News-Ticker
Hochwasser in Deutschland: Die Lage ist kritisch und es regnet weiter
Die Hochwasser-Lage in Deutschland bleibt angespannt. Tausende Hilfskräfte sind im Einsatz und Gemeinde wird evakuiert. Die Lage im News-Ticker.
Update vom 29. Dezember, 06.18 Uhr: Weiterhin bleibt die Lage in den Hochwassergebieten angespannt, denn der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt teils ergiebige Regenfälle voraus. In Teilen Nordrhein-Westfalens sowie des Harzes sei bis in die kommende Nacht hinein mit Dauerregen zu rechnen. Dabei könnten bis zu 40 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden fallen.
Angespannt ist die Lage insbesondere auch in Niedersachsen und im Osten Deutschlands. Dort sind noch viele Feuerwehren im Dauereinsatz. Nicht mehr überall konnten die Deiche den Wassermassen standhalten. Landesweit sind Tausende Hilfskräfte im Einsatz. An einigen Orten wurden Evakuierungen vorbereitet. In der Gemeinde Langlingen im Landkreis Celle verließen in der Nacht zum Freitag etwa 120 Menschen vorsorglich ihre Häuser und Wohnungen. Am Freitagvormittag will die Landesregierung bei einer Pressekonferenz einen aktuellen Stand zur Hochwasserlage geben.
„Lassen Sie es bleiben“ – Hochwasser-Tourismus gefährdet Arbeit von Feuerwehr und THW
Update vom 28. Dezember, 20.12 Uhr: In Lilienthal ist die Situation ebenfalls weiterhin angespannt, nachdem mehrere Teile des Deiches beschädigt wurden. In Meppen hatten Schaulustige die Arbeit von Feuerwehr und THW behindert. Sogenannter Hochwasser-Tourismus würde die Sicherheit gefährden: „Das ist unsere größte Sorge. Wir müssen hier viele Leute wieder rausschicken aus dem Einsatzgeschehen“, erklärt Feuerwehrsprecher Sven Lammers.
Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) richtete deutliche Worte an Schaulustige: „Lassen Sie es bleiben, gehen Sie irgendwo anders spazieren oder bleiben Sie zu Hause“, so sein eindringlicher Appell. Die Helferinnen und Helfer hätten alle Hände voll zu tun, viele arbeiteten Tag und Nacht. „Man darf ihnen ihre schwierige Arbeit wirklich nicht noch schwerer machen.“
Doch genau das scheinen einige Menschen zu tun. So berichtet die Feuerwehr in Krisengebieten von Diebstahl. „Sandsäcke, die an Deichen verbaut sind, werden von Anwohnern weggeholt, weil sie selber keine Sandsäcke haben, um ihre Häuser zu schützen“, sagte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, Karl-Heinz Banse gegenüber Welt.
Zwei Menschen vermisst: Kanufahrer von Strömung weggerissen
Update vom 28. Dezember, 16.45 Uhr: Die Feuerwehr sucht im Hochwassergebiet in Hannover nach zwei Kanufahrern, die möglicherweise in Gefahr sind. Das hatte ein Sprecher der Feuerwehr am Donnerstag (28. Dezember) erklärt. Demnach könnte es sein, dass die beiden Männer gekentert seien. Laut der Hannoversche Allgemeine Zeitung wählten Passanten den Notruf, nachdem sie beobachtet hatten, wie zwei Wassersportler von der Strömung weggerissen worden seien.
Die Feuerwehr musste vorerst die aufwendige Suche nach den beiden abbrechen, heißt es. An der betroffenen Stelle, wo die beiden Kanufahrer gesichtet worden, habe es keine Absperrmaßnahmen gegeben. Dennoch sei es „grob fahrlässig“ bei den Wasserständen Kanu zu fahren, betonte ein Sprecher der Einsatzkräfte.
Hochwasser beschädigt Deiche in Verden – Menschen und Tiere evakuiert
Derweil hat das Hochwasser Deiche in der Nähe von Verden beschädigt. Wie die Feuerwehr am Donnerstag erklärte, ist es dabei zu sogenannten Qualmwasseraustritten an verschiedenen Stellen der Aller kurz vor der Mündung in die Weser gekommen. Unter anderem musste deshalb ein Campingplatz im Vorbereiches des Deiches evakuiert werden – betroffen davon waren einige Dutzend Menschen und Tiere. Die Einsatzkräfte würden nun versuchen, ein Aufbrechen des Deiches zu verhindern. „Die Lage ist ernst“, erklärt ein Feuerwehrsprecher. Bedrohlich ist die Lage auch für die Tiere des Serengeti-Parks: aufgrund des starken Hochwassers, mussten einige Bewohner des Tierparks bereits evakuiert werden.
Insgesamt bleibt die Hochwasser-Situation angespannt. Besonders im Süden von Niedersachsen seien die Pegel laut dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz am Donnerstag noch über der höchsten Meldestufe. Besonders betroffen seien Weser, Aller, Leine und Oker. Während die Pegelstände der Oker vorerst nicht steigen sollen, wird in der Aller weiterhin mit steigenden Wasserständen gerechnet. Bereits in der Nacht ist dieser um rund 60 Zentimeter gestiegen und nährt sich damit dem Höchststand von 2003 an.
Hochwasser in Deutschland: Elbe und Weser steigen vielerorts bedrohlich an
Update vom 28. Dezember, 8.45 Uhr: Ein orientierungsloser Mann ist bei Rotenburg in Niedersachsen aus den Fluten der Wümme gerettet worden. Er hatte sich am Mittwoch mit seinem Auto in dem über die Ufer getretenen Fluss festgefahren, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Polizisten retteten den 84 Jahre alten Mann aus Schleswig-Holstein zusammen mit einem Zeugen, der den Notruf abgesetzt hatte. Der Mann war den Angaben nach stark unterkühlt und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sein Gesundheitszustand habe sich dann stabilisiert.
Update vom 28. Dezember, 7 Uhr: Noch immer herrscht in vielen Hochwasser-Gebieten keine Entspannung, an einigen Flüssen in Deutschland bleibt die Lage auch am Donnerstag kritisch. Betroffen sind unter anderem Gebiete an der Elbe in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie an der Weser in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
In Dresden soll am Donnerstagmorgen die Sechs-Meter-Marke an der Elbe überschritten werden. Um Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg vor Überschwemmungen zu schützen, wird am Donnerstagvormittag das Pretziener Wehr gezogen. Das etwa 135 Meter lange Wehr war zuletzt im Juni 2013 geöffnet worden. Auch jetzt soll es dafür sorgen, dass ein Drittel des Elbwassers in einen 21 Kilometer langen Kanal fließt, um Schönebeck, Magdeburg und andere Orte in den Elbniederungen herum, bis es wieder in die Elbe fließt.
Niedersachsen: Weiter hohe Pegelstände erwartet
An der Helme gilt voraussichtlich in den nächsten Tagen die höchste Hochwasseralarmstufe 4. In Niedersachsen rechnete der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz vor allem an der Mittelweser und an den Oberläufen von Aller, Leine und Oker mit weiter steigenden Pegelständen. In der Gemeinde Lilienthal bei Bremen riss nach Angaben der örtlichen Feuerwehr ein Deich, der betroffene Bereich wurde am Mittwochnachmittag evakuiert. Wegen eines durchweichten Deichs wurden in der Nacht zum Donnerstag weitere Straßen evakuiert.
Im angrenzenden Bremen ist die Hochwasserlage im Stadtteil Borgfeld ähnlich angespannt. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) will sich dort am Donnerstag selbst ein Bild von der Lage machen. Im Bremer Ortsteil Timmersloh konnte an den Deichen nachgearbeitet werden, sodass dort keine Evakuierungen mehr stattfinden mussten, wie ein Feuerwehrsprecher am frühen Donnerstagmorgen sagte.
Hochwasser-Lage in Deutschland: Rund 300 Menschen müssen Wohnungen verlassen
Wegen des Aller-Hochwassers mussten in der niedersächsischen Gemeinde Winsen rund 300 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Die Siedlungen Westohe und Südohe müssten evakuiert werden, teilte der Landkreis Celle am Mittwochabend mit. Der Wasserstand auf den Straßen sei dort auf rund 40 bis 50 Zentimeter gestiegen, aus Sicherheitsgründen sei daher der Strom abgestellt worden. Als Notunterkunft wird derzeit die Allertalsporthalle in Winsen eingerichtet. In einigen Orten im Landkreis Verden herrschte in der Nacht zum Donnerstag wegen des Hochwassers und aufweichender Deiche weiterhin eine „bedrohliche Lage“, wie ein Feuerwehrsprecher sagte.
Mehrere Landkreise in Niedersachsen stellten eine Vorstufe des Katastrophenalarms fest - dadurch haben die Kreisverwaltungen unter anderem einen einfacheren Zugriff auf Hilfskräfte. Besonders betroffen war laut Landesbranddirektor Dieter Rohrberg die Stadt Sarstedt im Landkreis Hildesheim, wo die Flüsse Innerste und Leine zusammenfließen.
Am Oberlauf der Weser von Hann. Münden bis Höxter in Nordrhein-Westfalen sanken die Wasserstände am Mittwoch laut Landesbetrieb, für die Mittelweser wurden aber steigende Pegelstände vorhergesagt. Am Pegel Drakenburg im Landkreis Nienburg könne sogar der bisherige Rekordstand aus dem Jahr 1981, nämlich 8,34 Meter, überschritten werden, hieß es. In Nordrhein-Westfalen bleiben auch die zahlreichen Talsperren unter Beobachtung.
Hochwasser-Lage bleibt angespannt: DWD befürchtet weitere Niederschläge
Manche hoffen auf kurzzeitige Entspannung: Am Donnerstag soll es nach der Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Deutschland weitgehend trocken bleiben. Dadurch könnte sich die Hochwasserlage an manchen Flüssen etwas entspannen. Allerdings steigt die Gefahr kräftigerer Niederschläge laut DWD dann wieder. „Insbesondere im Westen und Nordwesten deuten die Wettermodelle viel Nass an, das die Flusspegel wohl wieder rasch ansteigen lassen wird“, sagte ein Meteorologe am Mittwoch.
Deich bei Bremen gerissen - Anwohner mit Shuttle in Notunterkunft gebracht
Update vom 27. Dezember, 19.13 Uhr: Die Hochwasserlage spitzt sich zu. Am Nachmittag ist in der Gemeinde Lilienthal bei Bremen ein Deich gerissen. „Der betroffene Bereich wird durch die Einsatzkräfte aktuell evakuiert“, teilte die örtliche Feuerwehr bei Facebook mit. Anwohner werden mit einem Shuttle in eine Notunterkunft gebracht. In Facebook-Gruppen organisieren Freiwillige bereits Unterstützungsangebote. Zudem hat die Gemeinde für den betroffenen Bereich ein Betretungsverbot ausgesprochen.
Wie die Gemeinde in einer Erklärung bekannt gab, sind einige Anwohner ohne Strom und Gas. Betroffenen wird geraten, sich eine alternative Unterkunft bei Freunden oder Bekannten zu organisieren. Die Notunterkunft in der Turnhalle sollte als Notlösung in Anspruch genommen werden.
DLRG rettet Schafe mit Booten vor Hochwasser
Update vom 27. Dezember, 18.11 Uhr: In der Region Hannover mussten in der Wedemark mehrere Schafe gerettet werden. Die Tiere waren zuvor von Wassermassen des Flusses Wietze eingeschlossen worden und hatten sich auf ein kleines Stück Land gerettet. Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) brachten daraufhin zehn Tiere einzeln mit Booten in Sicherheit.
In Nordrhein-Westfalen sorgt die Hochwasserlage derweil weiter für Dauereinsätze. An einigen Stellen hat die Weser die zweithöchste Warnstufe erreicht. Damit könnten auch bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet werden, berichtete der WDR. Die Einzugsgebiete von Lippe, Ems und Ruhr sind ebenfalls von Hochwasser bedroht. Zwar soll das Wetter am Donnerstag etwas besser werden, doch schon für Freitag (29. Dezember) kündigte der DWD erneut schauerartigen Regen, Gewitter und stürmische Böen an.
DWD-Hiobsbotschaft zur Hochwasser-Lage in Deutschland
Update vom 27. Dezember, 15.11 Uhr: Vorerst deutet sich etwas Entspannung bei der Hochwasserlage in Deutschland an. Laut DWD soll es am Donnerstag (28. Dezember) weitgehend trocken bleiben. „Wenigstens halten sich die Niederschlagsmengen erst mal in Grenzen, sodass sich die Hochwasserlage an einigen Flüssen weiter, wenn auch nur langsam, entspannen kann“, sagte DWD-Meteorologe Adrian Leyser am Mittwoch.
Allerdings werden in den kommenden Tagen bereits erneut kräftige Regenfälle erwartet. „Insbesondere im Westen und Nordwesten deuten die Wettermodelle viel Nass an, das die Flusspegel wohl wieder rasch ansteigen lassen wird“, so Leyser. Welche Regionen betroffen und wie groß die Dauerregen- und Hochwassergefahren dann sein werden, bleibt abzuwarten.
Allein in Niedersachsen gab es in den vergangenen Tagen etwa 20.000 Einsätze. Laut Landesbranddirektor Dieter Rohrberg mussten Keller leergepumpt, wichtige Infrastruktur wie Krankenhäuser gesichert sowie Sicherungs- und Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Rund 100.000 Kräfte seien seit Beginn des Hochwassers im Einsatz gewesen. Inzwischen sei die Situation wieder unter Kontrolle, Entwarnung gab es aber noch nicht.
Hochwasser-Alarm: Hohe Pegelstände bedrohen Sicherheit der Bewohner
Update vom 27. Dezember, 12.31 Uhr: In Weyhausen sind jetzt die Bewohner gefragt. Die Wolfsburger Entwässerungsbetriebe bitten um Mithilfe im Kampf gegen die hohen Wasserstände der Aller. Sie bedrohen die Sicherheit aller Einwohner. Das gesamte Schutzwasserkanalnetz der Ortschaft sei überlastet. Drainagen wären teils falsch angeschlossen, Schmutzwasserrohre beschädigt.
Die Entwässerungsbetriebe erhoffen sich Hinweise auf die Verbindung zwischen Grundwasser und Oberflächenwasser zum Schmutzwasserkanal.
Update vom 27. Dezember, 9.20 Uhr: Die Lage im überfluteten Windehausen bleibt angespannt, auch am Mittwochmorgen gibt es in dem Ort in Nordthüringen weiterhin keinen Strom. Am Mittwoch soll nun ein Krisenstab darüber beraten, wie es in dem Ort weitergeht. Vor allem gehe es um die Frage, ob und wann die Menschen wieder in ihre Häuser können, sagte ein Sprecher. Windehausen im Landkreis Nordhausen wurde am ersten Weihnachtsfeiertag weitgehend geräumt, die Bewohner wurden in Sicherheit gebracht.
Hochwasser-Lage in Sachsen-Anhalt weiter angespannt – Menschen sollen sich auf Evakuierung vorbereiten
Und auch im südlichen Sachsen-Anhalt laufen die Maßnahmen gegen das Hochwasser weiter auf Hochtouren. In der Nacht zu Mittwoch seien Tausende Sandsäcke befüllt und an mehrere Gemeinden verteilt worden, sagte eine Sprecherin des Landkreises Mansfeld-Südharz. Es gehe vor allem darum, kritische Infrastruktur zu schützen. In der Verbandsgemeinde Goldene Aue versuche man beispielsweise, eine Kläranlage zu schützen.
In der gleichen Kommune waren zuvor im Ortsteil Thürungen die Menschen aufgefordert worden, auf freiwilliger Basis ihre Wohnungen und Häuser zu verlassen. Bewohnern weiterer Orte in der Gegend wurde empfohlen, sich auf eine mögliche Evakuierung zumindest vorzubereiten. Kritisch ist die Situation in der Region, weil der nahe gelegene Stausee Kelbra voll ist. Die Talsperre hat die Hauptaufgabe, das Helme-Unstrut-Tal vor Hochwasser zu schützen. Aus dem Talsperrensystem soll kontrolliert Wasser abgegeben werden.
Hochwasser in Deutschland: Auch Dresden bereitet sich vor
Auch in Dresden bleibt die Situation weiter angespannt. Das Hochwasser der Elbe in Dresden nähert sich weiter der zweithöchsten Alarmstufe drei. Vermutlich wird der dafür maßgebende Pegelstand von sechs Metern am Nachmittag erreicht. Am Mittwochmorgen wurden in Dresden 5,86 Meter gemessen, wie das Landeshochwasserzentrum in Dresden mitteilte. Die Stadt Dresden hatte aber schon vorab am Dienstagabend die Alarmstufe drei ausgerufen.
Ursprünglich war mit dem Erreichen der Sechs-Meter-Marke schon am Morgen gerechnet worden. Es verzögere sich etwas, sagte die Sprecherin des Landeshochwasserzentrums, Karin Bernhardt. Der Anstieg des Wasserstandes sei von der Schneeschmelze im Riesengebirge abhängig. In Schöne an der tschechischen Grenze gilt mit einem Pegelstand von 6,28 Metern bereits Alarmstufe drei.
In Dresden wurde aufgrund des ansteigenden Pegels der Elbe bereits am Montag das Terrassenufer gesperrt. Der Dresdner Weihnachts-Circus, der seine Zelte an der Elbe aufgeschlagen hat, sagte seine für Dienstag und Mittwoch vorgesehenen Aufführungen ab. Auch ein für den zweiten Weihnachtstag geplanter ökumenischer Gottesdienst konnte nicht stattfinden.
Update vom 27. Dezember, 8.10 Uhr: Die Hochwasser-Lage in Deutschland bleibt vielerorts weiter angespannt, die am Sonntag noch befürchtete Flutwelle in Richtung Braunschweig konnte jedoch abgewendet werden. Das berichtet unter anderem der NDR. Demnach sei die Lage vor Ort nicht so dramatisch gewesen, wie noch am Sonntag befürchtet. Von Entwarnung könne jedoch noch nicht gesprochen werden. Laut NDR seien abgesehen von der Innenstadt auch in und um Braunschweig zahlreiche Bereiche gefährdet, doch noch überflutet zu werden.
Hochwasser-Lage bleibt vielerorts angespannt
Update vom 27. Dezember, 6.10 Uhr: Die Hochwasser-Lage bleibt auch in den nächsten Tagen angespannt, hatte es am Dienstag unter anderem von Behörden aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt geheißen. Etwas Hoffnung bieten die Wetteraussichten: Am Mittwoch soll es nach Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Nordwesten etwas Regen geben, sonst trocken mit teils größeren Auflockerungen bleiben.
Nach tagelangem Dauerregen hatte sich die Hochwasserlage in vielen Regionen Deutschlands an den Feiertagen zugespitzt. In Sachsen-Anhalt waren die etwa 180 Bewohner der Ortschaft Thürungen am Dienstag aufgefordert worden, sich wegen drohender Überschwemmungen am Stausee Kelbra und an der Helme in Sicherheit zu bringen. In anderen Orten der Region sollten sich die Einwohner auf mögliche Evakuierungen vorbereiten. Das Ausmaß möglicher Überschwemmungen sei schwer absehbar, hieß es von einer Sprecherin des Landkreises Mansfeld-Südharz.
Auch im niedersächsischen Rinteln und im thüringischen Windehausen mussten hunderte Menschen an Weihnachtsfeiertagen hochwasserbedingt ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Wie hier verwandelten ebenso in anderen Bundesländern über die Ufer tretende Flüsse die Umgebung in großflächige Wasserlandschaften.
Hochwasser-Lage in Windehausen entspannt sich - Pegelstände gehen zurück
Im thüringischen Windehausen habe sich die Lage am Dienstag aber deutlich entspannt, teilte ein Sprecher der Polizei am frühen Mittwochmorgen mit. Die Pegelstände seien in Thüringen größtenteils zurückgegangen. In Northeim in Südniedersachsen und Uplengen im Kreis Leer brachen aufgeweichte Dämme. Helfer waren im Dauereinsatz, um die angeschlagenen Bollwerke mit Sandsäcken zu sichern.
Während sich die Situation mit den nachlassenden Regenfällen regional zu entspannen begann, stand anderen Gebieten die kritischste Lage erst noch bevor. So wurden an der Elbe die höchsten Wasserstände einer Hochwasserwelle erst ab Mittwoch erwartet. Diese gehe auf die Schneeschmelze und starke Niederschläge im Riesengebirge zurück, hieß es.
Hochwasser-Alarm in Deutschland: Bundesinnenministerin Faeser dankt Einsatzkräften
Update vom 26. Dezember, 21.25 Uhr: Die Hochwassersituation in Deutschland hat sich am Tag nach Weihnachten leicht beruhigt, dennoch bleibt die Gefahr in vielen Regionen bestehen. Besonders prekär war die Situation in Niedersachsen. Im Landkreis Leer konnten zwei drohende Deichbrüche erfolgreich abgewendet werden. In Thüringen und Sachsen-Anhalt mussten zwei Dörfer evakuiert werden.
Bundesinnenministerin Faeser dankte den Einsatzkräften im ganzen Land. „Tausende ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind zusammen mit den hauptamtlichen Einsatzkräften unermüdlich im Einsatz und können die Weihnachtsstunden nicht mit ihren Familien verbringen“, sagte sie der Rheinischen Post. „Was sie für uns alle leisten, verdient größte Wertschätzung und Respekt.“
Hochwasser-Lage in Bremen spitzt sich zu
Update vom 26. Dezember, 19.21 Uhr: In Bremen spitzt sich die Hochwasser-Lage aktuell zu. Betroffen seien vor allem die Gebiete Katrepel, Lehesterdeich und Timmersloh, wie die Feuerwehr Bremen erklärte. Die Einsatzkräfte seien im Einsatz, um unter anderem Öltanks zu sichern. In mehreren Bereichen musste aufgrund des Hochwassers der Strom abgeschaltet werden. Zahlreiche Grundstücke zwischen der Wümme und der Katrepeler Landstraße sind von Wassermassen umgeben.
Derweil mahnt die Feuerwehr Goslar die Bewohner der niedersächsischen Stadt zum sozialem Miteinander. Mehrere Menschen sollen Sandsäcke von bereits aufgebauten Wällen geklaut haben, wie die Feuerwehr in einem Beitrag auf Facebook erklärt.
Bewohner der Ortschaft Thürungen werden wegen der Hochwasser-Lage zur Evakuierung aufgefordert
Update vom 26. Dezember, 17.37 Uhr: Bewohner der Ortschaft Thürungen im Landkreis Mansfeld Südharz in Sachsen-Anhalt wurden zur Evakuierung aufgefordert. Es drohen Überschwemmungen am Stausee Kelbra sowie an der Helme. „Alle Einwohnerinnen und Einwohner sind aufgerufen, bis spätestens 18 Uhr ihre Häuser zu verlassen“, erklärte eine Sprecherin des Kreises am Dienstag. Von der Evakuierung betroffen seien etwa 180 Menschen. Es sei eine Notunterkunft eingerichtet worden.
Hochwasser-Lage in Hessen entspannt sich allmählich
Update vom 26. Dezember, 16.28 Uhr: In Hessen zeigt sich eine allmähliche Entspannung der Hochwassersituation. Die meisten der für das Bundesland bedeutsamen Wasserpegel haben ihren Höhepunkt erreicht oder bereits überschritten, so das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Dienstag. Lediglich am Main wird der Scheitelpunkt noch erwartet. Dieser soll jedoch nach derzeitigen Berechnungen höchstens die Meldestufe 1 erreichen.
Am Dienstagmittag wurde am Pegel Bad Karlshafen am hessischen Weserabschnitt weiterhin die Meldestufe 3 registriert. „Insgesamt ist nur ein relativ verzögertes Absinken der Wasserstände zu beobachten, was sich vor allem an der Eder, Werra und Weser bemerkbar macht“, so die Hochwasserinformation der Behörde in Bezug auf Nordhessen. Landesweit wurde zudem an sieben Pegeln die Stufe 2 und an 30 die Stufe 1 überschritten.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostizierte am Dienstag ein Ende des anhaltenden Regens und hob alle seine zeitweiligen Unwetterwarnungen für mehrere Bundesländer auf. Gegen Ende der Woche könnte jedoch die Niederschlagsmenge wieder zunehmen.
Betretungsverbot in Windehausen wegen Hochwasser-Lage verhängt
Update vom 26. Dezember, 14.18 Uhr: Für den überfluteten und weitgehend geräumten Ort Windehausen in Nordthüringen ist am Dienstag ein Verbot zum Betreten verhängt worden. Damit solle die begrenzte Zufahrt für die Rettungskräfte frei- und Katastrophentouristen abgehalten werden, sagte Matthias Marquardt, Bürgermeister der Stadt Heringen, zu der Windehausen gehört. „Die Lage ist derzeit noch kritisch, aber stabil.“
An diesem Mittwoch wolle der Krisenstab entscheiden, ob und wann die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren können. Windehausen war über Weihnachten auf freiwilliger Basis evakuiert worden. Von den knapp 500 Einwohnern sind laut dem Bürgermeister noch rund 100 im Ort verblieben.
Update vom 26. Dezember, 12.40 Uhr: Nach tagelangem Dauerregen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) alle seine zeitweise für mehrere Bundesländer geltenden Unwetterwarnungen aufgehoben. Der Regen habe nachgelassen beziehungsweise an Intensität verloren, teilte der DWD am Dienstagmittag in Offenbach mit. „Bis auf Weiteres ist mit keinen ergiebigen Niederschlägen zu rechnen.“ Allerdings bleibe die Hochwasserlage an den Flüssen teilweise noch sehr angespannt.
Hochwasser-Lage spitzt sich zu: Situation für Braunschweig verschärft sich - Welle in wenigen Stunden erwartet
Update vom 26. Dezember, 11.28 Uhr: Die Okertalsperre im Harz hat ihre maximale Kapazität erreicht. Über den Überlauf der Staumauer werde nun mehr Wasser in die Oker abgegeben, teilte die Stadtverwaltung Braunschweig am Dienstag mit. Statt 16 Kubikmeter pro Sekunden fließen nun 30 Kubikmeter pro Sekunde in den Fluss.
Die Hochwasserlage in Braunschweig werde diese Maßnahme weiter verschärfen, so die Stadt. Es werde erwartet, dass die Welle in den späten Abendstunden in der Stadt ankomme.
Der Pegel am Eisenbütteler Wehr, der aktuell bei 132 Zentimetern stehe, könnte sich nach derzeitiger Prognose um etwa zehn Prozent erhöhen, so die Stadt. Es sei möglich, dass der Überlauf an der Talsperre im Laufe des Tages weiter geöffnet werden und sich die Wassermenge dadurch weiter erhöhe. Man gehe aber weiter davon aus, dass sich die durch die Oker und deren Nebenflüsse verursachten Überschwemmungen auf die ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete beschränken.
Hochwasser in Deutschland: Keine Entwarnung für Windehausen
Update vom 26. Dezember, 10.45 Uhr: Noch immer gibt es für den vom Hochwasser stark betroffenen Ort Windehausen keine Entwarnung. Nach Einschätzung der Einsatzkräfte ist die Lage im dem überfluteten und weitgehend geräumten Ort in Nordthüringen jedoch stabil.
Der Ortsteil von Heringen sei zwar nach wie vor vom Hochwasser eingeschlossen, jedoch sei an manchen Stellen bereits ein ganz leichter Wasserrückgang zu verzeichnen, sagte der Kreisbranddirektor für Nordhausen, Daniel Kunze, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Entwarnung könne deswegen aber noch nicht gegeben werden.
Windehausen musste aufgrund der kritischen Lage am ersten Weihnachtsfeiertag komplett evakuiert werden. Von den knapp 500 Einwohnern seien schätzungsweise noch 100 in dem Ort, so Matthias Marquardt, Bürgermeister der Stadt Heringen, zu der Windehausen gehört. Die Lage vor Ort ist weiter angespannt. So sei zwar keines der Häuser einsturzgefährdet, Strom und funktionierende Toiletten gebe es jedoch laut Marquard weiter nicht. Wann die Bewohner wieder nach Windehausen zurückkehren können, ist noch unklar.
Hochwasser in Deutschland: Lage im Landkreis Leer entspannt sich
Update vom 26. Dezember, 10.30 Uhr: Im ostfriesischen Landkreis Leer hat sich die Hochwasserlage nach Angaben der Feuerwehr etwas entspannt. „Die Sicherungsmaßnahmen am Deich haben in der Nacht gewirkt und waren erfolgreich“, teilte die Kreisfeuerwehr Leer am Dienstagmorgen auf Facebook mit. Auf Evakuierungen habe verzichtet werden können. Die Pegelstände seien in der Nacht um etwa 30 Zentimeter gefallen.
Nun werden die Deichkontrollen den Angaben zufolge verstärkt. Aber das Befüllen von Sandsäcken sei am Morgen eingestellt worden. Mit insgesamt 17 Paletten seien zunächst genug Sandsäcke verfügbar, so die Feuerwehr.
Hochwasser-Alarm in Deutschland: Weitere Menschen evakuiert
Update vom 26. Dezember, 09.41 Uhr: Die Lage vielerorts in Deutschland bleibt weiter angespannt, auch in Teilen Niedersachsens. Wie der NDR berichtet, wurden in Rinteln im Landkreis Schaumburg am Dienstagmorgen weitere 100 Menschen evakuiert. Die Keller der Häuser in einer Straße direkt hinter der Stadtmauer waren vollgelaufen.
Die Feuerwehr ist nun mit Pumpen vor Ort und errichtet Barrikaden aus Sandsäcken. Die Menschen kamen dem Bericht nach bei Freunden und Verwandten unter oder wurden ins Gebäude der Lebenshilfe gebracht. Die übrigen Bewohner von Rinteln wurden gebeten, zu Hause zu bleiben, um die Straßen nicht zu blockieren.
Ursprungsmeldung vom 26. Dezember: Windehausen - Andauernder Regen und durchgeweichte Böden sorgen weiter für Hochwassergefahr in etlichen Gegenden Deutschlands. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt weiterhin vor Dauerregen in mehreren Regionen.
Besonders stark betroffen war der Ort Windehausen (Kreis Nordhausen) in Nordthüringen. Dort spitzte sich die Hochwasserlage so zu, dass am ersten Weihnachtsfeiertag die komplette Räumung des knapp 500 Einwohner zählenden Ortsteils von Heringen notwendig wurde. „Die Situation ist sehr bedrohlich, so ein Bild habe ich in der Goldenen Aue noch nicht gesehen“, sagte der Bürgermeister der Stadt Heringen, Matthias Marquardt (Linke), der Deutschen Presse-Agentur.
Das Wasser stand teilweise bis zu einem Meter hoch in dem Ort. Es gebe keinen Strom, keine Zufahrt und auch keine Festnetztelefonie, beschrieb der Bürgermeister die kritische Lage. Außerdem funktionierten die Toiletten wegen der fehlenden Abflüsse nicht mehr. Den Einwohnern sei daher dringend angeraten worden, ihre Häuser zu verlassen. Die Menschen würden jedoch nicht mit Polizeigewalt aus ihrem Zuhause geholt, betonte der Bürgermeister.
Hochwasser in Niedersachsen: Deich an zwei Stellen gebrochen
Auch in Niedersachsen sorgte das Hochwasser für Anspannung. Im Landkreis Leer kämpften in der Nacht zum Dienstag hunderte Einsatzkräfte gegen die Wassermassen. In der Gemeinde Uplengen war der Deich der Hollener Ehe an zwei Stellen gebrochen, zudem sei er auf einer Länge von fast 500 Metern aufgeweicht, sagte Kreisfeuerwehrsprecher Dominik Janßen. 450 Einsatzkräfte und hunderte freiwillige Helfer konnten den Deich aber mit Sandsäcken stabilisieren.
In der Gemeinde Hatten im Landkreis Oldenburg wurde ebenfalls ein Deich instabil. Die Bewohner zweier Straßen müssten evakuiert werden, teilte die Feuerwehr in der Nacht zu Dienstag mit. Wie viele Menschen betroffen waren, war zunächst nicht bekannt. Am Dienstagmorgen sollte die Stabilität des Deichs erneut beurteilt werden. Bis dahin solle der Deich durch Sandsäcke stabilisiert werden. Ein Deichbruch werde weiterhin als unwahrscheinlich eingeschätzt.
Hochwasser-Lage in Deutschland spitzt sich weiter zu – die Lage vor Ort in Bildern




Für die Flussgebiete der Oker und Innerste warnten die Behörden vor einer weiteren Verschärfung der Hochwasserlage. Da im Harz bis zum Dienstagvormittag weiterer Regen vorausgesagt sei, werde eine dritte Hochwasserwelle in den Zuflüssen zu den Talsperren erwartet. Dadurch würden sich die Harztalsperren so stark füllen, dass voraussichtlich mehr Wasser abgelassen werden müsse und dies führe dann zu einer deutlichen Verschärfung der Hochwasserlage, hieß es in einer Mitteilung.
Wetter-Lage weiter angespannt: DWD sagt weiter Dauerregen voraus
Der Deutsche Wetterdienst sagte weiteren Dauerregen in mehreren Regionen voraus, vor allem von den westlichen Mittelgebirgen bis zum Harz, hieß es in einer DWD-Unwetterwarnung vom späten Montagabend. Außerdem werde es mancherorts stürmisch. In der Nacht sollte es starke, im Nordwesten auch stürmische Böen geben, die sich im Laufe des Tages nach Norden ausdehnten. An Bächen und Flüssen sei Hochwasser zu erwarten. Neben Überschwemmungen könne es auch zu Erdrutschen kommen. Der Großteil des Landes bleibe im Einflussbereich milder und sehr feuchter Luftmassen.
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnte vor Sturmfluten im Wesergebiet und an der niedersächsischen Nordseeküste. Konkret wurden Bremen, Bremerhaven, Elsfleth, Brake und Rechtenfleth an der Weser sowie Wilhelmshaven an der Nordsee genannt. (mit dpa)
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