Mentale Gesundheit
Richtig munter mit Kaffee: Wie das Heißgetränk Depressionen lindern kann
Kaffee kann möglicherweise einen ergänzenden Beitrag zur Linderung von Depression leisten. Das hätte eine Studie in den USA ergeben. Was ist dran?
Berlin – Depressionen können jeden treffen. Unabhängig vom Alter, unabhängig vom Geschlecht. Über die Gemütsstörung, die ein Gefühl von Traurigkeit hervorruft, wird intensiv geforscht. In Deutschland, aber auch in den USA, wo eine Studie den Zusammenhang zwischen Koffeinkonsum und Depression anhand einer größeren Untersuchung zu Ernährung und Gesundheit in den Staaten untersuchte.
Und siehe da: Die Ergebnisse würden darauf hindeuten, dass Kaffee womöglich seinen Teil dazu beitragen kann, um Depressionen zu lindern. Das gilt es, sich genauer anzuschauen.
Kampf den Depressionen: Laut US-Studie kann Kaffee sie lindern
Schon in früheren Studien wurde ein Zusammenhang zwischen Koffeinkonsum und Depressionen untersucht. Doch ab beziehungsweise bis zu welcher Menge ist Koffein in diesem Kontext ein relevanter Faktor? Die vorliegende Studie untersuchte dies anhand der Daten einer größeren Befragung zu Ernährung und Gesundheit. Hierfür wurden die Probanden in Personen mit und ohne Depression unterteilt.
Anhand des sogenannten PHQ-9-Fragebogens (9-item Patient Health Questionnaire) wurde der Grad der Depression ermittelt. Im Rahmen der NHANES-Ernährungsbefragung (National Health and Nutrition Examination Survey) wurde die Koffein-Aufnahme innerhalb der letzten 24 Stunden erfasst. Als möglicherweise relevante Faktoren berücksichtigten die Forscher Ausbildungsgrad, Schläfrigkeit, Alter, Ehestand, Herkunft/Hautfarbe, Rauchen, Geschlecht und Freizeitaktivitäten.
Zusammenhang zwischen Koffeinkonsum und Depressionen? Studie nähert sich Vermutung an
Für diese Studie zur Ermittlung eines möglichen Zusammenhangs zwischen Koffeinkonsum und Depressionen wurden insgesamt Daten von 3263 Patienten ab 20 Jahren analysiert. 3039 Probanden litten dabei unter Depressionen. Auf 244 Personen traf dies nicht zu. Im Vergleich zu Patienten ohne Depression waren depressive Patienten häufiger Frauen, jünger, berichteten durchschnittlich mehr Tagesschläfrigkeit, hatten entweder eine gescheiterte oder keine Ehe, verfügten über keinen höheren Ausbildungsgrad, neigten zum Rauchen und nahmen weniger Koffein zu sich.
Was ist eine Depression?
Die gemeinnützige Organisation Stiftung Gesundheitswissen (SGW) definiert eine Depression als „eine Gemütsstörung, die ein Gefühl von Traurigkeit hervorruft. Typische Zeichen einer Depression können eine gedrückte Stimmung, Interessenlosigkeit oder auch ein verminderter Antrieb sein, die über einen längeren Zeitraum bestehen“.
Von Depressionen Betroffenen würde es dabei schwerfallen, den Alltag mit all seinen Aufgaben, Aktivitäten und Pflichten zu bewältigen. Durch eine Depression kann sogar die gesamte Lebensführung beeinträchtigt werden. Die Gemütsstörung kann nämlich über Wochen, Monate bis hin zu mehreren Jahren andauern.
Im Schnitt nahmen Patienten mit einem höheren PHQ-9-Score oder einem PHQ-9 ab 10 (als Schwellenwert für eine Depression) weniger Koffein zu sich als andere Befragte. Die Studienergebnisse hätten auf eine negative Assoziation zwischen Koffeinkonsum und Depression hingedeutet. Aber: Überschritt die Koffein-Einnahme 90 Milligramm, konnte kein signifikanter Zusammenhang mit der Depression mehr festgestellt werden. Dieser Zusammenhang bestand zudem nur bei Nichtrauchern und Personen, die nie verheiratet werden. Sehr deutlich war dieser Effekt bei Menschen ohne höheren Bildungsgrad und bei Frauen.
Große Tasse Kaffee am Tag kann Depressionen lindern – doch sind weitere Studien notwendig
Die in der Studie gesehene Grenze für Depression-wirksame Koffeinmengen entspricht in etwa einer großen Tasse Kaffee (gebrüht) oder etwa drei Tassen grünem Tee. So zitieren zumindest die Autoren aus einer US-Datenbank zum Nährstoffgehalt von Nahrungsmitteln.
Demnach deutet die Studie auf Koffein – in einer Dosis von bis zu einer großen Tasse Kaffee am Tag – als einen möglicherweise ergänzenden Beitrag zur Linderung von Depression. Doch, das gehört auch zur Wahrheit: Es sind weitere Studien notwendig, um diese reine Beobachtungsstudie und eventuell relevante Faktoren zu untermauern.
* Redaktionelle Anmerkung: Sollten Sie selbst unter Depressionen leiden oder Menschen kennen, die unter Selbstmordgedanken leiden, können Sie sich bei der Telefonseelsorge melden. Diese ist unter 0800/111-0-111 sowie 0800/111-0-222 zu erreichen. Die Online-Adresse lautet www.telefonseelsorge.de.
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