Erreger im Wasser

Tödliche Gefahr? Besitzer warnt vorm Hundebaden in der Ostsee

Kein Einzelfall: Ein Hundebesitzer beichtet von einer Infektion seines geliebten Vierbeiners nach dem Baden in der Ostsee. Auch das RKI warnt vor gefährlichen Erregern.

Rügen – Planen Sie einen Ostsee-Urlaub mit Hund, sollten Sie folgendes beachten: Nicht nur die Suche nach einer hundefreundlichen Unterkunft gestaltet sich häufig schwierig, weshalb einige mit ihrem Hund lieber auf dem Campingplatz Urlaub machen. Auch das Hundebaden im Meer ist mit Vorsicht zu genießen.

„Nach wenigen Tagen ging es ihr nicht gut“: Hündin infiziert sich beim Baden in der Ostsee

Wie ein Spielplatz für Hunde: spezielle Strandabschnitte an deutschen Küstenregionen laden zum Toben und Spielen ein. Ein idyllisches Bild, wie die Vierbeiner glücklich über den Sand fegen und sich zwischenzeitlich im Meer abkühlen. Für eine Hündin hatte eine solche Ostsee-Auszeit allerdings unangenehme Folgen. Weil es ihr nach dem Schwimmen nicht gut ging, suchte ihr Besitzer eine Tierärztin auf. Der Hundebesitzer teilte seine Erfahrung in einer Facebook-Gruppe.

Sie erklärte uns knallhart, dass wir es lieber lassen sollen, den Hund in die Ostsee zu lassen, wenn wir ihn nicht verlieren wollen.

Beitrag eines Ostsee-Urlaubers in einer Facebook-Gruppe

Der Rügen-Urlauber führt weiter aus, dass die Ärztin schon einige Tiere einschläfern lassen musste. Die Ostsee und besonders einige Strandabschnitte auf Rügen seien bekannt dafür, dass sich dort gefährliche Erreger bilden. Bei hohen Temperaturen, wenig Wind und geringen Strömungen sei die Gefahr besonders hoch. Eine Nutzerin kommentiert: „Wir fahren bevorzugt nach Rügen mit unseren Hunden, allerdings nur in der Vor- und Nachsaison. Da fehlt der Faktor Wärme.“ Eine Lösung, die wahrscheinlich nicht jedem Besitzer gefällt. Schließlich setzen viele auf Wärme und Sonne in der Urlaubszeit.

Hundebesitzer aufgepasst: Bei hohen Temperaturen besteht eine hohe Infektionsgefahr an der Ostsee

Das Robert Koch Institut (RKI) bestätigt: Die Gefahr einer Ausbreitung von Krankheitserregern nimmt bei steigenden Temperaturen zu. Neben einer Anhäufung von Blaualgen und weißem Phosphor ist die Ostsee dann häufig von einem Vibrionenbefall betroffen. Im Gegensatz zur Nordsee ist der Salzgehalt in der Ostsee eher moderat, was zu einem verstärkten Aufkommen der gefährlichen Vibrionen-Spezies Vibrio vulnificus und Vibrio cholerae non-O1 führt.

Nicht-Cholera-Vibrionen

Es handelt sich bei dieser Vibrionenart um stäbchenförmige Bakterien, die sich in Gewässern mit einer moderaten Salzkonzentration von 0,5 bis 2,5 Prozent und einer Temperatur von über 20 Grad vermehren. Neben Tieren sind Kinder und ältere Menschen häufig betroffen.

Nicht-Cholera-Vibrionen, die in Deutschland verbreitet sind, führen anders als Cholera-Vibrionen nicht zu endemischen Erkrankungen. Und dennoch ist eine Infektion auch hierzulande nicht zu unterschätzen. Laut RKI kann diese zu sichtbaren Wunden, Fieber, Sepsis und bei schlimmeren Erkrankungen zu einer Amputation von Gliedmaßen führen. In Ausnahmefällen endet eine Infektion sogar tödlich.

Hunde-Badespaß mit Folgen: Im Sommer besteht in der Ostsee eine hohe Infektionsgefahr. (Symbolfoto)

Eine Besserung der Lage ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: „Im Zuge des Klimawandels können sie durch steigende Wassertemperaturen häufiger und damit ein zunehmendes Gesundheitsrisiko werden“, so das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde.

Rubriklistenbild: © imago images

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Frech und pfiffig: Diese Pferderassen haben es faustdick hinter den Ohren

Frech und pfiffig: Diese Pferderassen haben es faustdick hinter den Ohren

Kanufahren, Demokratieworkshop und sportliche Wettkämpfe

Kanufahren, Demokratieworkshop und sportliche Wettkämpfe

Die Bildergalerie der Bands: Das war am Samstag auf den Hurricane-Bühnen los

Die Bildergalerie der Bands: Das war am Samstag auf den Hurricane-Bühnen los

Hurricane Festival 2026: Die Fotos vom Sonntag

Hurricane Festival 2026: Die Fotos vom Sonntag

Kommentare