Auffrischung dennoch wichtig
Omikron-Studie: Wirkung von Biontech-Booster nimmt nach drei Monaten deutlich ab
Der Booster wirkt vor allem direkt nach der Corona-Impfung. Warum Sie die Auffrischungsimpfung dennoch brauchen – und wann der angepasste Impfstoff kommt.
Kalifornien – Was bringen Booster-Impfungen? Sind sie sinnvoll? Und wie lange schützen sie effektiv vor einer Corona-Infektion? Das fragen sich derzeit viele Menschen, die überlegen, sich den Booster zu holen. Biontech/Pfizer wollte es genau wissen, und hat die Wirksamkeit des Boosters in einer Studie überprüfen lassen. Das Ergebnis: Die dritte Impfung schützt vor allem in den ersten Wochen nach der Spritze gegen eine Einweisung im Krankenhaus. Nach drei Monaten sinkt der Schutz.
Omikron: Ist der Booster sinnvoll? Biontech-Studie überrascht
Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit des beliebten mRNA-Impfstoffs von Biontech/Pfizer zu testen. Und zwar gegen Krankenhaus- und Notaufnahmeeinweisungen aufgrund der Delta- und Omikron-Variante. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachblatt The Lancet veröffentlicht.
Vom 1. Dezember 2021 bis zum 6. Februar 2022 haben US-Wissenschaftler 11.123 elektronische Patientenakten in Kalifornien analysiert. Die Patienten waren alle über 18 Jahre alt und mit einer akuten Atemwegsinfektion im Krankenhaus oder in einer Notaufnahme aufgenommen worden. Sie alle wurden mit einem PCR-Test positiv auf Corona getestet.
Das Ergebnis: Nach drei Biontech-Impfungen (eine davon der Booster) betrug die Wirksamkeit gegen eine Krankenhauseinweisung aufgrund der Omikron-Variante 85 Prozent. Zu Beginn war der Booster demnach sehr effektiv – und eine Impfung damit sinnvoll. Nach drei Monaten fiel die Wirksamkeit aber auf 55 Prozent.
Bei Aufnahme in die Notaufnahme betrug die Wirksamkeit von drei Dosen gegen die Omikron-Variante 77 Prozent, fiel aber auf 53 Prozent nach drei Monaten oder länger. Die Trends waren bei der Delta-Variante ähnlich. Die Wissenschaftler schätzen aber, dass der Schutz vor Delta nach dem Booster höher war.
Corona-Impfung gegen Omikron: Bedeutet die Studie, dass der Booster nicht sinnvoll ist?
Bei den Ergebnissen dürften sich manche Menschen fragen: Ist der Booster dann überhaupt sinnvoll? Die klare Antwort: Auf jeden Fall. Denn die Studie zeigt auch, dass die Booster-Impfung in den ersten drei Monaten sehr gut schützt. Nach drei Monaten nimmt sie zwar ab, schützt aber bei Omikron immer noch zu 55 Prozent vor einem Krankenhausaufenthalt.
Der Leiter des Corona-Krisenstabs im Kanzleramt, Generalmajor Breuer, hat kürzlich sogar zur Zeitung Welt gesagt: Wer auf den Schutz der Booster-Impfung verzichte, riskiere sein Leben. Breuer könne sich nicht erklären, warum die Menschen die Booster-Impfung, also eine dritte und vierte Corona-Impfung, nicht wahrnehmen würden.
Auch andere Studien zum Schutz der Booster-Impfung zeigen: Der Impfschutz und somit der Schutz vor einem schweren Verlauf mit tödlichem Ausgang verbessert sich mit dem Booster extrem. Die geschätzte Effektivität der Auffrischimpfung in Hinblick auf eine Krankenhauseinweisung beziffert das Robert Koch-Institut (RKI) für die als besonders gefährdet geltenden Menschen ab 60 Jahren mit 87 Prozent – dies deckt sich auch mit der aktuellen Studie von Biontech/Pfizer.
Corona-Impfung sinnvoll gegen Omikron: Wer sich die vierte Impfung (zweiter Booster) holen sollte
Älteren Menschen rät die Ständige Impfkommission (Stiko) sogar zu einer vierten Corona-Impfung (zweiter Booster): Menschen ab 70 Jahren und Menschen mit Vorerkrankungen könnten ansonsten einen schweren Verlauf erleiden. Solche Verläufe können nach wie vor tödlich ausgehen – auch bei einer Infektion mit Omikron. In dieser Altersgruppe ist der Booster bzw. die vierte Impfung also in jedem Fall sinnvoll.
Booster-Impfung: Sollen sich auch jüngere Menschen eine vierte Impfung holen? Ist das sinnvoll?
Sollten sich dann auch noch jüngere Menschen eine vierte Impfung holen? Ist das sinnvoll? Nein, das ist unnötig, findet Reinhold Förster, der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI). Zur dpa sagte er: „Ein generelles Absenken der Altersschwelle bei der Impfempfehlung ist momentan nicht angezeigt.“ Für den Aufbau eines langanhaltenden Schutzes vor Corona würden drei Immunisierungsschritte ausreichen. Das sind also zwei Corona-Impfungen und ein Booster. Oder zwei Impfungen und eine Corona-Infektion.
Corona-Impfung gegen Omikron: Wann wird der an Omikron angepasste Impfstoff auf den Markt kommen?
Biontech und Pfizer arbeiten seit Ende November an einer an die Omikron-Variante angepassten Version ihres Impfstoffs. Die Bundesregierung rechnet damit, dass dieser den Menschen ab Herbst zur Verfügung steht. Das berichtet das Ärzteblatt.
Doch warum braucht man einen angepassten Impfstoff? Die Impfstoffe schützen zwar weiterhin gut vor schweren Verläufen, man kann sich aber trotzdem mit Corona infizieren. Der Virologe Wolfgang Preiser sagt dem Tagesspiegel, er bezweifele, dass es möglich sein wird, die Pandemie ohne angepassten Impfstoff zu beenden.
Corona in Deutschland: Die aktuelle Lage, und was Sie über Omikron wissen müssen
Die Omikron-Variante ist laut Robert Koch-Institut (RKI) mit 99 Prozent die derzeit vorherrschende Corona-Variante in Deutschland. Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 liegt derzeit bei fast 90 Prozent. Wer sich infiziert, will natürlich alles zu Omikron wissen: über Inkubationszeit, Symptome, Medikamente und Freitesten.
Die Symptome bei Omikron ähneln denen einer Erkältung, die meisten Corona-Infizierten klagen über Halsschmerzen, viele haben auch Schnupfen. Die Inkubationszeit beträgt bei Omikron meist drei Tage. Aus der Isolation freitesten kann man sich nach sieben Tagen, wenn man zwei Tage ohne Omikron-Symptome ist. Ansonsten muss man 10 Tage zuhause bleiben. In einem Spezialfall kann man die Isolation auch früher verlassen und sich freitesten, wenn man noch eine Corona-Infektion hat. Dann muss bei dem positiven PCR-Ergebnis der CR-Wert über 30 liegen.
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