Unwetter legt Zugverkehr lahm

Alarmstufe Rot: Sturmtief Poly fordert zwei Menschenleben – Orkan und Wetterchaos in Deutschland

Sturmtief Poly forderte am Mittwoch Todesopfer in den Niederlanden und in Deutschland. Die Unwetterwarnungen sind inzwischen aufgehoben.

Update vom 6. Juli, 6.44 Uhr: Mit orkanartigen Böen ist Sturmtief Poly am Mittwoch erst über die Niederlande, dann über Deutschland gezogen. Besonders Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein waren betroffen. Im Emsland starb eine 64-jährige Frau. Auch in den Niederlanden forderte der außergewöhnliche Sommersturm ein Todesopfer. Nach Polizeiangaben starb eine 51-jährige Frau, als ein Baum auf ihr Auto fiel.

„Solch ein Orkan im Sommer tritt alle 30 Jahre auf. Das ist wirklich ein sehr seltenes Ereignis“, sagte Wetterexperte Frank Böttcher beim NDR.

Für den Norden Deutschlands hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 130 km/h gewarnt. Maximal wurden 119 km/h am Strand von Esens-Bensersiel in Ostfriesland gemessen. Die Alarmstufe Rot wurde am Mittwochabend nach und nach aufgehoben.

Sturmtief Poly zieht nach Schweden ab. Der DWD erwartet am Donnerstag ruhigeres Wetter. An den Alpen kann es jedoch noch vereinzelt kräftige Gewitter geben.

Update vom 5. Juli, 20.31 Uhr: Mit Blick auf die erwarteten Böen, die bis zu 130 Kilometern pro Stunde erreichen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD): „Das ist für einen Sommersturm schon wirklich extrem.“ Dazu waren teils starker Regen und einzelne Gewitter in den Küstenregionen im Norden und weiten Teilen von Niedersachsen und Bremen vorausgesagt. Viele Fähren – unter anderem bei Baltrum, Langeoog, Wangerooge und zwischen Cuxhaven und Helgoland – fuhren nach Angaben der Betreiber ab Mittwochmittag nur eingeschränkt oder blieben gleich im Hafen.

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr rückten in den betroffenen Regionen zu Hunderten Einsätzen aus. Wie groß das Ausmaß der Verwüstung durch das Unwetter ist, wurde sogar auf Video aufgenommen. Zu den Einsätzen gehörten beispielsweise Äste, die zu fallen drohten. Durch Bäume, die auf Gleise geweht wurden, kam es auch zu Störungen bei der Bahn, wie etwa in Niedersachsen.

Orkantief Poly sorgt in Nordeutschland für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr, wie hier im Kreis Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein).

Alarmstufe Rot: Sturmtief Poly fordert zwei Todesopfer – Orkan und Wetterchaos in Deutschland

Update vom 5. Juli, 17.22 Uhr: Sturmtief Poly zieht langsam ostwärts. Auf der Nordseeinsel Spiekeroog verzeichnete der DWD am Mittwochnachmittag Windgeschwindigkeiten von 108 km/h. Die „bisherigen Spitzenböen“ lieferte der DWD via Twitter: Hallig Hooge 102 km/h, Leuchtturm Kiel 98 km/h, Bremerhaven 95 km/h, Büsum 93 km/h.

Sturmtief Poly: DWD warnt vor Orkanböen bis 130 km/h

Update vom 5. Juli, 16.14 Uhr: In den nächsten Stunden erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) die stärksten Sturmböen mit Orkanstärke (bis 130 km/h) im Norden des Landes. Alarmstufe Rot gilt aktuell in Schleswig-Holstein und Hamburg, Bremen und Niedersachsen.

Umgestürzte Bäume und abgerissene Äste halten die Feuerwehr Bremerhaven (Bremen) auf Trab. Zehn sturmbedingte Einsätze seien bislang am Mittwochnachmittag verzeichnet worden. Auch das Dach eines Zweifamilienhauses sei durch Sturmtief Poly beschädigt worden.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein) meldet die Feuerwehr 17 Einsätze, meist wegen umgestürzter Bäume auf Landstraßen, sowie auf der Autobahn A7. Verletzte habe es bisher keine gegeben.

Orkantief Poly sorgt in Nordeutschland für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr, wie hier im Kreis Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein).

Sturmtief Poly: Bahn meldet Ausfälle im Zugverkehr

Update vom 5. Juli, 14.26 Uhr: Der Zugverkehr im Norden ist teils eingestellt. ICE-Züge Frankfurt, Köln und Amsterdam verkehren aktuell nicht, twittert die Deutsche Bahn. IC-Züge auf der Strecke Berlin, Hannover und Amsterdam würden zurzeit nur zwischen Berlin und Bad Bentheim verkehren.

Sturmtief Poly fordert erstes Todesopfer in Deutschland

Update vom 5. Juli, 13.54 Uhr: Sturmtief Poly wütet in Deutschland. In Niedersachsen ist eine Frau (64) von einem Baum erschlagen worden, berichten übereinstimmend mehrere Medien. Die Fußgängerin sei in Rhede im Emsland war mit ihrem Hund spazieren. Sie wurde von einem entwurzelten Baum getroffen und erlag nach Polizeiangaben noch vor Ort ihren Verletzungen. In einer früheren Version hieß es, ein Mann sei ums Leben gekommen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Sturm- und Orkanböen im nördlichen Emsland und Ostfriesland bis zum Jadebusen. In der Region werden bis Mittwochabend Böen bis zu 130 km/h erwartet.

„Je küstennäher man ist, desto gefährlicher ist es“, sagte ein Sprecher des DWD. Aber auch im Landesinneren soll der Wind mit mehr als 100 km/h über Bremen und Niedersachsen fegen.

Sturmtief Poly wüten in den Niederlanden – mindestens ein Todesopfer

Update vom 5. Juli, 13.46 Uhr: Entwurzelte Bäume und fliegende Äste – in den Niederlanden sorgte Sturm Poly am Mittwochvormittag für Chaos. Eine Frau (51) kam ums Leben, als ein Baum auf ihr Auto stürzte. Erst um 7 Uhr sei die Alarmstufe Rot ausgerufen worden, berichten niederländische Medien.

Gefährlicher Orkan „Poly“: Bilder zeigen das Ausmaß – Bäume in Bremerhaven umgekippt

Erste Ausläufer des Sturmes haben Bremen erreicht. Bereits jetzt knicken erste Bäume um.
Erste Ausläufer des Sturmes haben Bremerhaven erreicht. Bereits jetzt knicken erste Bäume um. © Feuerwehr Bremerhaven
Teilweise knicken die Bäume in Bremerhaven einfach direkt am Wurzelteller ab. Der Sturm beginnt nun langsam.
Teilweise knicken die Bäume in Bremerhaven einfach direkt am Wurzelteller ab. Der Sturm beginnt nun langsam. © Feuerwehr Bremerhaven
In den Niederlanden hatten die Einsatzkräfte viel zutun. Auch in Niedersachsen und Hamburg rüsten sich die Retter für den Sturm.
In den Niederlanden hatten die Einsatzkräfte viel zutun. Auch in Niedersachsen und Hamburg rüsten sich die Retter für den Sturm „Poly“. © IMAGO/ANP
Die Autobahn A9 in den Niederlanden wurde durch den Sturm „Poly“ unpassierbar. Mehrere Bäume knickten einfach um.
Die Autobahn A9 in den Niederlanden wurde durch den Sturm „Poly“ unpassierbar. Mehrere Bäume knickten einfach um. Ein Vorgeschmack auf das, was Niedersachsen im Laufe des Tages erwartet. © IMAGO / ANP
Der Sturm „Poly“, der nun auf Niedersachsen und Hamburg trifft, hat in den Niederlanden bereits ganze Bäume entwurzelt.
Der Sturm „Poly“, der nun auf Niedersachsen und Hamburg trifft, hat in den Niederlanden bereits ganze Bäume entwurzelt. © IMAGO/ANP
Der Sturm „Poly“ hat an den Bäumen viel Angriffsfläche. Ob der Sturm solche Bilder wie in den Niederlanden auch in Niedersachsen und Hamburg anrichten wird, ist noch ungewiss.
Der Sturm „Poly“ hat an den Bäumen viel Angriffsfläche. Ob der Sturm solche Bilder wie in den Niederlanden auch in Niedersachsen und Hamburg anrichten wird, ist noch ungewiss. © IMAGO/ANP
Poly hat in den Niederlanden größeren Schaden angerichtet. Auch Autos wurden durch Bäume getroffen und zerstört.
„Poly“ hat in den Niederlanden größeren Schaden angerichtet. Auch Autos wurden durch Bäume getroffen und zerstört. Auch Niedersachsen droht dieses zerstörerische Ausmaß. © IMAGO/ANP

Es herrscht Alarmstufe Rot: Sturmtief Poly rauscht an – Orkan und Wetterchaos in Deutschland

Erstmeldung vom 5. Juli 2023

Kassel – Alarmstufe Rot! Es ist eine brisante Wetterlage in Deutschland. Für diese Jahreszeit ist ein „Sommersturm“ mit Orkanböen von bis zu 140 km/h außergewöhnlich und extrem gefährlich. Bäume stehen voll im Laub und bieten bei diesen Windgeschwindigkeiten eine große Angriffsfläche. Selbst wo nur Sturmböen (80 km/h) erwartet werden, könnten die Folgen erheblich sein, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Dazu ist mit lokalen Gewittern und Starkregen sowie Hagel zu rechnen.

Unwetter-Alarm in Deutschland: DWD warnt vor Orkantief Poly – Wetterexperte warnt vor Chaos

Poly ist ein kleines, aber starkes Sturmtief. Es entwickelt sich am Mittwoch (5. Juli) recht schnell. In wenigen Stunden fegt Poly nach aktuellen Prognosen der Wetterexperten, erst über die Nordsee und dann über Deutschland hinweg. Die Kaltfront quert von West nach Ost.

„Ab den Mittagsstunden wird im Nordwesten teilweise Chaos herrschen, das gilt für Bahn- und Straßenverbindungen, dann Bäume werden umstürzen und Verbindungen blockieren“, prophezeit Meteorologe Dominik Jung Chef vom Wetterdienst Q.met. Besonders im Norden ist die Lage extrem: „An der Nordsee droht voller Orkan und das mitten in der Urlaubszeit. Die Campingplätze sind gut besucht. Da sollte man sich schnellstmöglich in Sicherheit begeben. An der Nordsee besteht zudem die Gefahr einer Sturmflut!“

Beaufort-Skala/ Grad *BezeichnungWindgeschwindigkeit Kilometer pro Stunde (km/h)Beispiele für die Auswirkungen des Windes im Binnenland
Bft 7steifer Wind50 bis 61 km/hfühlbare Hemmungen beim Gehen gegen den Wind, ganze Bäume bewegen sich
Bft 8stürmischer Wind62 bis 74 km/hZweige brechen von Bäumen, erschwert erheblich das Gehen im Freien
Bft 9 Sturm75 bis 88 km/hÄste brechen von Bäumen, kleinere Schäden an Häusern (Dachziegel oder Rauchhauben abgehoben)
Bft 10schwerer Sturm89 bis 102 km/hWind bricht Bäume, größere Schäden an Häusern
Bft 11orkanartiger Sturm103 bis 117 km/hWind entwurzelt Bäume, verbreitet Sturmschäden
Bft 12 Orkanab 118 km/hschwere Verwüstungen

*Quelle: Ausschnitt DWD Beaufort-Skala

Orkantief Poly fegt über Deutschland: So sieht der Unwetterfahrplan am Mittwoch aus

Die deutsche Nordseeküste sowie Teile von Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein werden am Mittwoch laut Wetterexperte Jung besonders betroffen sein. „Die Wetterlage ist heute Mittag und am Nachmittag sehr gefährlich!“

Sturmtief Poly fegt über Deutschland: Der DWD warnt vor Orkanböen im Norden.

Der DWD fasst die Wetterlage und Warnlage am Mittwoch (5. Juli) wie folgt zusammen:

  • Alarmstufe Rot herrscht bereits in weiten Teilen des Nordens und Nordwestens.
  • Höhepunkt des Sturmtiefs ist auch laut dem Deutschen Wetterdienst gegen Mittag und Nachmittag.
  • Schleswig-Holstein und an der Ostsee gegen Abend teils schwere Sturmböen Bft 10, vom Emsland bis nach Schleswig-Holstein vereinzelt orkanartige Böen Bft 11.
  • An der Nordsee und im direkt angrenzenden Binnenland orkanartige Böen oder Orkanböen Bft 11 bis 12 (100 bis 130 km/h).

Bis zum späten Mittwochabend droht im Raum Bremen, dann Hamburg und schließlich Schleswig-Holstein eine hohe Sturmgefahr. Dann erst schwächt sich Orkantief Poly ab. Die Aussichten in den nächsten Tagen sind wechselhaft, mit einzelnen Schauern und Gewittern.

Extremwetter in Deutschland: Nach Sturmtief Poly folgt kurze Hitzewelle

Nach dem Sturmtief Poly folgt Hitze. Hochdruckeinfluss setzt bis zum Freitag immer mehr durch. Samstag und Sonntag steigen die Temperaturen. „In der Spitze nähern wir uns mit den Temperaturen sogar wieder der 40-Grad-Marke“, teilt Meteorologe Dominik Jung in einer Pressemitteilung mit. Ob es tatsächlich so heiß wird, bleibt abzuwarten.

DWD rechnet in seiner 10-Tages-Vorhersage (Stand Dienstag, 4. Juli) am Freitag mit Höchstwerten von 25 bis 30 Grad, im Westen Deutschlands bis 32 Grad. Hitzetag ist demnach der Sonntag: „Sehr heiß bei 29 bis 35 Grad, am Oberrhein örtlich bis 37 Grad.“(ml/dpa)

Rubriklistenbild: © Kreisfeuerwehrverband Rendsburg-Eckernförde/Screenshot DWD

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