„Kann helfen“

Wie Steve Jobs mit Menschen sprach, machte ihn erfolgreich

Der charismatische Apple-Gründer Steve Jobs im schwarzen Rollkragen-Pullover überzeugte Millionen. Eine Rhetorik-Expertin beleuchtet sein Erfolgsrezept.

Manche Menschen besitzen eine magnetische Ausstrahlung, begeistern Millionen. Sie haben Charisma. Dem Apple-Gründer Steve Jobs schreiben viele diese Eigenschaft zu. Ob Apple-Fan oder nicht: Millennials erinnern sich wohl alle an seine legendären Präsentationen der neusten Produkte. Doch was machte Steve Jobs so erfolgreich?

Ein Unternehmer ist überzeugt davon, es hänge mit Steve Jobs Blickkontakt zum Publikum zusammen. Beatrix Schwarzbach weiß, wie Steve Jobs es schaffte, das Publikum im Raum und vor den Bildschirmen für sich zu gewinnen. Sie ist Rhetorik- und Kommunikationsexpertin. Fast zwanzig Jahre nach Steve Jobs iPhone-Präsentation sei es schwer, nur über Videoaufnahmen Aussagen über die Qualität des Augenkontakts zu treffen. Aber: „Blickkontakt ist ein sehr wichtiges Ausdrucksmittel in Präsentationen. Er schafft diesen Moment der Verbindung, in dem das Publikum denkt: ‚Das, was gesagt wird, ist für mich.‘“, sagt Schwarzbach.

Was Blickkontakt schwieriger machen könne, gerade in großen Bühnen-Situationen, sei die Beleuchtungssituation. Je mehr Scheinwerferlicht auf die redende Person strahle, umso schwieriger sei es. Bei Steve Jobs iPhone-Präsentation sei das Publikum nicht komplett abgedunkelt gewesen – es habe noch Restlicht gegeben. „Das kann helfen“, sagt die Expertin BuzzFeed News Deutschland von Ippen.Media.

2007 präsentierte Steve Jobs begeistert das erste iPhone in San Francisco. (Archivbild)

Steve Jobs Angewohnheit auf der Bühne unterscheidet ihn von anderen erfolgreichen Menschen

Schwarzbach fällt an Steve Jobs Präsentationen auf, dass er ein sehr ausgeprägtes Bewegungsverhalten auf der Bühne gezeigt habe. Phasen, in denen er steht und zum Publikum spricht, wechseln sich mit Phasen ab, in denen er sprechend über die Bühne geht. Dadurch komme eine starke Raumwirkung zustande. Dabei bewege er sich „relativ ruhig und gelassen, sodass Zuschauende den Eindruck haben, er fühlt sich richtig wohl auf der Bühne“, sagt Schwarzbach.

Besonders deutlich fällt der Rhetorikexpertin auf, wie Steve Jobs mit dem Publikum interagiert hat. Er habe humorvolle Momente geschaffen, Reaktionen aus dem Publikum aufgenommen oder einfach thematisiert, was gerade im Raum passiert. Zum Beispiel, wenn eine Internetverbindung nicht funktionierte. Das gelang ihm, weil er perfekt vorbereitet gewesen sei. „Er wusste in jeder Minute, was er sagen wollte. Diese Sicherheit gab ihm Raum für kleine Improvisationen“, sagt Schwarzbach.

Wie Steve Jobs bei den Menschen den „Haben-Wollen-Effekt“ augelöst hat

Blickkontakt, seine Bewegungen auf der Bühne und die Interaktionen mit dem Publikum: Das ergebe das Gesamtbild einer Person, die sich auf der Bühne zu Hause fühle und sich ihrer Wirkung bewusst sei. Das schaffe eine sehr souveräne, selbstbewusste, Ausstrahlung und sei möglicherweise dann auch das, was die Leute als Charisma wahrnehmen.

Apple war viele Jahre das wertvollste Unternehmen an den US-Börsen. Viel von seinem Erfolg verdankt der Tech-Konzern Steve Jobs. Die Expertin verrät, wie er das geschafft haben könnte: „Wenn ich im Publikum sitze und einen so charismatischen Menschen sehe, der überzeugt von seinem Produkt ist, vermittelt das Glaubwürdigkeit und Vertrauen und ich denke: ‚Wow, das ist ein cooler Typ und ein cooles Produkt.‘ Das kann den Haben-Wollen-Effekt auslösen.“

Rubriklistenbild: © ZUMA Press/Imago

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