Corona-Variante

Corona-Infektion: Warum Blutgruppe 0 den besten Schutz bietet

Die Zahl an Corona-Infektionen in Deutschland nimmt zu. Omikron mit großem Anteil daran. Zudem beeinflusst die Blutgruppe das Risiko einer Infektion.

Berlin/Nantes – Beim Blick auf das Wegfallen der Maskenpflicht im Einzelhandel sollte man denken, dass die Corona-Pandemie vorbei ist. Doch ist das Gegenteil der Fall: täglich infiziert sich eine sechsstellige Zahl an Menschen in Deutschland mit dem Virus, die Omikron-Variante und vor allem die Omikron-Unterform BA.2 breiten sich immer mehr aus. Und nun hat auch noch eine Studie ergeben, dass das Risiko einer Corona-Infektion durch die jeweilige Blutgruppe beeinflusst werden kann.

Corona-Infektion: Risiko einer Ansteckung soll laut Studie durch jeweilige Blutgruppe beeinflusst werden

Oftmals kann es vorkommen, dass der Partner mit Corona infiziert ist, man selbst aber nicht. Eine, wenn nicht sogar mehrere Personen, die zusammen in einem Haushalt leben, können mitunter von einer Corona-Infektion verschont bleiben. Eine Studie der Universität von Nantes in Frankreich, die im Fachjournal „Frontiers of Microbiology“ veröffentlicht wurde, bringt nun die Blutgruppe als möglichen Grund ins Spiel und damit möglicherweise auch Licht ins Dunkle.

Eine Studie aus Frankreich hat den Zusammenhang zwischen Blutgruppen und dem Risiko einer Corona-Infektion nachgewiesen. (kreiszeitung.de-Montage)

Konkret haben die Forscher dabei untersucht, wie sich die Blutgruppe auf die Übertragung von Corona bei Paaren, die eben in einem Haushalt leben und sich auch das Schlafzimmer teilen, auswirkt. Hierfür wurden 300 Krankenhausmitarbeiter, die 2020 und 2021 nachweislich an Corona erkrankt waren, darum gebeten, anonym einen Fragebogen auszufüllen.

Corona: Studie aus Frankreich setzte sich mit Covid-19-Infektionen unter Paaren auseinander

In diesem Fragebogen musste nicht nur die jeweilige Blutgruppe angegeben werden, sondern auch, ob der Partner sich bereits mit Corona infizierte und wenn ja, welcher Partner zuerst infiziert war. Zudem sollte angegeben werden, wie lange es jeweils dauerte, ehe sich auch bei der zweiten Person Symptome wie bei einer Omikron-Infektion, Anzeichen für eine Corona-Infektion mit der Omikron-Unterform BA.2 oder Symptome vom Coronavirus im Allgemeinen zeigten.

Die Voraussetzung war hierbei, dass die Infektionen der Paare nicht länger als acht Tage auseinanderlagen. Anhand der erhobenen Daten konnten die Forscher Folgendes feststellen: eine Corona-Infektion fand am häufigsten statt, wenn die Blutgruppen der Partner kompatibel waren.

Blutgruppe des Menschen mit Einfluss auf das Risiko einer Corona-Infektion: Die wichtigsten Erkenntnisse

Das bedeutete nämlich, dass ihre Blutgruppen im Falle einer Transfusion zueinander passen und nicht verklumpen würden, wie es nun mal bei nicht-kompatiblen Blutgruppen der Fall ist. Bei 131 Paaren hätte ein Partner den anderen mit Corona infiziert. Hierbei waren 93 Blutgruppen kompatibel miteinander und 38 nicht.

  • Lag bei Paaren eine kompatible Blutgruppe vor, lag das Risiko einer Corona-Infektion bei 47,2 Prozent
  • Wenn bei Paaren die Blutgruppe nicht zusammenpasste, lag das Risiko einer Corona-Infektion hingegen nur bei 27, Prozent.
  • Die Erkenntnis der Forscher: Wenn Paare Blutgruppen aufweisen, die nicht zusammenpassen, ist ihr Risiko hinsichtlich einer Corona-Infektion um 41 Prozent geringer als bei Paaren mit Blutgruppen, die zusammenpassen.

Demgegenüber stehen 220 Paare, bei denen keine Corona-Ansteckung durch den Partner erfolgte. Hier waren 104 Blutgruppen kompatibel miteinander und 98 nicht. Deswegen gehen die Forscher aus Frankreich davon aus, dass eine Blutgruppen-Inkompatibilität gleichbedeutend mit einem geringeren Übertragungsrisiko einer symptomatischen Infektion ist.

Welche Blutgruppe jeweils mit den anderen Blutgruppen kompatibel ist

  • Blutgruppe 0- ist mit folgenden Blutgruppen kompatibel: 0-, 0+, B-, B+, A-, A+, AB-, AB+
  • Blutgruppe 0+ ist mit folgenden Blutgruppen kompatibel: 0+, B+, A+, AB+
  • Blutgruppe B- ist mit folgenden Blutgruppen kompatibel: B-, B+, AB-, AB+
  • Blutgruppe B+ ist mit folgenden Blutgruppen kompatibel: B+, AB+
  • Blutgruppe A- ist mit folgenden Blutgruppen kompatibel: A-, A+, AB-, AB+
  • Blutgruppe A+ ist mit folgenden Blutgruppen kompatibel: A+, AB+
  • Blutgruppe AB- ist mit folgenden Blutgruppen kompatibel: AB-, AB+
  • Blutgruppe AB+ ist mit folgenden Blutgruppen kompatibel: AB+

Corona-Infektion: Menschen mit Blutgruppe 0 weisen geringeres Risiko der Ansteckung auf

Was also konnten die Forscher aus Frankreich im Detail über den Zusammenhang von Blutgruppen und dem Risiko einer Corona-Infektion herausfinden? Die Datenauswertung hat ergeben, dass Menschen mit bestimmten Blutgruppen grundsätzlich unterschiedlich häufig von einer Corona-Infektion betroffen zu sein scheinen. Deshalb besteht auch ein unterschiedlich hohes Infektionsrisiko.

Das geringste Risiko einer Corona-Infektion, wo natürlich auch die Omikron-Variante mit ihren speziellen Symptomen reinspielt, weisen Menschen mit der Blutgruppe 0 auf. Das hat zumindest die französische Studie ergeben. Diese Personengruppe soll seltener an Covid-19 erkranken als Menschen mit anderen Blutgruppen.

Eine Einschränkung hinsichtlich der Menschen mit der Blutgruppe 0 wird dennoch formuliert. Sie können das Coronavirus nämlich gut an andere Menschen weitergeben und haben dementsprechend ein erhöhtes Risiko, zu sogenannten Superspreadern zu werden. Schließlich ist die Blutgruppe 0 mit allen Blutgruppen kompatibel. Und in Deutschland hätten laut „Focus Online“ rund 41 Prozent der Menschen eben jene Blutgruppe.

Risiko einer Corona-Infektion bei Menschen mit Blutgruppe AB am größten

Das höchste Risiko einer Corona-Infektion weisen laut der französischen Studie wiederum Menschen mit der Blutgruppe AB auf. Diese Personengruppe kann das Coronavirus jedoch nicht so gut weitergeben, da ihre Blutgruppe jene darstellt, die mit den wenigsten anderen Blutgruppen kompatibel ist. Und nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben Blutgruppe AB.

Dafür ist die Blutgruppe AB, die laut der Studie das höchste Risiko hinsichtlich einer Corona-Infektion darstellt, jedoch häufiger im arabischen und asiatischen Raum vertreten. Und laut „Focus Online“ hätten andere wissenschaftliche Arbeiten bereits gezeigt, dass Blutgruppe AB dort tatsächlich mit einem höheren Risiko einer Corona-Infektion in Zusammenhang steht.

Corona-Infektionen unter der Betrachtung von Blutgruppen: Studienergebnisse hätten 14 Prozent der möglichen Corona-Übertragungsfälle verhindert

Doch hat die Blutgruppen-Studie der Forscher aus Frankreich noch eine weitere Erkenntnis hervorgebracht. Denn tatsächlich seien Menschen mit der Blutgruppe A in absoluten Zahlen besonders häufig unter den Infizierten vertreten. Dies würde auch damit zusammenhängen, dass Blutgruppe A sehr häufig vorkommt.

Deswegen stellten die Wissenschaftler der Universität Nantes fest, dass die Blutgruppen-Kompatibilität respektive -Inkompatibilität einen Einfluss auf das Infektionsgeschehen in der Bevölkerung haben muss. Als Beispiel heißt es, dass in Frankreich 34 Prozent der Begegnungen Blutgruppen-inkompatibel sind.

Die abschließende Folgerung der Autoren: allein die Blutgruppen-Eigenschaften haben 14 Prozent der möglichen Corona-Übertragungsfälle verhindert. Ob dies womöglich auch Einfluss auf das erhöhte Risiko einer Corona-Infektion durch starken Pollenflug nimmt? * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Adrian Brockwell/imago

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