Studienergebnisse

Intervallfasten ist gut für die Gewichtsabnahme — aber nur, wenn Sie eine wichtige Regel befolgen

Fasten kann nicht nur beim Abnehmen helfen. Auch die Gesundheit profitiert vom regelmäßigen Verzicht.

Beim Intervallfasten wird das Zeitfenster, in dem gegessen wird, bewusst eingeschränkt. Gerade in den letzten Jahren hat das Fasten immer größere Beliebtheit gewonnen. Die meisten Menschen folgen dabei einem Fastenrhythmus von 16:8 Stunden. Die Idee dahinter: Während in der Fastenzeit keine Nahrung aufgenommen wird, beginnt der Körper seine Fettspeicher anzuzapfen — langfristig soll dies zu einem Gewichtsverlust führen. Intervalldiäten werden aber auch eine Reihe anderer positiver Eigenschaften nachgesagt. Demnach kann Intervallfasten ebenfalls die Gesundheit fördern und sogar das Älterwerden verzögern. Allerdings nur, wenn Sie dabei eine wichtige Regel beachten, wie Forscher der Southern Denmark Universität und der niederländischen Universität Wageningen nun herausfanden.

Intervallfasten gegen Bauchfett: Kalorien spielen trotzdem eine Rolle

Beim Intervallfasten wird nach einem bestimmten Rhythmus gegessen. Dadurch soll das Abnehmen erleichtert werden.

Im Rahmen einer großen Übersichtsarbeit fasste das Team um die Studienautoren Philip Ruppert und Sander Kersten das vorhandene Wissen über Fasten zusammen. Sie analysierten dabei Daten, die die verschiedenen Aspekte des Intervallfastens untersuchten. Das Ergebnis: Wird das Intervallfasten mit einer kontrollierten Kalorienzufuhr kombiniert, hilft die Methode tatsächlich, langfristig Gewicht zu verlieren. Die Studie wurde im Fachjournal „Trends in Endocrinology & Metabolism“ veröffentlicht.

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Nicht etwa die langen Pausen zwischen dem Essen sind für den Gewichtsverlust verantwortlich. Vielmehr ist die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien über den Tag hinweg entscheidend dafür, ob man mithilfe des Intervallfastens abnimmt. „Auch beim intermittierenden Fasten gilt die Grundregel, dass man weniger Kalorien zu sich nehmen sollte, als man verbrennt, wenn man abnehmen will“, erklärt der Molekularbiologe Philip Ruppert aus Dänemark. Wer in kurzer Zeit trotzdem große Kalorienmenge zu sich nimmt, profitiert also nicht vom Fasten.

Fettleber heilen: Zehn Lebensmittel helfen, die Leber zu entgiften

Es sind zwei Knoblauch-Zehen zu sehen.
Knoblauch regt die Leberaktivität an. Knoblauch hat zudem eine antioxidative Wirkung und bindet freie Radikale. So können Schadstoffe schnell wieder ausgeschieden werden.  © Imago
Es ist ein Brokkoli zu sehen.
Grünes Gemüse wie Brokkoli stärkt die Leberfunktion. Die enthaltenen Glucosinolate helfen der Leber gegen bestimmte Gifte. Zu finden sind diese Nährstoffe ebenfalls in Rettich und Radieschen.  © Moodboard/Imago
Eine Frau hält einen Korb voller Walnüsse in den Händen.
Nüsse wie Paranüsse und Walnüsse enthalten nicht nur gesunde Öle, sie liefern auch sättigendes pflanzliches Eiweiß. In Paranüssen und Walnüssen sind zudem gesunde Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren und Zink, welche bei der Ausscheidung von Schadstoffen helfen. Empfehlenswert ist mindestens eine Handvoll Nüsse täglich.  © Gudella/Imago
Es ist frischer Kurkuma und Pulver zu sehen.
Kurkuma enthält den anti-entzündlichen Inhaltsstoff Curcumin. Curcumin soll die Leber vor Giftstoffen schützen und die Leberzellen regenerieren.  © Imago
Ein Junge hält Blattsalat in der Hand.
Bittere Salate wie Rucola oder Löwenzahn bilden eine gesunde Basis. Salat sollten daher den Großteil – mindestens jedoch die Hälfte jeder Mahlzeit – ausmachen. Bitterstoffe kurbeln den Fettstoffwechsel an und helfen der Leber, zu entgiften.  © Cavan Images/Imago
Es sind Artischocken zu sehen.
Gemüse mit vielen Bitterstoffen wie Artischocken unterstützen die Funktion der Leber und helfen dem Organ, sich selbst zu entgiften. Das enthaltene Cynarin schützt die Leber zudem vor Zellschäden. © Imago
Mehrere Aprikosen
Aprikosen sind lecker und gesund. Da die Früchte viele Antioxidantien enthalten, schützen sie das Zellgewebe vor Schäden und helfen bei der Regeneration der Leber. © Andrea Warnecke/dpa
Leinöl
Hochwertige pflanzliche Öle wie Leinöl sollten Teil der täglichen Ernährung sein. Schon zwei bis drei Löffel pro Tag – eingenommen vor der Mahlzeit – helfen, die Leber zu entgiften. © rezkrr/Imago
Es ist eine Ingwer-Wurzel zu sehen.
Ingwer stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern unterstützt auch die Regeneration der Leber. Der Bitterstoff Gingerol regt die Produktion von Gallenflüssigkeit an, was wiederum die Funktion der Leber unterstützt.  © Mykola/Imago
Jemand hält eine Tasse Tee mit Zitrone in den Händen.
Ein grüner Tee mit Zitronensaft hat gleich mehrere Vorteile für die Leber. Die in der Zitrone enthaltenen Enzyme neutralisieren Säuren im Körper, aktivieren Enzyme und regen die Verdauung an. Bitterstoffe in grünem Tee gelten darüber hinaus als entgiftend und entfettend.  © Anna Bogush/Imago

Macht Intervallfasten wirklich dünn?

Die Fähigkeit des Körpers, Fett einzulagern und damit Kalorien für Zeiten mit begrenzter Nahrungsverfügbarkeit zu speichern, hat sich im Laufe der Evolution entwickelt. Diese Fähigkeit hat unser Überleben gesichert, lange bevor wir all die Techniken zur Lagerung und Konservierung von Nahrungsmitteln entwickelten, die heute zur Verfügung stehen.

„Heute wird viel darüber geforscht, was in unserem Stoffwechsel schief läuft, wenn wir übergewichtig werden. Aber was mit dem Stoffwechsel passiert, wenn wir fasten, wird viel weniger beachtet. Ich glaube, dass mehr Forschung in diesem Bereich zu wirksameren Behandlungsstrategien für Fettleibigkeit und ihre Folgen führen kann“, sagt Philip Ruppert.

Die vier Phasen des Fastens:

Die Studie befasst sich eingehend mit den Auswirkungen des intermittierenden Fastens auf molekularer Ebene. Dazu gehört die Freisetzung von Fettsäuren, die der Körper normalerweise zur Energiegewinnung speichert. Das Intervallfasten beeinflusst zudem die sogenannte Ketogenese. Bei diesem Prozess führt eine hohe Rate des Fettsäureabbaus dazu, dass die Leber Ketone produziert.

Beim Fasten durchläuft der Körper dabei verschiedene Phasen:

  • Phase 1: Die Nährstoffe aus der Nahrung werden verdaut, absorbiert und im Körper gespeichert.
  • Phase 2: Sobald der Darm die Nährstoffe aufgenommen hat, greift die Leber auf ihre Glykogenspeicher zurück, um den Blutzucker aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig beginnt das Körperfett Fettsäuren freizusetzen, um den Energiebedarf des Körpers zu decken.
  • Phase 3: Die Glykogenspeicher der Leber sind erschöpft. Die Leber beginnt mit der Produktion von Ketonen aus Körperfett, um den Körper zu versorgen.
  • Phase 4: Die Produktion der Ketone in der Leber ist in vollem Gange und versorgt den Körper und das Gehirn mit Energie. Zu diesem Zeitpunkt bezieht der Körper fast seine gesamte Energie aus dem Körperfett. Diese Phase kann sich über mehrere Wochen erstrecken.

Je nach Körperfettanteil kann ein Mensch das Fasten einige Wochen bis zu mehreren Monaten ertragen.

Gesundheitliche Vorteile des Fastens

Es gibt verschiedene Ansätze für das intermittierende Fasten: Manche Menschen essen nur zu bestimmten Stunden am Tag, andere nur an bestimmten Tagen in der Woche. Auch die aktuelle Studie bestätigt dabei die zahlreichen gesundheitlichen Vorteile, die das Fasten hat. Den Autoren zu Folge hilft das Fasten nicht nur beim Abnehmen, sondern kann auch zu einer Senkung des Blutdrucks, einer erhöhten Insulinempfindlichkeit, besserem Schlaf und mehr Energie beitragen.

In der Studie wird auch das Gefühl der Euphorie erwähnt, das manche Menschen nach mehreren Fastentagen empfinden. Das Hungergefühl wird dabei durch ein Hochgefühl ersetzt — vielleicht als Reaktion auf die veränderten chemischen Prozesse im Körper und im Gehirn. „Es gibt tatsächlich viele gesundheitliche Vorteile des intermittierenden Fastens, aber das Fasten selbst führt nicht zu einer signifikanten Gewichtsabnahme“, erklärt Philip Ruppert gegenüber dem Wissenschaftsmagazin Science Alert.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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