Innenstadt

Autoarmer Ring: Verkehrspläne für die Bremer City

Blick in Bremens neue City-Broschüre.
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Blick in Bremens neue City-Broschüre.

Die Pläne für eine autoarme Bremer Innenstadt konkretisieren sich. In einer Broschüre präsentiert Bremen jetzt seine Strategie für die City. Ein autoarmer Ring soll die Innenstadt einrahmen.

Bremen – Es ist immer schön, Pläne zu haben – und Bremen hat Pläne. Für die Innenstadt und den Verkehr zum Beispiel. Unter dem Titel „Strategie Centrum Bremen 2030+“ ist vieles davon nun in einer neuen, 88 Seiten umfassenden Broschüre zusammengefasst worden. Untertitel: „Lebendige Mitte zwischen Wall und Weser“.

Auch Aspekte des Verkehrsentwicklungsplans fließen hier ein, wenn die Bremer Innenstadt als autoarme Insel beschrieben wird. Nach der Martinistraße (nur noch zweispurig), dem Wall (Einbahnstraße) rückt dabei nun auch die Bürgermeister-Smidt-Straße in den Blick, auf der es – jedenfalls nach Ansicht der Grünen – zu viel Platz für Autos gibt. Mit Bürgermeister-Smidt-Straße, Wall und Martinistraße schließt sich ein Ring um die Innenstadt, auf dem Autos in Zukunft weniger Raum haben sollen – ungeachtet der Tatsache, dass es in der Martinistraße während des gegenwärtig noch andauernden Verkehrsversuchs praktisch jeden Abend im Berufsverkehr zu Staus kommt.

Mit dem autoreduzierten Straßenring um die Innenstadt dürfte den Parkhäusern entlang dieses Rings in Zukunft eine neue Bedeutung zu kommen. In der druckfrischen Broschüre, in der Bremens Zentrum durchgehend mit „C“ geschrieben wird, heißt es: „Aufgrund der oberzentralen Funktion des Centrums ist die Erreichbarkeit mit dem Auto zu betrachten. Ein Schwerpunkt liegt darauf, den Kfz-Verkehr und das Parken neu zu organisieren.“ Und weiter: „So nehmen künftig die Parkhäuser an den Rändern der Altstadt eine wichtigere Rolle für das Ankommen mit dem Auto ein. Sie bieten Kapazitäten fürs Parken und sind gut angebunden – ab hier ist das Centrum mit Umstieg auf das Leihrad sowie durch attraktive Fußwege schnell und bequem zu erreichen.“

Autoarmer Ring in Bremen: Der hohe Ton der Diplomatie

Die Broschüre ist ein Gemeinschaftswerk der Ressorts von Umwelt- und Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) und Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) sowie der Handelskammer. Sie alle werden als Herausgeber genannt. Sie alle haben zuweilen auch unterschiedliche Positionen, jedenfalls ist das bisher so gewesen, etwa in Bezug auf das Konzerthaus Glocke und die Zusammenlegung von Bus- und Bahnhaltestellen genau davor. Im Broschürentext scheint vor diesem Hintergrund zuweilen der hohe Ton der Diplomatie durch. Zitat: „Die Umgestaltung der Domsheide stellt alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen: Hier sollen technische Anforderungen an den Verkehrsraum und zentralen Haltepunkt Domsheide genauso gelingen wie ein attraktiver Umstieg und die Schaffung neuer Aufenthaltsqualitäten.“ Gleichzeitig würden „das bedeutende Konzerthaus“ Glocke und dessen Außenräume „gestalterisch und funktional aufgewertet“: „Das stärkt die klare Eingangssituation im Centrum und der Glocke.“ Alles klar?

Am Ende heißt es, die „Strategie Centrum Bremen 2030+“ biete „zentrale Leitplanken für die Entwicklung einer lebendigen Mitte Bremens“; sie sei „Navigationsinstrument“ für „die in den kommenden Jahren weiterzuentwickelnden und umzusetzenden Planungen, Projekte und Maßnahmen“. Wunsch und Vision werden ebenfalls formuliert – zum Beispiel so: „2030 ist das Centrum vor allem abwechslungsreich und durchmischt. Es ist durch seine verschiedenen Quartiere und die Dichte vielfältiger Funktionen erlebbar. Bürodienstleistungen und der Handel und zunehmend Kultur, Bildung, Wissenschaft und Wohnen haben einen festen Platz und prägen einen hohen Nutzungsmix.“

Bremer City: Bessere Rahmenbedingungen für Einzelhandel und Gastronomie

Der Jubel jedenfalls ist schon einmal groß – wenigstens bei den Beteiligten. „Ich freue mich, dass wir nun ein greifbares Ergebnis in den Händen halten und allen Interessierten an der Bremer Innenstadt zur Verfügung stellen können“, erklärte etwa Senatorin Schaefer. „Das Ziel muss eine spürbare Belebung der Innenstadt mit mehr Wohnen, Kultur, Gastronomie und Wissenschaft sein.“ Wirtschaftssenatorin Vogt: „Wir wollen die Infrastruktur und die Aufenthaltsqualität für die Besucherinnen und Besucher der Innenstadt erhöhen, indem wir die Rahmenbedingungen zur Ansiedlungen von Einzelhandel und Gastronomie verbessern.“

Mit „Bremen 2030+“ gerät auch das neu geschaffene „Projektbüro Innenstadt“ unter der Leitung des Architekten Carl Zillich verstärkt in den Fokus. „Die Vielfalt der Themen, Orte und Ansätze, die hier erarbeitet wurden, sind ein hervorragendes Fundament, wenn nicht gar Sprungbrett für das Projektbüro Innenstadt und die anstehende Zusammenarbeit“, erklärte Zillich. Die Broschüre „Strategie Centrum Bremen 2030+“ gibt es in gedruckter Form, zu finden ist sie aber auch online unter der Adresse www.bauumwelt.bremen.de/stadtentwicklung/stadtentwicklung/zentrenentwicklung-1267036.

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