Eine Kostenfrage

Neuwagenkauf: Elektroauto oder Verbrenner? E-Autos könnten langfristig günstiger sein

Eine Studie des ICCT vergleicht die Gesamtbetriebskosten von Elektroautos und Verbrennern. Diese gehen über den Kaufpreis hinaus – deswegen könnten Elektroautos punkten.

Wer sich für den Kauf eines Neuwagens entscheidet, steht vor einer wesentlichen Frage: Soll es der bewährte Verbrennungsmotor sein oder ist ein Elektrofahrzeug die bessere Option? Verschiedene Aspekte müssen dabei berücksichtigt werden, darunter: Ist die Reichweite ausreichend? Wie sieht die Lademöglichkeit zu Hause aus? Aber auch der Preis spielt eine entscheidende Rolle. Insbesondere in einer Zeit, in der Neuwagen immer kostspieliger werden – laut einer Untersuchung gibt es nur noch vier Neuwagen für unter 15.000 Euro. Am Ende sind die Gesamtkosten entscheidend – und laut einer Untersuchung des Thinktanks International Council on Clean Transportation (ICCT) sind diese bei einem Elektroauto niedriger als bei einem Benziner.

Elektroauto und Benziner im Vergleich: Gesamtbetriebskosten über vier Jahre

Laut der Studie von International Council on Clean Transportation (ICCT) sind die Gesamtbetriebskosten eines Benziners über einen Zeitraum von vier Jahren niedriger als die eines Elektroautos. Die Analyse berücksichtigte die Gesamtbetriebskosten von Klein- und Kompaktwagen, einschließlich Kaufpreis, Förderungen, Steuern, Wartung und Kraftstoff- bzw. Stromkosten.

Ein Vergleich wurde beispielsweise zwischen dem elektrischen VW ID.3 Pro und dem benzinbetriebenen VW Golf VIII Style 2 durchgeführt. Hierbei ergab die ICCT-Studie über vier Jahre hinweg eine Kosteneinsparung von 5.100 Euro beim E-Modell im Vergleich zum Benziner (49.900 Euro gegenüber 55.000 Euro). Berücksichtigt man zusätzlich die Kaufprämie für E-Autos, erhöht sich der Kostenvorteil sogar auf 12.300 Euro.

Laut einer Studie fährt man mit einem E-Auto der Kompaktklasse über einen Zeitraum von vier Jahren günstiger als mit einem Benziner. (Symbolbild)

Elektroauto und Benziner im Vergleich: Im Segment der Kleinwagen hängt es von der Förderung ab

Eine andere Situation ergibt sich bei der Betrachtung von Fahrzeugen aus dem Kleinwagensegment. Hier wurde der batterieelektrische Dacia Spring Extreme Electric 65 mit dem benzinbetriebenen Toyota Aygo X 1.0 verglichen. In diesem Fall wäre der elektrische Dacia über vier Jahre ohne Berücksichtigung der Förderung um 6.000 Euro teurer als der Toyota (34.000 Euro gegenüber 28.000 Euro). Unter Einbeziehung der Kaufprämie hat laut ICCT-Studie der Dacia jedoch die Nase bei den Gesamtkosten wieder vorn: Er ist um 1.100 Euro günstiger.

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E-Auto in Bezug auf Benzin-/Stromkosten erheblich günstiger

Obwohl beide Verbrennermodelle im Basispreis günstiger als die Elektroautos waren, schnitten sie bei den Tankkosten deutlich schlechter ab. Laut der Untersuchung lagen die Benzinkosten beim Golf über vier Jahre bei etwa 6.700 Euro und beim Toyota Aygo bei rund 5.100 Euro. Die Stromkosten für den VW ID.3 betrugen laut ICCT im genannten Zeitraum lediglich 3.000 Euro und beim Dacia Spring etwa 2.800 Euro – vorausgesetzt, die Elektroautos werden zu Hause geladen.

Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas

Ein Renault Zoe
Platz 10 – Renault Zoe: Der französische Stromer ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, dennoch gehört der Renault Zoe auch im Jahr 2022 noch zu den meistproduzierten Elektroautos Europas. © Renault
Ein Audi e-tron
Platz 9 – Audi e-tron: Der erste reine Stromer von Audi gehört auch 2022 zu den meistgebauten E-Autos in Europa. Das Foto zeigt die Sportback-Variante. © Audi
Mehrere Tesla Model Y in Grünheide
Platz 8 – Tesla Model Y: Für den europäischen Markt wird das Tesla Model Y in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gebaut – und es reicht für den achten Platz im Produktions-Ranking. © IMAGO/Jochen Eckel
Ein Audi Q4
Platz 7 – Audi Q4: Ein weiterer Audi gehört zu den meistproduzierten E-Autos Europas: Der Q4 wird wie einige weitere Stromer des VW-Konzerns in Zwickau gefertigt. © Audi
Ein Hyundai Kona
Platz 6 – Hyundai Kona: Ein Koreaner hat es ebenfalls unter die zehn meistproduzierten E-Autos Europas geschafft – der Hyundai Kona wird im tschechischen Hyundai-Werk in Nosovice gebaut. © Hyundai
Ein Peugeot e-208
Platz 5 – Peugeot e-208: Mit dem Peugeot e-208 hat es ein Fahrzeug aus dem Stellantis-Konzern auf den fünften Platz geschafft. © Peugeot
Ein Skoda Enyaq
Platz 4 – Skoda Enyaq: 50.765 Einheiten des Skoda Enyaq verließen im Jahr 2022 das Werk in Tschechien – das reicht für den vierten Platz im europäischen Elektroauto-Produktionsranking. Das Foto zeigt die RS-Version des Stromers. © Skoda
Ein VW ID.3
Platz 3 – VW ID.3: Die Elektro-Kompaktlimousine VW ID.3 wird in Zwickau gebaut – 52.229 Exemplare rollten im Jahr 2022 dort vom Band. © Volkswagen
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4: Auch den zweiten Platz belegt ein Volkswagen – der ebenfalls in Zwickau produzierte ID.4 wurde 63.685 Mal gebaut. © Volkswagen
Ein Fiat 500e
Platz 1 – Fiat 500e: 66.325 Exemplare des italienischen Stromers liefen 2022 in Mirafiori vom Band – damit war er das meistgebaute E-Auto Europas. © Fiat

Die Verfasser der Studie fordern eine Neuausrichtung der Förderprämien für Elektroautos, die sich am Einkommen orientiert. Laut ICCT sollte der aktuelle Förderbetrag von 7.200 Euro auf 14.400 Euro verdoppelt werden – und nur Käufer mit einem Nettoeinkommen von weniger als 5.000 Euro sollten überhaupt unterstützt werden.

Dieser von der Redaktion geschriebene Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung überarbeitet und vor Veröffentlichung von Redakteurin Maria Wendel sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Jürgen Ritter/Imago

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