzstifung.de berichtet. Doch manchmal würden fatalerweise körpereigene Schutzmechanismen das Herz schädigen. Und das selbst, wenn Corona gar nicht mehr nachweisbar sei. Warum das so ist, wüssten Experten noch nicht. Fest steht: Wie stark und wie lange das Gewebe bei einer Herzmuskelentzündung geschädigt wird, ist individuell sehr unterschiedlich.
Gut zu wissen: Wenn Sie keine Symptome am Herzen oder Beschwerden bei der Atmung haben, ist eine Herzmuskelentzündung unwahrscheinlich, schreiben die US-Experten in ihrer Leitlinie.
Herzprobleme bei Omikron: Bei Symptomen einer Herzmuskelentzündung den Arzt aufsuchen
Bei folgenden Symptomen bei Omikron sollten Sie den Arzt aufsuchen – Herzprobleme könnten auf eine Herzmuskelentzündung hindeuten:
- Herzrasen
- Herzstolpern
- Herzschmerzen
- Müdigkeit
- Abgeschlagenheit
- Schwäche
Um abzuklären, ob Sie wegen Corona bzw. Omikron eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) haben, wird der Arzt ein EKG, Röntgenbild und Herzecho vornehmen. Eventuell wird auch das Blut untersucht und eine Magnetresonanztomographie (kMRT) gemacht.
Herzprobleme bei Omikron: So lange sollten Sie bei Symptomen mit dem Sport warten
Die Leitlinien der Kardiologenvereinigung geben auch wichtige Empfehlungen für Ärzte. Etwa zu einer Therapie bei einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach einer Infektion mit Corona beziehungsweise Omikron. Auch für Sportler enthält das Papier wichtige Aussagen, wie der MDR berichtet.
Leistungssportler, die nach einer Infektion keine Symptome haben, sollten dennoch drei Tage Pause machen. Bei leichten Symptomen und einem milden Verlauf bei Omikron sollten sie warten, bis sie keine Beschwerden mehr haben und sich fit fühlen.
Anders sieht es aus, wenn Sie Symptome oder sogar eine nachgewiesene Herzmuskelentzündung wie der Mainzer Fußballer Delano Burgzorg haben. Bei Symptomen sollte in jedem Fall der Arzt aufgesucht werden und mit Sport erstmal gewartet werden. Falls eine Entzündung des Herzens vorliegt, sollten Sportler intensives Training für drei bis sechs Monate vermeiden.
Herzprobleme bei Omikron: Eine unentdeckte Herzmuskelentzündung kann zum Tod führen – aber sehr selten
Während und nach einer Infektion mit Omikron genau darauf zu achten, ob man Symptome am Herzen hat und zum Arzt muss, ist wichtig. Denn im schlimmsten Fall kann eine nicht ausgeheilte Herzmuskelentzündung zu einer Vernarbung des Herzmuskels führen, was sich auf die Pumpfunktion des Muskels auswirkt. Eine unentdeckte Herzmuskelentzündung kann auch bei jungen Menschen und Sportlern zum Tod führen.
Viele Menschen haben sich im vergangenen Jahr aus Angst vor einer Herzmuskelentzündung nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff nicht impfen lassen. Wichtig: Das Myokarditis-Risiko durch eine Corona-Erkrankung ist mindestens um das Vierfache höher als bei einer Herzmuskelentzündung nach einer Impfung. Das zeigen unabhängige, internationale Studien aus den USA, Großbritannien und Israel. Die Häufigkeit einer impfbedingten Herzmuskelentzündung durch einen mRNA-Impfstoff beträgt etwa ein bis zehn Fälle pro 100.000 Impfung.
Generell helfen Impfungen auch bei Omikron vor schweren Verläufen – und somit vor Symptomen und Problemen am Herzen.
Omikron: Das sind die häufigsten Symptome der Corona-Variante
Die Inkubationszeit fällt bei Omikron kürzer aus als bei den anderen Corona-Varianten. Aber wie äußern sich die Symptome bei Omikron nach einer Infektion mit der Corona-Variante überhaupt? Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf der Internetseite infektionsschutz.de sind häufige Symptome Halsschmerzen, Infektion der Mandeln, Schnupfen und geschwollene Lymphknoten am Hals.
Die Symptome bei der neuen Omikron-Variante XE sind ähnlich. Bei Kindern kann es bei einer Infektion mit Omikron noch zu einem anderen Symptom kommen: eine Entzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfes. *fr.de, 24hamburg.de, wa.de und kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Enrique Espinosa/imago

