Freizeitangebote werden gestrichen / Restaurants dicht

Bremen sagt Weihnachtsmarkt ab

Abgesagt: Auch der Weihnachtsmarkt fällt in diesem Jahr aus. das hat der Senat beschlossen.
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Abgesagt: Auch der Weihnachtsmarkt fällt in diesem Jahr aus. das hat der Senat beschlossen.

Bremen – Viel geht nicht mehr: Auch in Bremen wird das öffentliche Leben ab Montag für vier Wochen bis Ende November auf ein niedriges Level zurückgefahren. Das kleinste Bundesland setzt die in der Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den 16 Ministerpräsidenten gefassten Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie ohne Abstriche um. „Wir brauchen eine nationale Kraftanstrengung, um die Wucht der pandemischen Welle zu brechen“, sagte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Donnerstagabend im Rathaus.

Es geht vor allem darum, soziale Kontakte flächendeckend zu reduzieren. In der Öffentlichkeit dürfen sich noch maximal zehn Personen aus zwei Haushalten treffen. Auch in Bremen werden die Freizeitangebote zusammengestrichen. Theater, Konzerthäuser, Kinos, Spielhallen, Spielbanken, Kneipen, Bars und Restaurants, Bordelle, Clubs, Schwimmbäder, Saunen, Fitness-, Tattoo- und Kosmetikstudios werden geschlossen. Touristische Übernachtungen werden verboten. Sportplätze und Sporthallen werden wieder geschlossen. Der Amateursport ruht. Die Werder-Profis dürfen nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit kicken.

Bremen sagt Weihnachtsmarkt ab: Auch „Schlachte-Zauber“ entfällt

Außerdem werden alle Veranstaltungen untersagt, die der Unterhaltung dienen. Dazu zählen eben auch der Bremer Weihnachtsmarkt und der „Schlachte-Zauber“, die der Senat im Anschluss an die Runde mit der Kanzlerin abgesagt hat. Das seien „scharfe Einschränkungen, deutliche und drastische Einschnitte“, die die gesamte Freizeitbranche treffen, fuhr der Bürgermeister fort. Für die Betriebe der Branche gibt es eine finanzielle Entschädigung – eine Nothilfe in Höhe von 75  Prozent des Umsatzes vom November 2019. Bovenschulte weiter: „Ich weiß, was wir den Menschen zumuten. Aber es gibt keine wirkliche Alternative.“ Ziel sei es, die Pandemie im Dezember wieder unter Kontrolle zu haben.

Offenbleiben vorerst hingegen Einzel- und Großhandelsgeschäfte sowie Friseurgeschäfte. „Das wirtschaftliche Leben soll so weit wie möglich aufrechterhalten werden“, so Bovenschulte. Schulen und Kitas sollen offengehalten werden. Der Außer-Haus-Verkauf bleibt den Restaurants erlaubt.

Bremen sagt Weihnachtsmarkt ab: Sondersitzung des Parlaments

Die Bremischen Bürgerschaft tritt am Sonnabend, 31. Oktober, um 10 Uhr in Messehalle 7 auf der Bürgerweide zu einer Sondersitzung zusammen. Darauf haben sich auf Anregung der CDU alle Fraktionen verständigt. In einer Regierungserklärung vor dem Parlament soll der Bürgermeister die Maßnahmen des Senats darlegen. Im Anschluss an die Erkärung wird es eine Aussprache geben. „Die zu erwartenden Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens müssen wir in Bremen diskutieren und erklären“, sagte CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp.

Corona in Bremen: Vier weitere Todesfälle

206 neue Corona-Fälle hat das Gesundheitsressort am Mittwochabend für das Land Bremen gemeldet, davon 187 in der Stadt Bremen – der Inzidenzwert stieg hier auf 170,2, in Bremerhaven liegt er bei 51,8. Die Zahl der bestätigten Fälle seit Ausbruch der Pandemie im März stieg damit auf 4 894 (Stadt Bremen: 4 509). 3 162 Menschen gelten inzwischen als genesen.

Vier weitere Menschen starben mit dem Virus (drei davon in Bremen), insgesamt bislang 70. Bei zwei der vier neuen Todesfälle handelt es sich um Menschen aus Pflegeeinrichtungen, sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts.

Corona in Bremen: Aktuell 1 662 Infizierte

Aktuell sind den Behörden 1 662 Covid-19-Infizierte bekannt, davon allein 1 573 in der Stadt Bremen. In Kliniken des Landes Bremen liegen 112 Corona-Patienten (davon 17 aus dem Umland). 19 dieser Patienten werden auf Intensivstationen versorgt, elf werden beatmet, hieß es von Lukas Fuhrmann weiter. In der vergangenen Woche wurden den Angaben zufolge knapp 15 000 Corona-Tests durchgeführt – täglich etwa 2 130. Im Frühjahr waren es rund 400.

In zehn Altenheimen und einer Behinderteneinrichtung in der Stadt Bremen gibt es gut 50 Corona-Infektionen, davon mehr als 30 bei Mitarbeitern. Das Gesundheitsamt führe vor Ort Tests durch und unterstütze die Einrichtungen bei der Umsetzung von Hygienekonzepten, so Fuhrmann. gn

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