Baustellen sorgen für Diskussionen

Bürgermeister-Smidt-Brücke dicht - Herdentorsteinweg fast fertig

Die Bürgermeister-Smidt-Brücke ist bis 29. Oktober stadtauswärts gesperrt, danach wird die Brücke nochmal für drei Wochen bis zum 17. November stadteinwärts dichtgemacht. - Foto: Koller
+
Die Bürgermeister-Smidt-Brücke ist bis 29. Oktober stadtauswärts gesperrt, danach wird die Brücke nochmal für drei Wochen bis zum 17. November stadteinwärts dichtgemacht.

Bremen - Von Steffen Koller. Aufgestemmte Straßen, dröhnende Presslufthammer, Stau an vielen Ecken: Frei nach dem Motto „Alles neu macht der Herbst“ werden dieser Tage gleich mehrere Verkehrsknotenpunkte in Bremen saniert, umgebaut und erweitert. Ein Überblick zu Arbeiten und Reaktionen.

Bremen droht ein Verkehrschaos, vermuteten viele. Bislang ist es an vielen Ecken vergleichsweise ruhig geblieben, was auch mit den Herbstferien zu tun haben kann. Dennoch: Ganz glauben will man das nicht, zeigen doch Zahlen der Verkehrsmanagement Zentrale Bremen (VMZ), dass es aktuell knapp 190 Baustellen in der Hansestadt gibt. Jüngstes Beispiel: die Bürgermeister-Smidt-Brücke. Die mehr als 220 Meter lange Stahlkonstruktion ist noch bis 29. Oktober stadtauswärts gesperrt, danach folgen weitere drei Wochen bis 17. November, in denen die Strecke stadteinwärts dicht ist. Auf Höhe Schlachte und an der Straße Am Deich sollen Fußgängerquerungen samt Ampelanlagen entstehen, so Jens Tittmann, Sprecher des grünen Bauressorts. Kosten pro Überweg: rund 50.000 Euro, Planungskosten nicht eingerechnet. Auf der Brücke war es Ende Juni zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen, zwei Menschen starben. Die Überwege sollen nun ein sicheres Überqueren der Straße möglich machen.

Mehr Platz für Radfahrer sollen die Bauarbeiten am Herdentorsteinweg schaffen.

Wenige Straßenzüge weiter die nächste Großbaustelle. Seit Wochen stemmen Arbeiter Wege am Herdentorsteinweg auf, verbreitern Geh- und Radweg, auf denen bisher etwa 2000 Fußgänger und 600 Radler pro Stunde unterwegs waren. Künftig fällt für Autofahrer die Rechtsabbiegespur in den Wall weg (aus Richtung Hauptbahnhof gesehen). Bestehen bleiben die beiden Fahrspuren in Richtung Sögestraße, von denen eine geradeaus, die andere nach links in die Straße Am Wall führt.

Für den Feinschliff wird die Strecke von Sonnabend, 13. Oktober, ab 20 Uhr bis Sonntag, 14. Oktober, etwa 18 Uhr voll gesperrt. Die Arbeiten am Herdentor werden bei gutem Wetter noch etwa zwei bis drei Wochen dauern. Hinzu gesellen sich Arbeiten am Osterdeich, der Findorff-Tunnel ist dicht, auch die Fahrt am Rembertiring entlang der Discomeile stellt die Nerven von Autofahrern auf die Probe. Ganz davon abgesehen, dass auch rund um Bremen, insbesondere im Süden viele Autobahnabschnitte nur bedingt für Entlastung sorgen.

Jens Eckhoff sieht „Unfähigkeit“ bei Planung

Insbesondere die Vielzahl der Baustellen und vermeintlich mangelnde Kommunikation des Bauressorts sorgte in jüngster Vergangenheit für Ärger. Jens Eckhoff, Vorsitzender der CDU Bremen-Stadt, sprach von „Unfähigkeit“ bei der Planung und davon, dass Bauvorhaben diesen Ausmaßes viele Menschen aus der Innenstadt fernhalten würden. FDP-Fraktionschefin Lencke Steiner nannte die Planungen „dilettantisch“ und sprach von einem „Anti-Autofahrer-Programm“. „Besucherfrequenz und Umsätze haben sich spürbar zum Negativen verändert“, hieß es unter anderem von Handelskammer-Präses Harald Emigholz. Er fügte an, dass insbesondere die Innenstadt-Einzelhändler „regelmäßig vor vollendete Tatsachen“ gestellt würden.

Und auch die Bremer SPD in Person von Stefan Pastoor von der Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen in der SPD (AGS) warf dem Ressort vor, die Vorhaben nicht ausreichend koordiniert zu haben. In Zeiten vieler Kommunikationsmöglichkeiten müsse eine Abstimmung mit allen Beteiligten möglich sein. „Telefonieren reicht nicht“, so Stefan Pastoor. Mitglieder der City-Initiative machten ihrem Unmut ebenfalls Luft. Aus ihrer Sicht wäre es sinnvoll gewesen, zunächst die Zukunft des Parkhauses Mitte zu klären, bevor Zufahrten aufwendig saniert würden.

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Deutschlands Fußball-Kader 2026: Wer hat Wurzeln außerhalb Deutschlands?

Deutschlands Fußball-Kader 2026: Wer hat Wurzeln außerhalb Deutschlands?

Joker und Undav retten Deutschland – DFB-Noten gegen die Elfenbeinküste

Joker und Undav retten Deutschland – DFB-Noten gegen die Elfenbeinküste

Hurricane 2026: Die Bilder vom Festival-Samstag

Hurricane 2026: Die Bilder vom Festival-Samstag

Bildergalerie: Hitze und Finch-Spontan-Gig auf dem Hurricane

Bildergalerie: Hitze und Finch-Spontan-Gig auf dem Hurricane

Kommentare