Fahrgast-Statistik

Corona prägt die Bilanz des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen

„Thedinghausen wird mobil“. . .: VBN-Bus am Bremer Hauptbahnhof. Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen hatte auch im vergangenen Jahr unter deutlich gesunkenen Fahrgastzahlen zu leiden. Gegenwärtig sorgt das Neun-Euro-Ticket für Fahrgast-Zuwächse.
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„Thedinghausen wird mobil“. . .: VBN-Bus am Bremer Hauptbahnhof. Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen hatte auch im vergangenen Jahr unter deutlich gesunkenen Fahrgastzahlen zu leiden. Gegenwärtig sorgt das Neun-Euro-Ticket für Fahrgast-Zuwächse.

Bremen – Die Pandemie fährt immer mit. Erneut prägt Corona die Jahresbilanz des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (VBN). Das Zahlenwerk für 2021 ist am Dienstag in Bremen präsentiert worden. Laut VBN-Geschäftsführer Rainer Counen sind die Fahrgastzahlen im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 auch im vergangenen Jahr auf einem niedrigen Niveau geblieben.

2020 waren 116,6 Millionen Fahrten gezählt worden, 2021 dann 117,2 Millionen – gegenüber 2019 (175,4 Millionen) ein Fahrgastrückgang um 33 Prozent. Die Fahrgeldeinnahmen sanken von 230,7 Millionen Euro im Vor-Corona-Jahr 2019 über 179,6 Millionen Euro (2020 mit den noch „normalen“ Monaten Januar und Februar) auf 168,5 Millionen Euro in 2021. Gegenüber 2019 entspricht das einem Einnahmerückgang von 27 Prozent.

Counen: „2021 wurde insbesondere zum Jahresende durch die Omikron-Variante negativ beeinflusst. Trotz deutlich gestiegener Fahrgastzahlen in den ersten vier Monaten 2022 – gegenüber 2021 um 38 Prozent – liegen wir noch deutlich unter den Werten von 2019. Die Tendenz stimmt, aber wir werden die Vor-Corona-Situation nicht kurzfristig erreichen können.“ Die 38-Prozent-Steigerung auf 36,6 Millionen Fahrgäste liegt immer noch um 28 Prozent unter dem Wert des Vergleichszeitraums im Jahr 2019.

„Das ist einfach Geld, das uns fehlt“

Ähnlich sieht es bei den Einnahmen aus. Sie stiegen in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres auf 50,5 Millionen Euro. Das sind 19 Prozent mehr als im Vorjahr, aber noch immer 27 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2019. Ende des Jahres werden, so die Erwartung, gegenüber 2019 etwa 34 Millionen Euro weniger in der Kasse sein (Neun-Euro-Ticket nicht eingerechnet). Counen: „Das ist einfach Geld, das uns fehlt.“ Ohne den Corona-Rettungsschirm müssten die Kommunen dafür aufkommen, so Christof Herr, der Geschäftsführer des Zweckverbands Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN).

Während im VBN die Verkehrsunternehmen zusammengeschlossen sind, gehören dem ZVBN die entsprechenden Kommunen an. Den VBN bilden insgesamt 29 Verkehrsunternehmen. Sie decken eine Fläche von 9.383 Quadratkilometern ab – Einwohner: 1,96 Millionen.

Neun-Euro-Ticket „richtig gut für den Nahverkehr“

Viele von ihnen sind gegenwärtig mit einem Neun-Euro-Ticket unterwegs. Was die Werbewirkung angeht, ist das Ticket „richtig gut für den Nahverkehr“, sagt Counen. „Der Bund nimmt dafür viel Geld in die Hand, 2,5 Milliarden Euro.“ Apropos Geld – wünschenswert sei ein „Angebotsausbau“. Counen: „Wenn man Verkehrswende will, dann muss Geld auf den Tisch. Nachhaltig braucht es da finanzielle Mittel.“

Klar – will man Menschen, Pendler zum Beispiel, zum Umsteigen bewegen, dann muss das Angebot stimmen. Fahren Busse nur selten, sind Züge dauernd überfüllt, dann bleibt für viele das Auto attraktiver. Home-Office, Angst vor Ansteckung, wegfallende Wege – wegen Corona sind laut einer VBN-Umfrage 33 Prozent der Fahrgäste von Bus und Bahn auf Auto (und Rad) umgestiegen. Diese Fahrgäste sind zunächst verloren. Ob die hohen Benzinpreise und das Neun-Euro-Ticket sie in Bus und Bahn zurückbefördern, bleibt abzuwarten.

270.000 Neun-Euro-Tickets im VBN

Wobei das Neun-Euro-Ticket im VBN-Gebiet gut läuft. „Wir verkaufen es auf allen Kanälen“, sagt Counen. Digital per „Fahrplaner-App“, an Automaten, in Kundencentern. Und direkt in Bussen. Bis Montag dieser Woche sind es insgesamt 270.000 Neun-Euro-Tickets gewesen, 45.000 davon digital. Hinzugerechnet werden müssen noch die Abonnenten (70.000) und Studenten (50.000). Macht unterm Strich für die drei Ticket-Monate Mindereinnahmen von 31 Millionen Euro, die der VBN aber vom Bund erstattet bekommt.

Und danach? Wird weiter auf Angebote gesetzt. Zum September etwa kommt das Jugend-Aboticket „Tim“ („Täglich immer mobil“). Schüler und Azubis zahlen dafür 30 Euro im Monat – weniger als für viele andere Monatskarten. Ziel sei es, mehr als 20.000 „Tim“-Abos zu verkaufen, heißt es beim VBN.

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