Historiker Herbert Schwarzwälder gestorben
Bremen war sein Thema
Bremen - Von Thomas KuzajSein „Großes Bremen-Lexikon“ (Edition Temmen) steht auch auf unserem Schreibtisch. Wer beruflich mit Bremen zu tun hat, guckt da immer wieder hinein. Es ist ein Standardwerk. Sein Autor, der Historiker Professor Herbert Schwarzwälder, hat viele Standards gesetzt, was die bremische Geschichtsschreibung angeht. Wie gestern bekannt wurde, ist er am Sonntag, 11. September, gestorben.
Schwarzwälder, am 14. Oktober 1919 in Bremen geboren, verfolgte Rummel um seine Person stets mit einem leichten Befremden – so auch vor knapp zwei Jahren, als er mit etlichen Glückwünschen zu seinem 90. Geburtstag bedacht wurde. Der Historiker stellte lieber Bremen in den Mittelpunkt. Es lag ihm mehr, von seinen Forschungen zu berichten und über seine Bücher zu sprechen.
Seit den 50er Jahren hatte er viel geschrieben, sehr viel. Als „der Schwarzwälder“ schlechthin muss seine mehrbändige „Geschichte der Freien Hansestadt Bremen“ gelten – nicht mehr und nicht weniger als ein Schlüssel zu Bremen, der dem Leser viele Quellen öffnet und das Verständnis historischer Zusammenhänge erschließt.
Schwarzwälder studierte in Marburg Geschichte, Germanistik, Anglistik und Politologie und promovierte 1953 über das Thema „Entstehung und Anfänge der Stadt Bremen“. Ab 1960 lehrte er an der Pädagogischen Hochschule, von 1971 bis 1988 dann an der Bremer Universität mit den Schwerpunkten Landesgeschichte, Hanse und NS-Zeit. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD): „Wir verlieren einen herausragenden Chronisten, der nahezu sein ganzes berufliches Leben der Erforschung und Vermittlung bremischer Geschichte gewidmet hat.“