Atemberaubende Fotos

James-Webb-Teleskop: Spektakuläre Weltraum-Bilder auch vom Jupiter

Links ist eine NIRCam-Kurzwellenlängenaufnahme im Filter F212N (2,12 µm) zu sehen, rechts eine NIRCam-Langwellenlängenaufnahme im Filter F323N (3,23 µm). Die Belichtungszeit betrug 75 Sekunden. Die jovianischen Monde Europa, Thebe und Metis sind markiert. Der Schatten von Europa ist ebenfalls sichtbar, gleich links neben dem Großen Roten Fleck. Die Streckung ist ziemlich hart, um die schwachen Monde und den Jupiterring hervorzuheben.
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Jupiter-Aufnahme James Webb (NASA, ESA, CSA, and STScI).jpg

Die Präsentation der atemberaubenden Weltraum-Bilder vom Weltraumteleskop James Webb haben eines nicht gezeigt: James Webb’s Aufnahmen vom Jupiter.

Washington D.C. – Die ersten Bilder des Weltraumteleskops James Webb wurden am 12. Juli 2022 präsentiert und die Welt redet und schreibt über die spektakulären Weltraumbilder. Doch worüber kaum jemand redet, sind die Aufnahmen vom Jupiter, die im Auftrag der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA vom James-Webb-Teleskop gemacht wurden. 

Dabei zeigen sie, dass das James-Webb-Teleskop auch sich schneller bewegende Objekte erfassen kann. Speziell die an Bord verbaute Nahinfrarotkamera NIRCam. Mit einer Belichtungszeit von 75 Sekunden zeigen die beiden Jupiter-Aufnahmen auch dessen Monde Europa, Thebe und Metis. 

James-Webb-Teleskop: Spektakuläre Weltraum-Bilder vom Universum

Welche Hauptbilder des Weltraumteleskops veröffentlicht wurden, können Sie in der nachfolgenden Bildergalerie bestaunen:

„James Webb“ vs. „Hubble“ – Die Bilder der Weltraumteleskope im Vergleich

Am 25. Dezember 2021 ist das „James Webb“-Weltraumteleskop ins Weltall gestartet, im Juli 2022 ist das sehnsüchtig erwartete neue Teleskop einsatzbereit. Die ersten Aufnahmen haben es in sich.
Am 25. Dezember 2021 ist das „James Webb“-Weltraumteleskop ins Weltall gestartet, im Juli 2022 ist das sehnsüchtig erwartete neue Teleskop einsatzbereit. Die ersten Aufnahmen haben es in sich. © Adriana Manrique Gutierrez/dpa/Nasa
Der riesige (6,5 Meter Durchmesser) Spiegel des „James Webb“-Weltraumteleskops von Nasa, Esa und CSA macht im Weltall den Unterschied: „Webb“ kann so tief ins Universum hineinschauen wie kein Teleskop zuvor.
Der riesige (6,5 Meter Durchmesser) Spiegel des „James Webb“-Weltraumteleskops von Nasa, Esa und CSA macht im Weltall den Unterschied: „Webb“ kann so tief ins Universum hineinschauen wie kein Teleskop zuvor. © Laura Betz/dpa
Der Primärspiegel des „Hubble“-Weltraumteleskops ist dagegen nur 2,4 Meter groß. Die Bilder von „Webb“ und „Hubble“ im Vergleich.
Der Primärspiegel des „Hubble“-Weltraumteleskops ist dagegen nur 2,4 Meter groß. Die Bilder von „Webb“ und „Hubble“ im Vergleich. © NASA/dpa
Das erste Farbbild des „James Webb“-Weltraumteleskops von Nasa, Esa und CSA: Ein „Deep Field“ des Galaxienhaufens SMACS 0723. Dieser agiert als Gravitationslinse und vergrößert die noch weiter entfernten Galaxien, die dahinter liegen (erkennbar an der leichten „Verzerrung“).
Das erste Farbbild des „James Webb“-Weltraumteleskops von Nasa, Esa und CSA: Ein „Deep Field“ des Galaxienclusters SMACS 0723. Dieses agiert als Gravitationslinse und vergrößert die noch weiter entfernten Galaxien, die dahinter liegen (erkennbar an der leichten „Verzerrung“). © NASA, ESA, CSA, and STScI
Der Galaxienhaufen SMACS 0723, fotografiert vom „Hubble“-Weltraumteleskop der Nasa. Im Vergleich zum „Webb“-Bild sind zwar die Strukturen zu erahnen, doch das neue Bild des „James Webb“-Weltraumteleskops blickt viel tiefer hinein ins Universum.
Der Galaxienhaufen SMACS 0723, fotografiert vom „Hubble“-Weltraumteleskop der Nasa. Im Vergleich zum „Webb“-Bild sind zwar die Strukturen zu erahnen, doch das neue Bild des „James Webb“-Weltraumteleskops blickt viel tiefer hinein ins Universum. © Nasa
Der Carinanebel (NGC 3372) ist einer der größten und hellsten Nebel, etwa 7600 Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild „Kiel des Schiffs“ (Carina). Der Nebel ist eine Sternengeburtsstätte, dort gibt es zahlreiche massereiche Sterne, die mehrere Male größer als die Sonne sind. Das Nasa-Weltraumteleskop „Hubble“ hat den Carinanebel beispielsweise im Jahr 2007 fotografiert.
Der Carinanebel (NGC 3372) ist einer der größten und hellsten Nebel, etwa 7600 Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild „Kiel des Schiffs“ (Carina). Der Nebel ist eine Sternengeburtsstätte, dort gibt es zahlreiche massereiche Sterne, die mehrere Male größer als die Sonne sind. Das Nasa-Weltraumteleskop „Hubble“ hat den Carinanebel beispielsweise im Jahr 2007 fotografiert. © Hubble Image: NASA, ESA, N. Smith (University of California, Berkeley), and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA); CTIO Image: N. Smith (University of California, Berkeley) and NOAO/AURA/NSF
Die Sternentstehungsregion Carinanebel im Blick des „James Webb“-Weltraumteleskops. Sehr auffällig ist der höhere Kontrast, der Detailreichtum und auch hier die Galaxien, die überall im Hintergrund zu sehen sind.
Die Sternentstehungsregion Carinanebel im Blick des „James Webb“-Weltraumteleskops. Sehr auffällig ist der höhere Kontrast, der Detailreichtum und auch hier die Galaxien, die überall im Hintergrund zu sehen sind. © NASA, ESA, CSA, STScI
Die Formation Stephan‘s Quintett besteht aus fünf Galaxien im Sternbild Pegasus. Vier der fünf Galaxien (rechts) sind in einem kosmischen Tanz sich wiederholender naher Begegnungen miteinander verbunden. Entdeckt wurde die Gruppe 1877. Die helle blau-rote Galaxie (NGC 7320) befindet sich im Vordergrund, die anderen vier Galaxien (NGC 7317, NGC 7318A, NGC 7318B und NGC 7319) befinden sich dahinter. „Hubble“ beobachtete die Galaxiengruppe 2009.
Die Formation Stephan‘s Quintett besteht aus fünf Galaxien im Sternbild Pegasus. Vier der fünf Galaxien (rechts) sind in einem kosmischen Tanz sich wiederholender naher Begegnungen miteinander verbunden. Entdeckt wurde die Gruppe 1877. Die helle blau-rote Galaxie (NGC 7320) befindet sich im Vordergrund, die anderen vier Galaxien (NGC 7317, NGC 7318A, NGC 7318B und NGC 7319) befinden sich dahinter. „Hubble“ beobachtete die Galaxiengruppe 2009. © NASA, ESA, and G. Bacon, J. DePasquale, F. Summers, and Z. Levay (STScI); Acknowledgement: CFHT/Coelum, J. Cuillandre, and G. Anselmi
Die „Webb“-Version der Formation „Stephan‘s Quintett“. Auch hier liefert das neue Weltraumteleskop neue Einblicke, neue Daten und zeigt im Hintergrund zahlreiche Galaxien, die nie zuvor beobachtet wurden.
Die „Webb“-Version der Formation „Stephan‘s Quintett“. Auch hier liefert das neue Weltraumteleskop neue Einblicke, neue Daten und zeigt im Hintergrund zahlreiche Galaxien, die nie zuvor beobachtet wurden. © NASA, ESA, CSA, STScI
NGC 3132 (Südlicher Ringnebel) ist ein planetarischer Nebel, der einen sterbenden Stern umgibt. Er ist etwa 2000 Lichtjahre von der Erde entfernt, sein Durchmesser beträgt etwa ein halbes Lichtjahr. „Hubble“ hat diesen Nebel im Jahr 1998 abgelichtet.
NGC 3132 (Südlicher Ringnebel) ist ein planetarischer Nebel, der einen sterbenden Stern umgibt. Er ist etwa 2000 Lichtjahre von der Erde entfernt, sein Durchmesser beträgt etwa ein halbes Lichtjahr. „Hubble“ hat diesen Nebel im Jahr 1998 abgelichtet. © The Hubble Heritage Team (STScI/AURA/NASA)
Dieses Bild, das „Webb“ vom südlichen Ringnebel aufgenommen hat, wurde mit Daten des Instruments „MIRI“ (Mid-Infrared Instrument“) erstellt.
Dieses Bild, das „Webb“ vom südlichen Ringnebel aufgenommen hat, wurde mit Daten des Instruments „MIRI“ (Mid-Infrared Instrument“) erstellt. © NASA, ESA, CSA, STScI
Der südliche Ringnebel wurde vom „Webb“-Teleskop aufgenommen. In diesem Fall vom Instrument „NIRCam“ (Near-Infrared Camera). Zu sehen sind extreme Details – neben und hinter dem planetarischen Nebel sind außerdem Galaxien zu sehen.
Der südliche Ringnebel wurde vom „Webb“-Teleskop aufgenommen. In diesem Fall vom Instrument „NIRCam“ (Near-Infrared Camera). Zu sehen sind extreme Details – neben und hinter dem planetarischen Nebel sind außerdem Galaxien zu sehen. © NASA, ESA, CSA, STScI
Den Exoplaneten WASP-96 b hatte das „Hubble“-Weltraumteleskop bisher nicht im Visier. Der Exoplanet besteht hauptsächlich aus Gas. Er ist etwa 1150 Lichtjahre von der Erde entfernt und umkreist seinen Stern etwa alle 3,4 Tage. Er hat etwa die Hälfte der Masse von Jupiter und wurde 2014 entdeckt. (Künstlerischer Darstellung)
Den Exoplaneten WASP-96 b hatte das „Hubble“-Weltraumteleskop bisher nicht im Visier. Der Exoplanet besteht hauptsächlich aus Gas. Er ist etwa 1150 Lichtjahre von der Erde entfernt und umkreist seinen Stern etwa alle 3,4 Tage. Er hat etwa die Hälfte der Masse von Jupiter und wurde 2014 entdeckt. (Künstlerischer Darstellung) © imago/ZUMA Wire
Das „James Webb“-Weltraumteleskop hat herausgefunden, wie die Atmosphäre des Exoplaneten WASP-69 b zusammengesetzt ist. Obwohl es ein sehr heißer Planet ist, hat „Webb“ Wasserdampf sowie Hinweise auf Wolken und Dunst gefunden.
Das „James Webb“-Weltraumteleskop hat herausgefunden, wie die Atmosphäre des Exoplaneten WASP-69 b zusammengesetzt ist. Obwohl es ein sehr heißer Planet ist, hat „Webb“ Wasserdampf sowie Hinweise auf Wolken und Dunst gefunden. © NASA, ESA, CSA, and STScI

Jupiters Monde: James-Webb-Teleskop Spektakuläre Weltraum-Bilder auch vom Jupiter und dessen Monden

James-Webb-Teleskop macht atemberaubende Bilder von Jupiters Monden. Der Gasriese Jupiter ist der größte Planet in unserem Sonnensystem und von der Sonne aus gesehen, der erste von vier Gasplaneten. Zwischen ihm und dem Mars befindet sich der Asteroidengürtel. Die Hauptplaneten in Richtung Sonne sind alles terrestrische Gesteinsplaneten und die vier Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun gehören zu den Gasriesen unseres Sonnensystems. 

Vermutlich ist es neben vielen Faktoren auch Jupiter zu verdanken, dass auf der Erde überhaupt Leben entstehen konnte. Denn seine Gravitationskräfte sind so groß, dass er Asteroiden aus der Ferne des Weltalls einfach verschluckt und andere wiederum ableitet oder sie als Monde einverleibt. 79 Monde soll der Planet haben. Doch es könnten noch viel mehr sein, die heute noch nicht entdeckt wurden. Drei von ihnen sind die Jupitermonde Metis, Europa und Thebe.

Der Jupitermond Metis

Metis wurde 1979 entdeckt und ist der innerste bekannte Mond des Gasriesen. Sein mittlerer Durchmesser beträgt ungefähr 43 Kilometer und für eine Umrundung des Jupiters bracht der Mond Metis gerade einmal sieben Stunden.

Der Jupitermond Europa

Der wohl bekannteste Jupitermond ist der Eismond Europa. Er ist der zweit innerste Trabant des Gasriesen Jupiter und circa 3.120 Kilometer im Durchmesser groß. Um seinen Mutterplaneten zu umrunden, braucht Europa dreieinhalb Tage. Unter seiner dicken Eisschicht wird flüssiges Wasser erwarten. Damit ist Europa einer der vielversprechendsten Kandidaten für Leben außerhalb der Erde – wobei hier Mikroben und kein intelligentes Leben gemeint sind. 

Der Jupitermond Thebe

Thebe gehört zu den inneren Jupitermonden. Der Trabant hat einen mittleren Durchmesser von 99 Kilometern und braucht 16 Stunden, um den Gasriesen zu umrunden. 

James-Webb-Teleskop als Kometen-Jäger

Die Aufnahmen des James-Webb-Weltraumteleskops zeigen die drei inneren natürlichen Satelliten von Jupiter. Das linke Bild wurde im Kurzwellenlängenbereich (Filter F212N) aufgenommen. Bei dem rechten Bild handelt es sich um eine Langwellenlängenaufnahme (F323N). Sie können sowohl den Planeten als auch seine Monde und seinen Ring – denn nicht nur der Saturn hat Ringe – auf der Schmalbandaufnahme erkennen.

Jupiter-Aufnahme James Webb (NASA, ESA, CSA, and STScI).jpg

Die NIRCam-Nahinfrarotkamera vom James Webb kann somit auch schnell bewegliche Objekte im Sonnensystem erfassen. Damit könnte das Weltraumteleskop auch für die Verfolgung von erdnahen Objekten und Kometen nützlich sein. Zwar besteht derzeit keine Gefahr, dass wir von einem gefährlichen Asteroiden oder Kometen getroffen zu werden, jedoch erhöht der zusätzliche Schutz auch die Sicherheit auf der Erde – zumindest wenn es um die Gefahr von oben geht.

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