Teils massive Mängel

Günstige Elektroautos im ADAC-Test: Was bieten die Modelle unter 30.000 Euro?

Der ADAC hat drei Elektroautos in einer niedrigen Preisklasse unter die Lupe genommen. Zwei Modelle versagten in einer Kategorie komplett.

Die Suche nach einem erschwinglichen Neuwagen gestaltet sich derzeit schwierig: Laut einer aktuellen Untersuchung sind lediglich vier Neufahrzeuge für weniger als 15.000 Euro erhältlich. Bei Elektrofahrzeugen ist die Auswahl noch begrenzter: Nur drei Modelle sind laut ADAC bei den Massenproduzenten für einen Listenpreis von unter 30.000 Euro verfügbar. Der Automobilclub hat diese drei preiswerten Modelle getestet – mit überraschenden Ergebnissen.

Getestete Einsteiger-Elektroautos: Das sind die Preise der drei Modelle 

Die drei geprüften Stromer für Einsteiger sind der Fiat 500e (ab 29.990 Euro), der Dacia Spring (ab 22.750 Euro, getestet wurde das leistungsstärkere Modell für 24.550 Euro) und der Renault Twingo Electric (28.000 Euro). Wer sein Fahrzeug bis zum 31. Dezember 2023 zulässt, kann noch mit einer Förderung von bis zu 6.750 Euro rechnen, ab 2024 sinkt der Bonus dann auf 4.500 Euro.

Der ADAC hat drei E-Autos unter 30.000 Euro getestet – darunter auch den Renault Twingo.

Durch die Bank „bescheiden“: ADAC bemängelt Platzangebot in der hinteren Reihe

Alle drei Modelle haben laut Testbericht eine Gemeinsamkeit: Der Platz in der Rückreihe ist „bescheiden“ und auch der Kofferraum bietet nur Platz für kleines Gepäck. Allerdings kann der Stauraum durch Umklappen der Rückbank vergrößert werden. Bei der Verarbeitungsqualität gibt es jedoch Unterschiede. Der Fiat 500e hinterlässt den hochwertigsten Eindruck, während die Karosserie des Twingo immerhin noch als „ordentlich“ bezeichnet wird. Der Dacia Spring hingegen scheint weniger stabil zu sein: Die ADAC-Tester kritisieren unter anderem klappernde Türen und ein lautstark entriegelndes Heckklappenschloss. Insgesamt wirke hier alles billig.

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Reichweitenvergleich: Elektro-Dacia mit der besten Leistung

Hinsichtlich der Reichweite sollte man bei allen drei Modellen keine allzu hohen Erwartungen haben: Im ADAC-Ecotest erreichte der Dacia Spring eine maximale Reichweite von etwa 195 Kilometern, während der Fiat und der Renault bereits nach 150 Kilometern an ihre Grenzen stießen. Daher sind diese drei Modelle hauptsächlich für den städtischen Gebrauch oder kürzere Fahrten über Land geeignet.

Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas

Ein Renault Zoe
Platz 10 – Renault Zoe: Der französische Stromer ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, dennoch gehört der Renault Zoe auch im Jahr 2022 noch zu den meistproduzierten Elektroautos Europas. © Renault
Ein Audi e-tron
Platz 9 – Audi e-tron: Der erste reine Stromer von Audi gehört auch 2022 zu den meistgebauten E-Autos in Europa. Das Foto zeigt die Sportback-Variante. © Audi
Mehrere Tesla Model Y in Grünheide
Platz 8 – Tesla Model Y: Für den europäischen Markt wird das Tesla Model Y in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gebaut – und es reicht für den achten Platz im Produktions-Ranking. © IMAGO/Jochen Eckel
Ein Audi Q4
Platz 7 – Audi Q4: Ein weiterer Audi gehört zu den meistproduzierten E-Autos Europas: Der Q4 wird wie einige weitere Stromer des VW-Konzerns in Zwickau gefertigt. © Audi
Ein Hyundai Kona
Platz 6 – Hyundai Kona: Ein Koreaner hat es ebenfalls unter die zehn meistproduzierten E-Autos Europas geschafft – der Hyundai Kona wird im tschechischen Hyundai-Werk in Nosovice gebaut. © Hyundai
Ein Peugeot e-208
Platz 5 – Peugeot e-208: Mit dem Peugeot e-208 hat es ein Fahrzeug aus dem Stellantis-Konzern auf den fünften Platz geschafft. © Peugeot
Ein Skoda Enyaq
Platz 4 – Skoda Enyaq: 50.765 Einheiten des Skoda Enyaq verließen im Jahr 2022 das Werk in Tschechien – das reicht für den vierten Platz im europäischen Elektroauto-Produktionsranking. Das Foto zeigt die RS-Version des Stromers. © Skoda
Ein VW ID.3
Platz 3 – VW ID.3: Die Elektro-Kompaktlimousine VW ID.3 wird in Zwickau gebaut – 52.229 Exemplare rollten im Jahr 2022 dort vom Band. © Volkswagen
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4: Auch den zweiten Platz belegt ein Volkswagen – der ebenfalls in Zwickau produzierte ID.4 wurde 63.685 Mal gebaut. © Volkswagen
Ein Fiat 500e
Platz 1 – Fiat 500e: 66.325 Exemplare des italienischen Stromers liefen 2022 in Mirafiori vom Band – damit war er das meistgebaute E-Auto Europas. © Fiat

Sicherheitsbedenken: Diese beiden Einsteiger-Elektroautos scheitern im ADAC-Test

Für den Renault und den Dacia wird es jedoch beim Aspekt Sicherheit problematisch. Renault beschränkt sich beim Twingo in Sachen aktiver Sicherheitsausstattung auf ESP und ein Reifendruckkontrollsystem (beides gesetzlich vorgeschrieben) sowie einen Spurverlassenswarner. Der Twingo ist der einzige Testkandidat, der auf Kopfairbags für die Passagiere im hinteren Teil verzichtet. Im Dacia Spring ist zwar ein Notbremssystem eingebaut, aber im Crashtest sieht er alles andere als gut aus: Nur einen von fünf möglichen Sternen erhielt das Elektroauto von Euro NCAP. Der klare Sieger im ADAC-Vergleich ist daher der Fiat 500e, der laut den Testern nicht nur über eine moderne aktive Sicherheitsausstattung verfügt, sondern auch in den Crashtests gut abschneidet.

Preiswertes Elektroauto: Ein Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt ist lohnenswert 

Wer ein preiswertes Elektroauto haben möchte, kann mittlerweile auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt fündig werden. Das Angebot dort wächst. Beim Kauf von gebrauchten Elektroautos gibt es jedoch einige Punkte zu beachten, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Eine weitere Option besteht darin, noch etwas Geduld zu haben, da einige Hersteller bereits günstige Einsteigermodelle angekündigt haben, wie zum Beispiel Tesla. Es dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen, bis der US-Autohersteller das Fahrzeug auf den Markt bringt oder VW den angekündigten ID.2all einführt.

Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redakteurin Rena Föhr sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Renault

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