Tankrabatt: Benzinpreise fallen doch deutlich an der Tankstelle – eine Auswertung
Sinken oder steigen die Benzinpreise durch den Tankrabatt? Diese Frage hat sich am Mittwochmorgen endgültig geklärt. Eine Analyse von 400 Tankstellen zeigt das Ausmaß der Preissenkung.
Deutschland – Vor der Steuerentlastung wurde lange spekuliert: Sinkt der Preis für Benzin oder steigen die Preise an den Tankstellen sogar? Und wie sieht es mit den Preisen für Diesel aus? Eine Analyse von 400 Tankstellen zeigt nun: Die Preise sinken – und das deutlich schneller als erwartet.
Tankrabatt: Analyse von 400 Tankstellen zeigt fallende Preise durch den Tankrabatt
Durch das Entlastungspaket 2022 ist seit Mitternacht ist die Senkung der Energiesteuer gültig. Und dies führt zu teils deutlich sinkenden Preisen an Tankstellen. Das zeigt eine Auswertung der Preise an rund 400 Tankstellen in München, Berlin und Hamburg am Mittwoch, 1. Juni 2022, zwischen 6 und 7 Uhr, die der dpa vorliegt. So habe es bei der überwiegenden Mehrheit bereits nach nur wenigen Stunden der Steuersenkung einen Preisfall gegeben.
Fällt der Benzinpreis? Diskussionen um Steuerentlastung und Tankrabatt
Immer wieder sind Diskussionen aufgekommen, ob der Benzinpreis durch das Entlastungspaket 2022 fällt. Grund dafür ist, dass die Raffinerien die Steuerentlastungen erhalten und nicht die Tankstellen selbst. Aus diesem Grund wurden alle Benzinvorräte, die die Tankstellen vor Mitternacht hatten, mit dem normalen, höheren Steuersatz belastet wurden.
Tankstellen-Preise: Bundeskartellamt kann hohe Preise durch Tankrabatt nicht einfach verbieten
Wie viel das Benzin an der Tankstelle kostet, bestimmen dabei die Tankstellenbetreiber und die Mineralölkonzerne. Diese sind nicht zur Weitergabe der Steuersenkung verpflichtet. Aus diesem Grund will sich das Bundeskartellamt die Entwicklungen am Mittwoch genau beobachten. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland betonte Präsident Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, jedoch, dass ihnen in gewisser Weise die Hände gebunden sind. Denn als Wettbewerbsbehörde können auch sehr hohe Preise nicht einfach verboten werden, da diese auch im Wettbewerb entstehen könnten. Für ein kartellrechtswidriges Verhalten der Branche, das mit hohen Bußgeldern geahndet werden könne, gebe es bisher keine Hinweise.
Benzin-Preise fallen: Tankrabatt macht 35 Cent pro Liter aus
Insgesamt 400 Tankstellen wurden über die Homepage des ADAC am Dienstag und Mittwoch jeweils zwischen 6 und 7 Uhr abgerufen und verglichen. Der Liter des Kraftstoffs Super E10 kostete am Mittwoch bereits an 350 Tankstellen weniger als 1,90 Euro. Am Dienstag habe es hingegen nur eine einzige Tankstelle gegeben, die für den Kraftstoff einen Preis von unter zwei Euro angeboten habe – bei den meisten Anbietern lag der Preis zwischen 2,10 und 2,30 Euro. Durch die Steuerentlastung liege der Preisunterschied für Superbenzin bei etwa 35 Cent pro Liter. Laut dpa sei dies jedoch nur eine grobe Schätzung. Für eine exakte Bewertung der Preislage sei es zu früh.
Preise an Tankstellen fallen: Teils direkt nach Mitternacht Benzin-Preise gesenkt
Wie die Preise an den Tankstellen fallen, zeigt eine Collage einer Tankstelle in Bonn – wenige Minuten vor (links) und nach (rechts) Mitternacht. Die Preise wurden hier unverzüglich gesenkt.
Steuersenkung an Tankstelle: Diesel-Preise unter zwei Euro
Auch für Diesel müssten die Menschen heute nicht ganz so tief in die eigene Tasche greifen. Am Mittwoch, 1. Juni 2022, habe der Kraftstoff selten mehr als zwei Euro gekostet. Am Dienstag hätten etwa die Hälfte aller untersuchten Tankstellen mehr als 2,10 Euro verlangt. Die Entlastung durch die Steuersenkung liege insgesamt bei knapp 17 Cent pro Liter Diesel. Ob es deshalb zu dem erwarteten Ansturm auf die Tankstellen in Deutschland kommt, ist derzeit noch unklar.
Preissenkung an den Tankstellen: hoher Wettbewerbsdruck könnte Grund sein
Trotz der vorherigen Diskussionen um die Steuersenkung ist es zu deutlichen Preissenkungen gekommen. Experten sind sich noch nicht einig, warum dies der Fall ist, obwohl der jetzt ausgegebene Kraftstoff unter die höhere Besteuerung fällt. Dass die Mehrheit der Tankstellen so agieren, könnte laut dpa eine Folge der öffentlichen Aufmerksamkeit und des hohen Wettbewerbsdrucks sein. (mit Material der dpa)
