Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft
Wegen 49-Euro-Ticket: Gewerkschaft befürchtet Zugausfälle
Vor der Einführung des 49-Euro-Tickets fordert die EVG einen personellen Ausbau bei der Deutschen Bahn. Andernfalls würde es vermehrt zu Zugausfällen kommen.
Berlin – Nicht wenige Bahnbeschäftigte zeigten sich erleichtert über das Ende des 9-Euro-Tickets. Ende August 2022 verzeichneten die Verantwortlichen demnach eine enorm hohe Überlastung. Aus Kreisen der Bundesregierung heißt es, dass Millionen von Menschen die Antwort auf Energiekrise und den damit verbundenen Anstieg der Lebenshaltungskosten genutzt hätten. Bei der Bahn hätte sich das am Material wie am Personal bemerkbar gemacht.
Überstunden, Krankheitsfälle, schlichtweg mangelndes Personal auf der einen, kaputte Aufzüge, Sitze oder Toiletten auf der anderen Seite: Wenige Monate vor der offiziellen Einführung des 49-Euro-Tickets warnt die Gewerkschaft EVG vor Problemen, die ein weiteres Mal bevorstehen könnten.
49-Euro-Ticket: Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft warnt vor personellen Engpässen
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) spricht die Gewerkschaft, die sich für die Belange der Bahnbeschäftigten starkmacht, von mangelndem Personalkapazitäten, die Szenarien aus dem Sommer zum Dauerzustand erklären könnten. Am 1. April 2022 soll das 49-Euro-Ticket erstmals an den Start gehen. Laut Aussagen von EVG-Vorstand Martin Burkert ist schon jetzt davon auszugehen, dass der Bund auf steigende Kosten mit zusätzlichem Budget reagieren müsse.
Die Ansprüche des 49-Euro-Tickets würden einen Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPVN) erfordern. „Das neue 49-Euro-Ticket braucht auch die Akzeptanz bei den Beschäftigten“, sagt der Verantwortliche gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Krankmeldungen hätten in Summe einen Anteil von 30 Prozent ausgemacht. Dazu kamen eine Vielzahl an Überstunden – unter Berufung auf die dpa berichtet das ZDF von über sechs Millionen betroffenen Beschäftigten.
Wegen 49-Euro-Ticket: EVG fürchtet den „klimapolitischen Totalschaden“
Im Laufe der Zeit des 9-Euro-Tickets kam es vermehrt dazu, dass Zugfahrpläne nicht mehr eingehalten werden konnten – Verzögerungen bis hin zu Ausfällen als Folge. Burkert bezeichnet es als „klimapolitischen Totalschaden“, den es zweifelsohne zu verhindern gilt.
24.000 Bahn-Beschäftigte, die 2022 eingestellt worden sein, hätten den Mangel an Personal kompensieren können. Gründe wie niedriger Lohn, mangelnder Wohnraum oder Schichtdienst hätten laut zdf.de veranlasst, dass rund die Hälfte der Neuangestellten die Deutsche Bahn (DB) wieder verlassen hätten. Neben einem personellen Ausbau fordert der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft nun eine bessere materielle Ausstattung. Defekte Toiletten, Sitze oder Griffe hätten gezeigt, dass sie kaum einer solchen Menschenmasse gerecht werden könne.
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