Bei Aldi, Lidl & Co
Nach Sonnenblumenöl: Auch Mehl und Hefe zunehmend Mangelware in Supermärkten
Nicht zuletzt der Ukraine-Krieg wirkt sich auf die Rohstoff-Versorgung in den Supermärkten aus. Mehl und Hefe bei Aldi, Lidl und Konsorten? Nur noch Mangelware.
Berlin – „Im Krieg gibt es keine Gewinner, sondern alle sind Verlierer“, lautet ein bekannter Ausspruch von Englands ehemaligen Premierminister Arthur Neville Chamberlain. Ein Satz, der 2022 leider nicht aktueller sein könnte. In der Ukraine herrscht Krieg*, geführt von Russlands Präsident Wladimir Putin. Zivilisten werden getötet, Häuser zerstört, Millionen Menschen müssen das Land verlassen. Doch auch wirtschaftlich wirkt sich der Ukraine-Krieg aus – und betrifft auch den Alltag vieler Menschen in Deutschland.
Aldi, Edeka, Lidl: Nach Sonnenblumenöl nun auch weniger Mehl und Hefe in Discountern und Supermärkten
Verbraucher sehen sich bundesweit mit erneut gestiegenen Energie- und Strompreisen konfrontiert, der Preis für Sprit erreicht zuvor nicht für möglich gehaltene Höhen. Ganz gleich, ob in Deutschland aktuell ein Liter Benzin oder ein Liter Diesel getankt wird: am Ende sind mehr als zwei Euro zu bezahlen. Die Tankfüllung, sie wird fast schon zum Luxusgut.
Nicht besser gestaltet sich die Lage in Supermärkten wie Aldi, Edeka oder Lidl: hier musste bereits Speiseöl rationiert werden, Aldi berichtete davon*. Doch fehlen vielerorts mittlerweile auch Hefe und Mehl. Produkte also, die zum Alltag gehören, in kaum einer Küche fehlen, nun aber umso begehrter sind als sonst.
Aldi musste Speiseöl in seinen Filialen bereits rationieren – doch ist nicht alles auf Ukraine-Krieg zurückzuführen
Tatsächlich sind Sonnenblumen- und Rapsöl bereits knapp, verschiedene Aldi-Filialen mussten den Verkauf reglementieren. Nun kommen mit Mehl und Hefe weiter Grundnahrungsmittel hinzu*. Die Gründe hierfür sind jedoch mannigfaltig – und somit nicht nur auf den Ukraine-Krieg zurückzuführen.
Wenn es also zu einer Verknappung von Mehl und anderen Getreideprodukten kommt, die sich in den Regalen von Aldi, Lidl oder Netto widerspiegelt, müssen verschiedene Entwicklungen berücksichtigt werden. Denn schon die vergangenen Jahre sind bereits von einem Preisanstieg gezeichnet, was Weizen angeht.
Coronavirus-Krise führt zur Verknappung bestimmter Lebensmittel in Discountern und Supermärkten
Das Statistische Bundesamt (StBA) verweist auf die Erzeugerpreise im Dezember 2021. Schon zu diesem Zeitpunkt waren sie 40,6 Prozent teurer, als noch im Vorjahr. Hohe Nachfragen im Zusammenspiel mit einer geringen Erntemenge hätten hierbei eine entscheidende Rolle gespielt.
Natürlich muss aber auch die weiter andauernde Coronavirus-Krise berücksichtigt werden. Immer wieder hatten Discounter und Supermärkte hierdurch Probleme bei ihren Lieferketten. Auch das führte zu einer Verknappung. Und gleichzeitig kam es zu Hamsterkäufen im großen Ausmaß. Vor allen in Zeiten von Corona-Lockdowns waren unter anderem Mehl, Hefe und Klopapier im Sortiment von Aldi, Edeka oder Lidl* knapp.
Ukraine gilt als Kornkammer Europas – von Russlands Präsident Wladimir Putin geführter Krieg bringt viele Exporte zum Erliegen
Erschwerend hinzu kommt nun der von Wladimir Putin geführte Angriffskrieg in der Ukraine. Nach offiziellen Angaben der Europäischen Union (EU) galt Russland 2021 als größter Weizenexporteur der Welt. Auf dem fünften Platz rangierte die Ukraine. Das Land gilt als eine der Kornkammern Europas.
Wir gehen davon aus, dass dieser Krieg die Preise noch weiter steigen lässt.
Und durch den Krieg in der Ukraine sollen bereits viele Exporte zum Erliegen gekommen sein. Und auch die Landwirte würden laut Rukwied enorm unter den hohen Kosten leiden, in Niedersachsen fehlen beispielsweise wichtige Futtermittel-Bestandteile für Tiere.
Versorgungsengpässe bei Düngemitteln, hohe Gaspreise – alles wirkt sich auf Verfügbarkeit von Getreideprodukten bei Aldi, Edeka und Lidl aus
„Bei Düngemitteln kommt es bereits zu ersten Versorgungsengpässen oder Ausfällen, die Preise sind weiter sehr hoch und werden bei höheren Gaspreisen wohl noch weiter steigen“, fügt Joachim Rukwied an. Und dies macht sich letztendlich auf die Preise, aber auch auf die Verfügbarkeit von Mehl oder anderen Getreideprodukten bei Aldi, Edeka oder Lidl bemerkbar. * kreiszeitung.de, 24hamburg.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.
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