Shell-Report
Elektroauto: Reichweitenangst sinkt – obwohl viele Besitzer keine eigene Ladestation zu Hause haben
Laut einer Umfrage unter Elektroautobesitzern haben 44 Prozent keine eigene Ladestation zu Hause. Dennoch sinkt offenbar die Reichweitenangst.
Noch immer kommt es oft zu heißen Diskussionen, wenn es um das Thema Elektroauto geht – auch, wenn einige der Vorbehalte gegen Stromer so langsam überholt sind. Wie kürzlich eine Diskussion auf Reddit zeigte, zögern noch immer viele Menschen mit dem Kauf eines E-Autos, weil sie es als zu teuer empfinden und fehlende Lademöglichkeiten bemängeln. Als eines der Standard-Argumente gegen Stromer wird häufig eine zu geringe Reichweite ins Feld geführt. Doch auch dies scheint sich zu ändern, wie nun eine Umfrage zeigt.
Umfrage zeigt: Vertrauen in die Reichweite von Elektroautos steigt
Laut dem Shell EV Driver Survey Report 2023 steigt das Vertrauen in die Reichweite von Elektroautos. So gaben im Jahr 2023 47 Prozent der Befragten an, ihr Fahrzeug nicht mehr täglich aufladen zu müssen – im Vorjahr hatten dies lediglich 21 Prozent erklärt. Und hatten im Jahr 2022 noch 60 Prozent angegeben, dass die Reichweite eines der Top-3-Probleme bei der E-Mobilität sei, waren es in diesem Jahr nur noch 50 Prozent. Nur 14 Prozent erklärten, mit ihrem Elektroauto auf längere Fahrten zu verzichten.
Dennoch sind Batterien mit einer höheren Reichweite der Umfrage zufolge immer noch der größte Wunsch der E-Auto-Fahrer. Auf Platz zwei folgt eine bessere Verfügbarkeit öffentlicher Ladestationen, vor niedrigeren Anschaffungskosten von Stromern auf dem dritten Rang. Höhere Ladegeschwindigkeiten und zuverlässigere öffentliche Ladestationen machen Platz vier und fünf der Wunsch-Rangliste aus. Zumindest in einigen der Problemfelder sollte sich in naher Zukunft einiges tun: Toyota beispielsweise hat für 2026 eine neue Generation von E-Autos mit Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometern angekündigt, und schon 2024 soll eine besonders schnelle Ladetechnik verfügbar sein.
Verbesserungsbedarf: Viele E-Autofahrer nutzen mehrere Ladekarten und Apps
Störend ist für viele E-Autofahrer noch, dass sie teils mehrere Ladekarten benötigen und mehrere Apps nützen müssen, um ihr Elektroauto zu laden, beziehungsweise zu verwalten. Immerhin zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Verbesserung: Die Zahl der Befragten, die vier oder mehr Ladekarten besitzen, ging um acht Prozent zurück. Die Flut der Apps, die Fahrer von Elektroautos nutzen, blieb jedoch ungefähr gleich: 23 Prozent der Befragten haben auf ihrem Smartphone mehr als vier Apps installiert. 13 Prozent gaben sogar an, mehr als sechs Apps installiert zu haben. Meistens werden die Apps für die Suche nach öffentlichen Ladesäulen eingesetzt, beziehungsweise für deren Nutzung.
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Öffentliches Laden: 44 Prozent haben zu Hause keine eigene Ladestation
Laut dem Report haben 42 Prozent der Befragten innerhalb des vergangenen Jahres und 67 Prozent innerhalb der vergangenen zwei Jahre ein E-Fahrzeug erworben – 87 % der befragten E-Autofahrer haben ihr Fahrzeug als Neuwagen gekauft. Interessant: Der Umfrage zufolge haben 44 Prozent der E-Autobesitzer keine eigene Ladestation, auch Wallbox genannt (der ADAC hat kürzlich erst einige getestet), zu Hause – das ist eine Steigerung um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dem Report zufolge sei das eine Chance für Unternehmen, sich durch Lademöglichkeiten beim Einkauf oder in der Freizeit bei E-Auto-Fahrern positiv einzubringen. Auf diese Art könnten Kunden gewonnen und deren Verweildauer erhöht werden.
Für den EV-Report von Shell wurden rund 25.000 Nutzer von Elektrofahrzeugen aus Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Italien befragt.
Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago
