Beliebte Ernährungsformen

Vegan, vegetarisch, flexitarisch, makrobiotisch? Was die Mehrheit der Deutschen isst

Für eine bewusste und gesunde Ernährung setzen immer mehr Menschen auf neue Ernährungsformen. Was dahinter steckt und worauf gerade bei Kindern zu achten ist.

Vegane Milch, veganer Käse, vegane Wurst, vegane Schokolade und veganer Joghurt – in den Supermärkten findet man vielerorts immer mehr Lebensmittel, die ganz auf tierische Inhaltsstoffe verzichten. Die Spannbreite der Produkte scheint groß, demnach die Nachfrage auch – tatsächlich? Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels e. V. (BVLH) deckt auf, welche Ernährungsweise unter den befragten Deutschen die beliebteste ist. Was auffällt: Es sind besonders Frauen, die sich bewusst ernähren.

Welche Lebensmittel bei welcher Ernährungsweise zudem erlaubt sind und worauf Eltern, deren Kinder mit einer vegetarischen oder veganen Ernährung groß werden, achten sollten, erfahren Sie hier.

Vegetarier, Veganer oder Flexitarier: Wie die Deutschen essen

Gemüse eher roh oder doch gekocht essen, dazu Fisch oder Fleisch oder lieber ganz darauf verzichten? Es gibt mittlerweile rund 14 Ernährungsgewohnheiten, nach denen die Deutschen leben.

Die Ergebnisse der repräsentativen Forsa-Umfrage von August 2023, für die insgesamt 1.026 Personen ab 18 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt wurden, zeigen:

  • Knapp 47 Prozent der Befragten ordnet sich selbst keiner spezifischen Ernährungsweise zu.
  • 41 Prozent der Umfrage-Teilnehmer ernähren sich flexitarisch.
  • 9 Prozent leben vegetarisch.
  • 3 Prozent der Befragten ernähren sich vegan.
  • Frauen ernähren sich häufiger als Männer vegetarisch oder flexitarisch.
  • Insbesondere 18- bis 29-Jährige gaben an, sich vegetarisch und vegan zu ernähren.
  • Im Vergleich zu vegan und vegetarisch, ernährt sich die Mehrheit aller Altersgruppen flexitarisch.

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Zehn Obstsorten mit wenig Zucker – für eine gesunde Ernährung

Zitronenwasser
Mit nur etwa 2,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm sind Zitronen das wohl zuckerärmste Obst. Obwohl der saure Geschmack Zitronen als puren Snack ungenießbar macht, erfrischt der Saft der Früchte in Smoothies und anderen Getränken. Noch besser im Ranking schneiden nur Limetten ab. Die Zitrusfrüchte beinhalten pro 100 Gramm lediglich 1,7 Gramm Zucker.  © ildi/IMAGO
Wassermelonen
Wassermelone schmeckt erfrischend und ist besonders im Sommer beliebt. Die zuckerarme Obstsorte – pro 100 Gramm sind 6,2 Gramm Zucker enthalten – ist zudem reich an Vitamin C und Vitamin A. Die enthaltenen Aminosäuren sind zudem wichtig für verschiedene Körperfunktionen.  © ingperl/IMAGO
Himbeeren
Die meisten Beerensorten enthalten von Natur aus nur wenig Zucker. In Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren sind nur etwa 4,8 bis 5,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthalten. Die kalorienarmen Beeren sind dabei besonders gesund: In fast allen Sorten sind große Mengen Vitamin A und Vitamin C zu finden.  © rbiedermann/IMAGO
Nahaufnahme einer geschnittenen Guave auf einem Teller.
Guaven sind hierzulande eher weniger bekannt. Dabei besitzen die exotischen Früchte, die aus tropischen Gebieten Amerikas importiert werden, nur wenig Zucker. 100 Gramm der Beerenfrüchte haben gerade einmal 34 kcal und 6,7 Gramm Zucker.  © imagebroker/Imago
Ganze und aufgeschnittene Grapefruit-Früchte
Grapefruits sind pure Vitamin-Bomben. Die Zitrusfrüchte liefern neben Vitamin A und Vitamin B, viele gesunde Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Kalium. Dabei glänzen sie mit einem niedrigen Zuckerwert. Lediglich 5,9 Gramm Zucker pro 100 Gramm sind in Grapefruits enthalten.  © CSH/Imago
Es ist eine gschälte Kaktusfeige zu sehen.
Auch Kaktusfeige gibt es in Deutschland kaum – meist nur im gut sortierten Frischwarenladen – zu finden. Die Früchte liefern viele gesunde Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Magnesium bei einem Zuckergehalt von 7,1 Gramm pro 100 Gramm. Ursprünglich stammen die zuckerarmen Kaktusfreigen aus Mexiko.  © Pathermedia/Imago
Aprikosen
Aprikosen sind aufgrund ihres leckeren Geschmacks ein beliebter Snack. Neben wertvollen Nährstoffen und Vitaminen liefern sie dabei nur 7,8 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Von verarbeiteten Produkten mit Aprikosen sollten Verbraucher allerdings lieber die Finger lassen. Marmeladen aus Aprikosen enthalten beispielsweise meist sehr viel künstliche Süße.  © Dramasan/IMAGO
Avocado
Auch wenn die Avocado auf den ersten Blick nicht wie eine Frucht aussieht, handelt es sich dabei um eine der zuckerärmsten Obstsorten. Doch trotz ihres geringen Zuckergehalts (nur 0,7 Gramm Zucker pro 100 Gramm) ist die Avocado eine echte Kalorienbombe. Mit 160 kcal hat sie eine enorm hohe Kaloriendichte.  © imago stock&people
Pflaumen
Erntefrische Pflaumen besitzen einen mittleren Zuckergehalt: 100 Gramm Pflaumen enthalten etwa 7,8 Gramm Zucker. Trotzdem sind Pflaumen besonders gesund. Ihre sekundären Pflanzenstoffe, sogenannte Flavonoide, schützen die Zellen vor freien Radikalen.  © Ed Lefkowicz/IMAGO
Honigmelone
Die Honigmelone ist ein erfrischendes Sommerobst. Die Frucht schmeckt besonders süß, ohne dabei zu viel Zucker zu enthalten. Etwa 8 Gramm Zucker pro 100 Gramm sind in der honigsüßen Frucht zu finden.  © Iordache Magdalena/Imago

Vegetarier, Veganer oder Flexitarier: Welche Lebensmittel erlaubt sind

Da das Thema Gesundheit und Massentierhaltung in der deutschen Gesellschaft immer präsenter wird, orientieren sich derzeit circa zehn beziehungsweise 1,1 Prozent der deutschen Bevölkerung – Tendenz steigend – an einer vegetarischen beziehungsweise veganen Ernährung. Darüber hinaus gibt es laut VEBU – Vegetarierbund Deutschland e. V., die größte Interessenvertretung vegetarisch und vegan lebender Menschen in Deutschland – folgende Formen, sich zu ernähren:

  • Vegetarier konsumieren keine Lebensmittel, die von getöteten Tieren stammen, sondern beschränken sich auf Produkte von lebenden Tieren wie Milchprodukte, Eier und Honig. Es gibt jedoch verschiedene Formen des Vegetarismus, darunter Ovo-Vegetarier, Lacto-Vegetarier, Ovo-Lacto-Vegetarier, Ovo-Lacto-Pisce-Vegetarier und Veganer.
  • Ovo-Vegetarier essen weder Fleisch noch Fisch oder Milchprodukte, aber sie konsumieren Eier.
  • Lacto-Vegetarier verzehren weder Fleisch, Fisch noch Eier, jedoch konsumieren sie Milchprodukte.
  • Ovo-Lacto-Vegetarier konsumieren weder Fleisch noch Fisch, jedoch Eier und Milchprodukte.
  • Ovo-Lacto-Pisce-Vegetarier sind im Wesentlichen wie Ovo-Lacto-Vegetarier, mit dem Unterschied, dass sie auch Fisch essen.
  • Pudding-Vegetarier sind Menschen, die auf Fleisch und Fisch in ihrer Ernährung verzichten. Sie legen weniger Wert auf die gezielte Aufnahme von Vitaminen, Ballaststoffen oder Kalorien und greifen daher häufiger auf Fertiggerichte zurück.
  • Veganer leben ausschließlich von pflanzlichen Lebensmitteln und lehnen jegliche tierische Produkte ab. Dies bedeutet, dass sie weder Milch und Eier noch Honig konsumieren. Darüber hinaus vermeiden sie den Erwerb von tierischen Materialien wie Lederwaren, Wolle oder Daunenprodukten.
  • Flexitarier sind Menschen, die sich vorwiegend vegetarisch ernähren, aber in ihrer Ansicht und ihrer Ernährung flexibel dahingehend sind, dass sie gelegentlich auch Fleisch oder Fisch in ihre Mahlzeiten integrieren. Ihr Fokus liegt auf einer gesundheitsbewussten Ernährung und der Berücksichtigung von Lebensmittelqualität und -herkunft, einschließlich biologischer Standards.
  • Pescetarier sind Menschen, die kein Fleisch essen, jedoch Fisch in ihrer Ernährung nicht ablehnen. Tierische Produkte wie Honig, Eier und Milch sind für sie ebenfalls erlaubt.
  • Frutarier streben danach, keinerlei Schaden an Pflanzen zuzufügen und konzentrieren sich daher auf Nahrungsmittel wie Fallobst, Nüsse, Beeren, Getreide und Samen, da diese bereits abgestorbene Pflanzenteile sind, wenn sie geerntet werden. Sie verzichten hingegen auf Knollen, Blätter, Wurzeln sowie tierische Produkte.
  • Freeganer schränken ihre Lebensmittelwahl nicht ein, konzentrieren sich jedoch auf selbst angebaute, geschenkte, gefundene oder weggeworfene Produkte. Ihr Ziel ist es, auf die Verschwendung von Ressourcen und soziale Ungerechtigkeiten hinzuweisen. Dieser Ansatz erstreckt sich nicht nur auf Lebensmittel, sondern auch auf weggeschmissene Kleidung und Elektroartikel.
  • Rohköstler sind in der Regel bereit, verschiedene Lebensmittel zu konsumieren, vorausgesetzt, sie wurden nicht über 40 Grad Celsius erhitzt und werden im Rohzustand verzehrt.
  • Urköstler ernähren sich von einer breiten Palette an Nahrungsmitteln, die sie in der Natur finden, darunter lebende Insekten wie Käfer, Ameisen, Würmer und Schnecken sowie Wildkräuter und Beeren.
  • Makrobiotiker bevorzugen vorrangig eine Ernährung, die sich auf Getreide, Hülsenfrüchte und Gemüse konzentriert, und einige von ihnen nehmen gelegentlich auch Früchte, Nüsse und Samen zu sich, während andere auch Fisch in ihren Speiseplan aufnehmen.

Quelle: Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure Deutschlands e. V.

Vegetarische und vegane Ernährung: Worauf Eltern für ihre Kinder achten sollten

Eltern, die ihre Kinder vegetarisch oder vegan ernähren, sollten dies in enger Abstimmung mit dem behandelnden Kinder- und Jugendarzt tun. Denn gerade ältere Säuglinge, Kleinkinder und weibliche Jugendliche zählen laut Berufsverband der Kinder- und Jugenärzte e. V. am ehesten zu den Risikogruppen für einen Eisenmangel.

Erhöhtes Risiko für Nährstoffmangel bei Kindern und Jugendlichen, die vegetarisch und vegan essen

Zwar kann grundsätzlich der Nährstoffbedarf bei heranwachsenden Kindern und Jugendlichen durch eine pflanzlich orientierte Ernährung gedeckt werden. Allerdings haben Kinder, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, aufgrund ihres höheren Nährstoffbedarfs pro Kilogramm Körpergewicht im Vergleich zu Erwachsenen ein erhöhtes Risiko für Nährstoffmängel. Einige Nährstoffe, wie die Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA), werden bei vegetarischer Ernährung im Durchschnitt weniger aufgenommen als bei einer Ernährung, die auch Fleisch oder Fisch einschließt. Bei anderen essenziellen Nährstoffen wie Eisen und Zink kann die Bioverfügbarkeit aufgrund des hohen Gehalts an sekundären Pflanzenstoffen (Phytate) und Ballaststoffen in pflanzlichen Lebensmitteln eingeschränkt sein. Dadurch ist das Risiko für Eisenmangel erhöht, selbst bei ausreichender Zufuhr von Vitamin C, welches grundsätzlich die Aufnahme von Eisen im Körper erhöht. Vitamin B12 ist in signifikanten Mengen nur in tierischen Lebensmitteln vorhanden und muss daher bei rein pflanzlicher Ernährung in allen Altersgruppen ergänzt werden.

Eine vegetarische und vegane Ernährung im Kindesalter erfordert gemäß Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ) ein solides Wissen seitens der Eltern und Jugendlichen und sollte unter der gezielten Aufsicht eines Kinder- und Jugendarztes erfolgen, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit einem entsprechend geschulten Ernährungsexperten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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