„Faszinierende“ Aussichten

Stararchitekt Daniel Libeskind gestaltet Sparkassen-Areal Am Brill

US-Stararchitekt Daniel Libeskind (von rechts) mit Bürgermeister Carsten Sieling und Bausenator Joachim Lohse. Foto: dpa
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US-Stararchitekt Daniel Libeskind (von rechts) mit Bürgermeister Carsten Sieling und Bausenator Joachim Lohse.

Bremen - Das ist doch mal ein Name: Der US-Stararchitekt Daniel Libeskind (72), bekannt für spektakuläre, hohe Bauten, wird für die israelische Schapira-Gruppe das 11 000 Quadratmeter große Sparkassen-Areal Am Brill gestalten. Hier soll nach dem Auszug der Banker ein neues Quartier mit den Themen Wohnen, Kaufen, Arbeiten und Erleben entstehen. Am Donnerstag stellten die Schapira-Brüder Pinchas und Samuel erste Pläne im Rathaus vor. „Faszinierend“, lautete das Urteil von Bausenator Joachim Lohse (Grüne).

Der Bausenator kann sich durchaus vorstellen, dass mit dem Libeskind-Entwurf ein „zweites Kraftzentrum“ am anderen Ende der City entsteht. Mit Blick auf den Einzelhandel könne vom ersten Kraftzentrum, dem Rathaus, ein Spannungsbogen zum Areal Am Brill geschlagen werden. Dort wiederum könne mit dem Libeskind-Entwurf ein „Ort der Faszination“ entstehen.

Konkretes zu den Plänen wurde am Donnerstagabend nicht verraten. Lohse sagte, der Entwurf werde nun diskutiert, man müsse schauen, wie er in der Bevölkerung ankomme und wie der Verkehr sich erschließen lasse.

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) nannte das Mitwirken des Stararchitekten eine „Chance und auch ein Kompliment“. Bremen bekomme inzwischen häufiger Angebote von spannenden Investoren - und nun auch von großartigen Architekten. „Die Chance wollen wir nutzen. Es muss aber auch passen und funktionieren“, sagte er mit Blick auf die folgenden Diskussionen. „Wir werden das jetzt bewerten“, so Sieling. Erst dann folge eine Detailplanung.

Libeskind, der unter anderem das Jüdische Museum Berlin und den Neubau des World Trade Centers in New York entworfen hat, zeigte sich im Rathaus begeistert von der historischen Baukunst. „Seit den Zeiten der Hanse war Bremen mit der Welt verbunden“, sagte der 72-Jährige. Dem hohen Standard dieser Architektur wolle er mit seinem Entwurf entsprechen. Andreas Thielemeier, für die Schapira-Famlie als Geschäftsführer bei Einkaufszentren tätig, freute sich, Daniel Libeskind als Architekten gewonnen zu haben. „Das ist ein spektakulärer Entwurf für das Areal“, sagte er. Und er betonte zum Millionenprojekt in Bremen: „Wir wollen das jetzt schnell durchziehen. Das darf alles nicht zu lange dauern.“ Genau dafür ist die Gruppe im Übrigen bekannt - was die Schapiras anpacken, setzen sie fix um. In „vier bis sechs Wochen“, so Thielemeier, will man sich wieder in Bremen treffen.

Die internationale Investorengruppe um die Familie Schapira hat bereits mehrere Projekte in Deutschland umgesetzt - in Bremen die Bücherei Am Wall und das DHL-Gebäude im Güterverkehrszentrum. Nun folgt das Areal Am Brill. Klar ist, dass die historischen Sparkassenhallen (etwa 190 Jahre alt) erhalten bleiben. Diskussionen gibt es um die Höhe der neuen Gebäude, Schapiras möchten höher hinaus, als es Bremen lieb ist. Bei einem Werkstattverfahren zur städtebaulichen Entwicklung des Areals von den Ressorts Bau und Wirtschaft sowie der Sparkasse hatte sich die Jury vor einem Jahr einstimmig für den Entwurf der Gruppe Robertneun Architekten aus Berlin entschieden. Das Konzept diente als Grundlage für die das Bauleitplanverfahren und die weiteren Gespräche. Der Entwurf machte bereits Vorschläge für akzentsetzende Hochpunkte.

Umzugspläne 

Im Dezember 2016 machte die Sparkasse Bremen bekannt, dass sie ihren Hauptsitz Am Brill in den Technologiepark in Uninähe verlegen möchte. Bereits im November 2017 war das 11 000 Quadratmeter große Gelände mit dem historischen Gebäude am Rande der Innenstadt an die israelische Schapira-Gruppe verkauft. Bis der Neubau der Sparkasse auf der 7 200 Quadratmeter großen Fläche an der Universitätsallee etwa Ende 2020 fertig ist, wird der Finanzdienstleister den Standort Brill nutzen. gn

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