Hurricane-Chef Folkert Koopmans:
"Die Region profitiert erheblich"
Scheeßel - Lidl auf dem Festival? Diese Neurung beim Hurricane-Festival sorgt für heiße Debatten. Ist das noch Rock'n'Roll? Das könnte eine der weniger wichtigen Fragen sein.
Allerdings haben sich Teile der örtliche Gewerbetreibenden und auch die Politik kritisch geäußert. Die Befürchtung: Die Einnahmen, die aus dieser Mammutveranstaltung generiert werden, fließen am Ort vorbei. Wir hatten hier berichtet.
In der Debatte bezieht nun auch Folkert Koopmans, Geschäftsführer des Veranstalters FKP Scorpio, Stellung: "Nachdem wir über Jahre hinweg immer wieder Beschwerden bekamen über fehlende Einkaufswagen/Forderungen nach Toiletten vor den Supermärkten/Reinigung und die Umsätze heruntergespielt wurden, haben wir nun die Möglichkeit gehabt, diese Probleme zu lösen." Darüber hinaus sei ein Supermarkt auf dem Gelände keine Neuigkeit, mit Lidl werde nur das Sortiment wesentlich verbessert.
Befürchtungen einiger Supermärkte, dass es zum regelrechten Leergut-Tourismus kommt, entgegnet Koopmans: "Wir haben seit Jahren als eines der wenigen Festivals in Deutschland auf dem Gelände Pfandautomaten, sodass die Leergutproblematik nicht entsteht. Dieses Mal haben wir direkt vorm Supermarkt vier grosse Pfandautomaten aufgestellt."
Die Kooperation mit den örtlichen Behörden und auch Gewerbetreibenden sei stets gut gewesen. Allerdings gebe es auch Grenzen des Möglichen: "Die Forderung, den Ticketverkauf vor Ort durchzuführen, ist leider absolut unrealistisch. Das ist ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert. Heutzutage werden Karten online gekauft."
Insgesamt profitiere die Region "ganz erheblich" von einem Festival wie dem Hurricane. Bei einer Wertschöpfung von insgesamt rund acht Millionen Euro blieben rund 1,3 Millionen Euro in der Region. Profitieren würden Hotels, Supermärkte, Tankstellen und viele Freizeiteinrichtungen, in denen so mancher Festivalbesucher nach der Party den Urlaub fortsetze. (mk)
