Bremermann investiert zweistellige Millionensumme in Neubau „Wallkontor“

Harms-Gebäude vor Abriss

So soll es aussehen, das „Wallkontor“, wenn es voraussichtlich im Jahr 2020 fertig ist – gesehen von der Straße Am Wall aus. Es ersetzt die drei am 6. Mai 2015 bei einem Brand zerstörten Gebäude, in denen „Harms am Wall“ untergebracht war. - Foto: Müller & Bremermann
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So soll es aussehen, das „Wallkontor“, wenn es voraussichtlich im Jahr 2020 fertig ist – gesehen von der Straße Am Wall aus. Es ersetzt die drei am 6. Mai 2015 bei einem Brand zerstörten Gebäude, in denen „Harms am Wall“ untergebracht war.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Überraschung zu Ostern: In den nächsten Tagen beginnt der Abriss der Harms-Brandruine in der Straße Am Wall. Dafür müssen die Verkehrsteilnehmer mit Straßensperrungen rechnen. Und ein paar Wochen später will Investor Marco Bremermann (Müller & Bremermann) mit den Arbeiten für den Neubau beginnen. Der Bremer Unternehmer investiert nach eigenen Angaben eine zweistellige Millionensumme in das Objekt mit Passage.

Rückblende: Am Abend des 6. Mai 2015 vernichtet ein Großfeuer das aus dem Jahr 1909 stammende dreiteilige Harms-Gebäude am Wall. Ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entsteht. Schnell stellen Experten fest, dass es vorsätzliche Brandstiftung war. Wer das Feuer an mehreren Stellen gleichzeitig gelegt hat, ist bis heute ungeklärt. Der frühere Geschäftsführer Hans Eulenbruch, lediglich Mieter im Gebäude, wurde ebenso wie ein Mitangeklagter Ende März 2017 vom Vorwurf der schweren Brandstiftung und des versuchten Versicherungsbetrugs freigesprochen. Gegen Eigentümer Bremermann wurde nicht ermittelt.

Blick nach vorn: Die Abrissgenehmigung für die Ruine liegt Bremermann schon seit längerem vor, er wollte das Projekt jedoch „in einem Rutsch“ durchziehen. Nachdem es im Dezember noch Diskussionen um Brandschutz und Passage gab, ist jetzt auch die Baugenehmigung erteilt, wie das Bauressort bestätigt. Nun will Bremermann loslegen. Anfang April soll die Ruine abgerissen werden. Ein paar Wochen später – Ende April/Anfang Mai – geht's los auf den Grundstücken Am Wall 157 bis 161 mit dem „Wallkontor“. Bis zum Frühjahr 2020 entsteht hier ein modernes Geschäftsgebäude. Der Neubau ersetzt die drei vom Feuer zerstörten Gebäude. Das „Wallkontor“ (Architekt Schulze Pampus Architekten, Bremen) bietet mit einer Gesamtfläche von 5.500 Quadratmetern Gewerbeflächen für Einzelhandel und Büros, wie es heißt. Die Fassade soll aus Naturstein bestehen, der Entwurf stammt vom Bremer Architekten Frank Püffel.

Das „Wallkontor“ – Ansicht vom Herdentorswall aus.

Die neue „Wall-Passage“ rückt von den Wallanlagen aus gesehen ein Stück nach links und bildet eine Flucht mit der Museumstraße. Sie lässt den Blick auf den Wall und die Katharinenpassage zu. Da sie laut Bremermann deutlich größer ist als die alte Passage, erhöhe sich die Gesamtnutzfläche des Neubaus im Vergleich zur Ruine nicht. Mit der Passage will der Geschäftsmann nach eigenen Worten eine „klar erkennbare und verbesserte Verbindung“ zwischen Wall und Schüsselkorb erreichen.

Für Abriss und Neubau werden die Verkehrsteilnehmer Sperrungen in Kauf nehmen müssen. In Abstimmung mit dem Amt für Straßen und Verkehr habe man die Einschränkungen minimiert. „Ganz vermeiden lassen sich Sperrungen bei einem solch komplexen Bauvorhaben jedoch nicht. Hier setzen wir auf das Verständnis aller Beteiligten“, so Geschäftsführer Bremermann. Für die erste Bauphase muss die Straße Am Wall zwischen Herdentor und Bischofsnadel ab Anfang April für etwa zwei Monate voll gesperrt werden. Im Anschluss wird die Straße voraussichtlich bis Oktober einseitig befahrbar sein und eine Einbahnstraßenregelung greifen. Danach ist der Wall wieder komplett frei, der Gehweg sowie der Parkstreifen auf Höhe des Gebäudes bleiben bis zur Fertigstellung 2020 gesperrt. Die Herdentorswallstraße auf der Rückseite des Grundstücks bleibt, wie seit dem Feuer, für die gesamte Bauzeit gesperrt.

Den Abriss bezeichnet Bremermann als „technische und logistische Herausforderung“. Alles müsse auf kleinstem Raum erfolgen, die angrenzenden Gebäude müssten statisch abgesichert werden.

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