Pockenimpfung oder Imvanex?
Affenpocken-Impfung: Imvanex – Wer den begehrten Impfstoff bekommt
Der Bund lagert Pockenimpfstoff – doch dieser hat Nebenwirkungen. Lauterbach hat daher 40.000 Dosen Impfstoff aus den USA bestellt. Wer bekommt ihn?
Berlin – Die Affenpocken gehen in Deutschland um, mittlerweile gibt es 25 bestätigte Fälle. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bis zum Montag, 30. Mai, mehr als 257 Fälle von Affenpocken aus 23 Ländern der Welt gemeldet worden. Vor allem wegen der unschönen Symptome, Hautausschläge mit eitrigen Bläschen, wollen die Menschen sich jetzt schnell mit einer Pockenimpfung vor Affenpocken schützen.
Sie wollen alle Informationen zur geeigneten Pockenimpfung gegen Affenpocken wissen. Und fragen sich: Lohnt sich die Impfung mit dem Pockenimpfstoff? Wie hoch sind die Nebenwirkungen? Und wer bekommt den von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bestellten Affenpocken-Impfstoff aus den USA? Hier erfahren Sie, wer jetzt den knappen Impfstoff Imvanex bekommt. Und erfahren außerdem alles zu Symptomen, Übertragung, Ansteckung und Impfung von Affenpocken.
Affenpocken-Impfung: Impfstoff Imvanex – Wie gut die Pockenimpfung schützt
Auf Nachfrage in Bezug auf die Impfung gegen Affenpocken von kreiszeitung.de bestätigt das Bundesministerium für Gesundheit zur Thematik von Affenpocken in Deutschland und des Pockenimpfstoffes sowie der Pockenimpfung: „Die Bundesregierung hat Pockenimpfstoff eingelagert. Inwieweit eine Pockenimpfung für Kontaktpersonen und Risikogruppen empfohlen wird, ist noch Gegenstand der fachlichen Abklärung.“ Auf dem Tisch liegt die Möglichkeit einer Impfung gegen Affenpacken: der Impfstoff Imvanex. Die Verfügbarkeit des Impfstoffes für die Pockenimpfung stellt allerdings ein Problem dar.
Affenpocken in Deutschland: Alte Impfung schützt laut Studien zu 85 Prozent vor dem Erreger
Fest steht: In einem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums heißt es, in Deutschland seien rund 100 Millionen Dosen Pockenimpfstoff eingelagert. Diese Impfung soll Studien zufolge zu 85 Prozent auch vor Affenpocken schützen. Klingt zunächst nach einer guten Nachricht. Es wäre also genügend Impfstoff verfügbar, um alle Menschen in Deutschland mit einer Pockenimpfung gegen Affenpocken zu impfen. Doch so einfach ist es leider nicht.
Denn der Pockenimpfstoff gegen Affenpocken, welcher bis in die 70er Jahre in Deutschland verimpft wurde, hat viele Nebenwirkungen. Daher sei er der normale Pockenimpfstoff für die allgemeine Pockenimpfung laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach „nicht geeignet, um die Affenpocken zu bekämpfen“, so Gesundheitsminister Karl Lauterbach über die mögliche Impfung gegen Affenpocken in Deutschland. Die Lösung: der Pockenimpfstoff Imvanex.
Affenpocken-Impfung in Deutschland: Neuer Impfstoff Imvanex für die Pockenimpfung gegen Monkeypox
Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, sind die ursprünglichen Pockenimpfstoffe (der ersten Generation) als Pockenimpfung gegen Monkeypox nicht mehr für die breite Öffentlichkeit erhältlich. Die gute Nachricht. Es gibt einen neuen Impfstoff, der speziell bei Affenpocken (Monkeypox) wirkt: der Pockenimpfstoff Imvanex. Der Impfstoff wurde zur Vorbeugung von Affenpocken zugelassen und könnte auch in Deutschland als Pockenimpfung verimpft werden. Dabei handelt es sich um einen Zweidosen-Impfstoff gegen die sogenannten Monkeypox.
Imvanex kann ab 18 Jahren eingesetzt werden, meldet das Robert Koch-Institut (RKI). Eine Impfung ist unter Umständen bei bestimmten Kontaktpersonen denkbar. In den USA und Kanada erstreckt sich die Zulassung dieses Impfstoffs auch auf die Impfung gegen Affenpocken.
Affenpocken-Impfung: Lauterbach bestellt 40.000 Dosen vom Impfstoff Imvanex?
Doch die Verfügbarkeit von Imvanex für die Pockenimpfung ist begrenzt. Daher hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach 40.000 Dosen des Pockenimpfstoffs Imvanex für Affenpocken-Impfung bestellt. Am Dienstag, 24. Mai 2022, gab Lauterbach eine Pressekonferenz beim Deutschen Ärztetag in Bremen zur aktuellen Lage der Affenpocken in Deutschland. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, gab er Einblicke in das weitere Vorgehen. Der Affenpocken-Impfstoff Imvanex habe deutlich weniger Nebenwirkungen, als der Pockenimpfstoff, so RKI-Chef Wieler. Klingt gut.
Aber 40.000 Dosen des neuen Impfstoffes gegen Affenpocken für 83 Millionen Menschen in Deutschland? Wer bekommt den Impfstoff Imvanex als Affenpocken-Impfung gegen Monkeypox? Und warum kann man nicht mehr für die Pockenimpfung gegen Affenpocken ordern?
Pockenimpfung gegen Affenpocken: Warum gibt es so wenig Impfstoff von Imvanex?
Bavarian Nordic, der Hersteller des Imnavex-Impfstoffs, gibt an, dass jährlich zwischen vier und sieben Millionen Dosen in Dänemark hergestellt werden. Nur vier bis sieben Millionen Dosen des Impfstoffs? Das reicht nicht für eine Impfung der ganzen Welt gegen Affenpocken.
Das dänische Unternehmen sei aktuell dabei, den Vorrat an Pockenimpfstoff wieder zu erhöhen, man könne aber nicht den Vorrat für die ganze Welt liefern, sagte Rolf Sass Sørensen, der Vize-Präsident Investor Relations der Firma, dem Magazin Apotheke Adhoc. Das klingt nicht so, als könnte man in Deutschland bald mit viel Impfstoff gegen Affenpocken rechnen. Wer bekommt jetzt also die 40.000 Dosen des Monkeypox-Impfstoffes Imvanex?
Impfung gegen Affenpocken: Wer bekommt den knappen Impfstoff gegen Monkeypox?
Eine große Impfaktion für alle Bürgerinnen und Bürger sei nach derzeitigem Kenntnisstand noch kein Thema, sagt Holger Scharlach, Sprecher des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen zu großangelegten Impfungen gegen Affenpocken in Deutschland.
Das sieht Lauterbach genauso. Eine Strategie für die Impfung gegen Affenpocken für Deutschland kündigte der SPD-Politiker bei der Pressekonferenz am Dienstag, 24. Mai, vorerst nicht an. Man denke darüber nach, „ob wir vielleicht Impfempfehlungen aussprechen müssen für besonders gefährdete Personen.“ Aber: „Eine Impfung der allgemeinen Bevölkerung ist hier nicht im Gespräch“, besänftige Lauterbach die Befürchtungen vor einer neuen Pandemie durch Affenpocken in Deutschland. Er habe den Impfstoff bestellt, um vorbereitet zu sein auf eventuell nötige Impfungen von Kontaktpersonen von Infizierten (Ringimpfungen).
Virologe Hendrik Streeck über Affenpocken in Deutschland: Ringimpfungen als Mittel zur Bekämpfung der Monkeypox
Der Virologe Hendrik Streeck sagte in einem Interview mit ntv, er gehe ebenfalls davon aus, dass Ringimpfungen zur Bekämpfung der Affenpocken (Monkeypox) in Deutschland gemacht werden könnten. Es gehe darum, dass man Personen, die engen Kontakt mit einem Infizierten hatten, „dann impft, und die dann ihre Immunität gegen die Affenpocken aufbauen und somit auch geschützt sind.“
Isolation bei Affenpocken: Wie will die Bundesregierung die Übertragung verhindern?
Um die Affenpocken ohne die Impfung der Bevölkerung einzudämmen, will Lauterbach, dass für Infizierte in Deutschland generell eine Isolation von mindestens 21 Tagen empfohlen werden soll. Hintergrund ist, dass die Inkubationszeit bei Affenpocken relativ lange ist. Zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome können bis zu 21 Tage vergehen. Wer engen Kontakt mit einem Infizierten hatte, soll sich umgehend beim Gesundheitsamt melden. Die Strategie der Bundesregierung ist es also derzeit, Infizierte und deren Kontaktpersonen ausfindig zu machen, zu isolieren – und gegebenenfalls zu impfen.
Affenpocken in Deutschland: Wie wird das Virus übertragen? Geschlechtsverkehr, Hautkontakt, Küssen
Affenpocken sind eine seltene Viruserkrankung. Eigentlich werden die Affenpocken von Tieren, meist Nagetieren, auf den Menschen übertragen. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind selten, und vor allem bei sehr engem Kontakt möglich. Momentan stecken sich vor allem homosexuelle Männer mit dem Affenpocken-Virus an, offenbar über Geschlechtsverkehr.
Laut Streeck sieht man eine Übertragung derzeit vor allem bei sehr engen Körperkontakt, beim „Geschlechtsverkehr, eng Beieinanderliegen und Küssen.“ Allerdings könne sich jeder Menschen mit Affenpocken (Monkeypox) infizieren, so Streeck. Auch Kinder. Deshalb solle man darauf hinweisen, dass es nicht nur eine Erkrankung einer bestimmten Gruppe ist.
Affenpocken: Vor allem Männer infizieren sich – Risikogruppen „ehrlich ansprechen“
Lauterbach erläuterte, dass sich nach bisherigen Erkenntnissen in erster Linie Männer mit Affenpocken infizierten, die sexuelle Kontakte mit Männern gehabt hätten. Es gelte, die Risikogruppen nun ehrlich anzusprechen. Das sei zu ihrem Schutze und dürfe nicht falsch als Stigmatisierung verstanden werden. Der Minister appellierte an alle diejenigen, die anonymen Sex mit Männern gehabt haben, auf Hautveränderungen und Fieber zu achten und sich im Falle eines Verdachtes sehr schnell in medizinische Behandlung zu begeben.
Affenpocken in Deutschland: Bin ich geschützt, wenn ich die alte Pockenimpfung habe?
Ja. Bürger, die in den 1970er-Jahren geboren worden sind und Pockenimpfungen erhalten haben, sind zu 80 Prozent vor einer Übertragung geschützt, sagt Holger Scharlach, Sprecher des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen.
Affenpocken in Deutschland: Bin ich geschützt, wenn ich Windpocken hatte?
Leider nicht. Zwar werden Windpocken und Affenpocken beide durch engen Kontakt, Aerosole oder direkte Berührung mit betroffenen Hautstellen übertragen. Doch Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) sagt in einem Interview mit dem SWR: „Das sind zwei ganz unterschiedliche Viren. Die haben trotz des Namens überhaupt nichts miteinander zu tun.“ Ein Schutz durch eine zurückliegende Windpocken-Infektion ist also nicht gegeben.
Affenpocken in Deutschland: Auf welche Symptome muss ich achten?
Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken (Variola) verlaufen Affenpocken in der Regel deutlich milder, schreibt das RKI auf seiner Webseite. Die meisten Menschen erholen sich laut RKI innerhalb von mehreren Wochen.
Erste Symptome der Krankheit sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Es kann großflächiger Hautausschlag hinzukommen, mit eitrigen Bläschen, die aufplatzen können.
Affenpocken: Wie viele Fälle von Affenpocken gibt es derzeit in Deutschland?
Mittlerweile sind 25 Fälle von Affenpocken in Deutschland bekannt. Und zwar in:
- Bayern
- Berlin
- Sachsen-Anhalt
- Baden-Württemberg
- Hessen
- Hamburg
Den ersten Fall gab es in München. Der zweite Fall von Affenpockenvirus in Deutschland, ein Berliner Patient, ist laut einem Bericht der Berliner Zeitung ein „Mann Mitte 50 und Patient von Heiko Jessen, Arzt in Schöneberg“. Der Mann hat ebenfalls pockenartigen Ausschlag. Im Gegensatz dem Mann aus München sei der Berliner in letzter Zeit nicht verreist, sagte der Mediziner der Berliner Zeitung. Auch in anderen Bundesländern gibt es immer weitere Fälle. Tendenz steigend.
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