Schon wieder krank?
Reinfektion mit Omikron: Darum können Sie sich mehrmals mit der Corona-Variante anstecken
Sie hatten einen leichten Omikron-Verlauf und fühlen sich sicher? Bitte nicht. Denn eine leichtere Infektion bedeutet auch einen weniger guten Immunschutz.
Bremen – Viele Genesene fühlen sich derzeit sicher. Wenn man ein Mal Omikron hatte, kann man es schließlich nicht mehr bekommen, denken sie. Doch das galt vor allem für frühere Corona-Varianten wie Delta. Bei Omikron ist es sogar wahrscheinlich, sich mehrmals mit der Corona-Variante anzustecken, haben Wissenschaftler herausgefunden. Dies nennt man eine Reinfektion.
Omikron: So schnell und häufig kann man sich wieder mit der Corona-Variante infizieren – Schutz nach Infektion bei 20 Prozent
Nach einer durchgemachten Corona-Infektion mit Delta galten Genesene mehrere Monate geschützt vor einer erneuten Infektion (Reinfektion). Im Vergleich zu einer Impfung sogar noch zu 80 Prozent.
Doch eine Studie mit Daten aus Katar hat ergeben, dass eine Corona-Infektion mit Omikron nur noch zu 56 Prozent davor schützt, sich wieder mit der Corona-Variante Omikron anzustecken. Andere Wissenschaftler schätzen diesen Wert sogar noch deutlich geringer ein. Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, schätzt, er liege bei 20 bis maximal 40 Prozent.
Warum es bei Omikron so wahrscheinlich ist, sich mehrmals zu infizieren, dafür gibt es laut Watzl mehrere Gründe. „Genauso wie die Impfstoffe, die ja auf dem ursprünglichen Virus basieren, nicht so gut gegen Omikron schützen, schützt jetzt auch eine Infektion mit einer früheren Variante nicht so gut gegen Omikron“, sagt Watzl im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen zur Reinfektion mit Omikron.
Mehrfach mit Omikron infizieren: Reinfektion wahrscheinlich wegen den unterschiedlichen Varianten BA.1 und BA.2
Außerdem gebe es von Omikron schon verschiedene Varianten. Schon ein kleiner Unterschied im Virus reiche aus, dass wir uns auch kurz hintereinander mit beiden Corona-Varianten infizieren könnten, also eine Reinfektion haben.
Von Omikron gibt es derzeit folgende Varianten, wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet:
- Die neue Omikron-Variante XE mit einer Mutation aus BA.1 und BA.2
- Die Omikron-Sublinie BA.2, welche gegenüber BA.1 im Spike-Protein mehrere genetische Unterschiede aufweist. Studien aus Dänemark und dem Vereinigten Königreich deuten darauf hin, dass BA.2 leichter übertragbar ist als BA.1..
- Die Omikron-Sublinie BA.1, zuerst erschienen Ende November 2021 in Südafrika
Reinfektion mit Omikron: Darum kann man sich mehrmals anstecken – nach einem leichten Verlauf der Corona-Variante hat man wenig Antikörper
Als weiteren Grund, warum sich Menschen mehrmals mit Omikron anstecken könnten, also eine Reinfektion haben, nannte Watzl, dass es einen Zusammenhang zwischen der Schwere der Infektion und der Menge an Antikörpern gebe, die danach als Schutz vor einer weiteren Ansteckung zurückblieben.
Wenn man sich zwei Mal mit derselben Corona-Variante ansteckt, nennt man das eine Reinfektion. Das Risiko einer zweiten Infektion, also Reinfektion, ist mit Omikron deutlich gestiegen. Der Grund ist der meist milde Krankheitsverlauf. Denn wer nicht so schwer erkrankt, bildet auch weniger Antikörper und T-Zellen. Diese sind aber wichtig und bewirken, dass sich manche Menschen gar nicht mit Corona anstecken. Die Folge: Wir sind anfällig für eine wiederholte Infektion mit derselben Virus-Variante.
Denn genau diese T-Zellen könnten neue Omikron-Viren im Körper unschädlich machen, wenn man erneut in der Bar oder dem Supermarkt dem Virus ausgesetzt war und die Viren dann im Körper herumschwirren. Und das dürfte bei der aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz von 1.394 (Stand: 5. April 2022) häufiger passieren.
Öfter mit Omikron Studie anstecken (Reinfektion) – Studie zeigt: Omikron-Infektionen bieten einen geringeren Schutz
Dass der Schutz nach einer Infektion mit Omikron geringer ist, wenn der Krankheitsverlauf milde war, ergab auch eine aktuelle Studie aus den USA.
Probanden mit Delta-Durchbrüchen hatten im Vergleich zu Omikron über 10,8 mal höhere Antikörpertiter, schreiben die Wissenschaftler. Was bedeutet: Omikron-Infektionen bieten einen geringeren Schutz gegen eine erneute Infektion. Und das sowohl vor Omikron, als auch für kommende Varianten. Man kann sich also mehrmals mit Omikron anstecken.
„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Omikron-Durchbruchsinfektionen weniger immunogen sind als Delta und somit einen geringeren Schutz vor einer erneuten Infektion oder einer Infektion durch zukünftige Varianten bieten“, heißt es in der Veröffentlichung der Wissenschaftler im Cell Press Journal zur Studie über die Reinfektion mit Omikron.
Reinfektion – wiederholt mit Omikron infizieren: Das weiß man über die in Deutschland vorherrschende Variante BA.2
In Deutschland ist derzeit die Omikron-Untervariante BA.2 vorherrschend. Das Robert Koch-Institut schreibt in seinem Bericht von 5. April: „Der Anteil aller anderen Varianten inklusive Delta liegt unter 1 Prozent. Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 ist in KW 11 auf über 80 Prozent angestiegen.“ BA.2 gilt als etwas ansteckender als die Omikron-Variante BA.1, soll aber nicht gefährlicher sein.
Seit einigen Tagen wird über eine neue Omikron-Untervariante berichtet. Omikron XE soll eine Kombination aus den Corona-Varianten BA.1 und BA.1 sein. Viel ist über XE noch nicht bekannt.
Mit einer neuen Corona-Variante anstecken (Reinfektion): Über neue Corona-Variante XE ist noch zu wenig bekannt
Susan Hopkins, leitende Beraterin bei der britischen Gesundheitsbehörde (UKHSCA), sagte laut fr.de über die neue Omikron-Variante XE: „Bisher gibt es noch nicht genügend Beweise, um Rückschlüsse auf die Übertragbarkeit, den Schweregrad oder die Wirksamkeit des Impfstoffs zu ziehen.“
Egal, welche Omikron-Variante Sie schon hatten: Es ist in jedem Fall wichtig, nach wie vor aufzupassen. Selbst, wenn man einen milden Verlauf hatte – Long-Covid, die „neue Volkskrankheit“, kann man auch davon bekommen, wie uns eine Expertin im Interview berichtet hat. Und Long Covid gilt nach wie vor als noch nicht heilbar. *fr.de, 24hamburg.de und kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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