Tarifverhandlungen
Deutsche Bahn arbeitet an Notfallplan für Weihnachten: Welche Alternativen Sie bei Streiks haben
Die Lokführergewerkschaft GDL schließt Bahnstreiks während der Weihnachtszeit nicht aus. Die Deutsche Bahn plant bereits für den Notfall – aber was, wenn alle Stricke reißen?
Nachdem der Tarifvertrag zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn Ende Oktober ausgelaufen ist, befinden sich beide Parteien wieder in Verhandlungen. GDL-Chef Claus Weselsky hat aber bereits durchblicken lassen, dass Streiks in der Weihnachtszeit nicht ausgeschlossen werden. „Warum soll ich in irgendeiner Form nur ein kleines Tamtam veranstalten, wenn ich weiß, dass es auf die andere Seite keine Wirkung entfaltet?“, meinte er im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
Was fordert die GDL von der Deutschen Bahn?
Die GDL fordert unter anderem mindestens 555 Euro mehr pro Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie von 3.000 Euro. Die Deutsche Bahn hat im Gegenzug das Angebot einer Entgelterhöhung von insgesamt rund 11 Prozent und einer Inflationsausgleichsprämie von 2.850 Euro unterbreitet. Knackpunkt könnte aber die Forderung der GDL einer Absenkung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden für Beschäftigte im Schichtdienst sein – auf diese Forderung ist die Bahn bisher nicht eingegangen.
Deutsche Bahn arbeitet an Notfallplan für die Weihnachtszeit
Bei der ersten Verhandlungsrunde hatte die Deutsche Bahn der GDL eine Friedenspflicht an Weihnachten vorgeschlagen – im Gegenzug zu 1.500 Euro Inflationsausgleichsprämie gleich im Dezember. Diesen Vorschlag lehnte die Gewerkschaft jedoch ab. Nun arbeitet die Deutsche Bahn laut Bild am Sonntag an einem Notfall-Fahrplan für die Weihnachtsfeiertage.
Die Lösung: Möglichst lange ICE-Züge, die Rede ist unter anderem von einem 376 Meter langen XXL-ICE mit 918 Sitzplätzen. Ein normaler ICE ist im Vergleich 200 Meter lang und verfügt über 400 bis 450 Plätze. Diese Züge sollen auf besonders nachgefragten Verbindungen eingesetzt werden, zum Beispiel von Hamburg über Köln, Frankfurt und Stuttgart nach München. Dennoch würden mit dem Notfallplan im Fernverkehr weniger als 20 Prozent der Züge planmäßig fahren können, also 140 statt 700 an einem Tag.
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Welche Alternativen gibt es zum Bahnfahren?
Viele Bahnreisende werden sich angesichts der unsicheren Lage schon jetzt Gedanken um Alternativen machen, schließlich wollen die meisten rechtzeitig zu den Feiertagen in der Heimat bei ihren Lieben sein. Aber welche Alternativen gibt es, wenn der Zug aufgrund der angedrohten Streiks ausfallen sollte?
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Zumindest was das Bahnfahren angeht, können Reisende auf andere Anbieter umsteigen, die von möglichen Streiks nicht betroffen sein werden. Allen voran ist Flixtrain zu nennen, welche ebenfalls Verbindungen zwischen den Großstädten Deutschlands bedient, zum Beispiel von Berlin über Frankfurt/Main nach Stuttgart oder von Hamburg nach Köln. Bei hoher Nachfrage steigen die Ticketpreise allerdings stark, deshalb sollten sich Reisende möglichst schnell entscheiden. Dasselbe gilt für Flixbus – auch hier können mit dem Bus Ziele in ganz Deutschland erreicht werden, allerdings steigen die Preise bei hoher Nachfrage ebenfalls schnell.
Wer lieber komplett aufs Auto umsteigen will, sollte bedenken, dass es auf deutschen Autobahnen gerade vor den Feiertagen sehr voll werden kann. Es ist also mit Verzögerungen zu rechnen. Allerdings lassen sich über Mitfahrzentralen wie BlaBlaCar, mitfahren.de oder mitfahrgelegenheit.de zumindest Fahrgemeinschaften bilden und Fahrkosten sparen.
Rubriklistenbild: © Arnulf Hettrich/Imago
