„Größte Wahrscheinlichkeit“

Karl Lauterbach warnt: 100.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag möglich

Der Vormarsch von Omikron lässt Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine drastische Prognose formulieren. Eine Vielzahl an Corona-Neuinfektionen wird erwartet. 

Berlin/Hamburg – Bis Mitte Februar 2022 drohen mehrere hunderttausend Corona-Neuinfektionen – und das pro Tag. So lautet die düstere Omikron-Prognose von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Rahmen der ZDF-Talkshow von Markus Lanz. Zwar sei nicht gesagt, dass es zu diesen Szenarien kommt, doch hätten diese „die größte Wahrscheinlichkeit“.

Deutscher Bundesminister für Gesundheit:Karl Lauterbach
Geboren:21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren
Ehepartnerin:Angela Spelsberg (verh. 1996–2010)
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt:Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2005
Ausbildung:Harvard T.H. Chan School of Public Health (1992–1995) u.v.m.

Karl Lauterbach (SPD) über Corona: Gesundheitsminister spricht von 100.000 Infektionen pro Tag

Doch gebe es auch Länder, die solch hohe Zahlen mit Blick auf die Intensivstationen verkraften könnten, merkt Lauterbach an. In der Bundesrepublik sei die Corona-Lage hingegen eine andere. „Da wir in Deutschland eine hohe Zahl von Ungeimpften bei den Älteren haben, kann es bei uns ganz anders ausgehen als beispielsweise in Italien, Frankreich oder England“, heißt es in diesem Kontext vom Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) über Corona in Deutschland und erwartet demnächst über 100.000 Infektionen pro Tag.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) skizziert ein Pandemie-Szenario der näheren Zukunft. Für den Sozialdemokraten sind 100.000 Corona-Neuinfektionen möglich – pro Tag. (Archivbild)

Beispielsweise liege die Zahl der Ungeimpften in der Gruppe der über 50-Jährigen in England zwischen ein und zwei Prozent. „Das sind Werte, an die wir nicht herankommen“, merkt Lauterbach aber an. Auch mit Hinblick auf die aktuellen Corona-Zahlen gibt Deutschland weiterhin kein gutes Bild ab.

Sieben-Tage-Inzidenz auf Rekordhoch: Marke von 600 überschritten – mehr als 133.000 Corona-Neuinfektionen

Am Donnerstag, 20. Januar 2022, muss das Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit über 133.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden vermelden. Tags zuvor wurde erstmal die Schwelle von 100.000 gemeldeten Neuinfektionen überschritten. Zudem hat die Sieben-Tage-Inzidenz am 20. Januar erstmal die Marke von 600 überschritten.

De facto beläuft sich der Wert auf 638,8 registrierte Corona-Neuinfektionen pro 100.00 Einwohner binnen einer Woche. Auch in Niedersachsen erreichen die Corona-Zahlen neue Höchstwerte. Die von der Corona-Variante Omikron ausgelöste Welle spiegelt sich jedoch zumindest noch nicht auf den Intensivstationen wider. Laut der Medizinervereinigung Divi sei die Zahl der dortigen Corona-Patienten seit der ersten Dezemberhälfte von rund 5000 auf zuletzt 2664 gesunken.

Lauterbach erwartet Corona-Belastung auf Intensivstationen – Omikron-Welle kommt

Doch weiß Karl Lauterbach auch hier einzuschränken. Die aktuell vergleichsweise niedrige Hospitalisierungsrate bezeichnet der Gesundheitsminister als „irrelevante Momentaufnahme“. Denn die aktuelle Omikron-Welle, die derzeit in England und Frankreich wütet, würde Deutschland erst noch erreichen.

Die richtige Belastung auf den Intensivstationen würde ich Mitte, Ende Februar erwarten, das ist noch ein Monat hin und dann hoffe ich, dass es dann noch gut aussieht.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) prognostiziert eine Zuspitzung der Omikron-Lage

„Das wird die Belastungsprobe sein, nicht das, was wir jetzt sehen“, fügt Lauterbach an. Darüber hinaus weiß sich der Gesundheitsminister in der neuen Regierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) zur Problematik rund um die knapper werdenden PCR-Tests zu äußern. Nach Lauterbach sollen nämlich Beschäftigte in sensiblen Gesundheitseinrichtungen bevorzugt werden.

PCR-Test: Karl Lauterbach für Priorisierung für Krankenhaus- und Pflegepersonal

„Wir werden tatsächlich so hohe Fallzahlen bekommen, dass wir die PCR verteilen müssen, priorisieren müssen, dazu werde ich am Wochenende einen Vorschlag vorlegen, wie das passieren soll“, heißt es in diesem Kontext von Lauterbach. Die entsprechende Priorisierung bei PCR-Tests soll laut Lauterbach besonders Krankenhauspersonal und Pflegepersonal umfassen. Die entsprechende Beschlussvorlage soll am Montag, 24. Januar 2022, beim nächsten Treffen von Bund und Länder beschlossen werden.

Ganz klar ist, dass hier die Krankenhausbeschäftigten, die Pflegebeschäftigten, die Menschen der Eingliederungshilfe, der Behindertenpflege, dass die besonders berücksichtigt werden müssen.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) spricht über eine PCR-Test-Priorisierung für bestimmte Berufsgruppen

Zudem müsse sichergestellt werden, dass diejenigen, die aus der Corona-Isolation zurückkehren und wieder am öffentlichen Leben teilnehmen dürfen, nicht mehr ansteckend sind. Auch dies hat Lauterbach als großes Ziel ausgerufen. In einem Verordnungsentwurf vom Bundesgesundheitsministerium, welcher der dpa vorliegt, wird auf diese Thematik näher eingegangen.

Lauterbachs Weg zur Pandemie-Bekämpfung: Corona-Test-Priorisierung für bestimmte Berufsgruppen

Demnach sollen Labore konkret dazu verpflichtet werden, Proben von Beschäftigten in Kliniken, Pflegeheimen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und jeweiligen ambulanten Diensten vorrangig zu untersuchen.

Dem Entwurf zufolge, so berichtet die dpa, sollen die Beschäftigten bei der Corona-Teststelle eine entsprechende Tätigkeit nachweisen. Die von Lauterbach explizit geforderte Priorisierung sollen die Teststellen dann im Vordruck ans Labor vermerken. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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