Wo soll’s langgehen?

Bremer Online-Umfrage zur Verkehrsplanung bis 2030

Um die Schwerpunkte der Bremer Verkehrsplanung bis 2030 geht es in der Online-Umfrage (hier das Titelbild), die noch bis zum 30. April freigeschaltet ist. Die Ergebnisse sollen in die weiteren Beratungen einfließen.
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Um die Schwerpunkte der Bremer Verkehrsplanung bis 2030 geht es in der Online-Umfrage (hier das Titelbild), die noch bis zum 30. April freigeschaltet ist. Die Ergebnisse sollen in die weiteren Beratungen einfließen.

Verkehrsplanung bietet immer viel Diskussionsstoff. Bremen lädt jetzt zum Diskutieren ein – online. Es geht um die Planung bis 2030. Und die ist auch für Umland-Bewohner interessant.

Bremen – Wohin steuert Bremens Verkehrspolitik? Dazu läuft gegenwärtig eine Online-Umfrage, die auch das Umland bewegen dürfte. Denn es geht dabei unter anderem um Themen, die Umland-Bewohner und die Region direkt betreffen. Die Stimmabgabe ist noch bis zum 30. April möglich – auch für Pendler, für Menschen aus Bremens „Speckgürtel“.

Im Verkehrsressort heißt es, die „Teilfortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans“ sei „auf der Zielgeraden“. Anders gesagt: es geht um den Verkehr in Bremen im Jahr 2030, um die Grundlagen für die Verkehrsplanung. Unter dieser Adresse werden Maßnahmen für vier Themenbereiche vorgestellt – und können bewertet werden. Was kommt dabei heraus?

Nun, die Ergebnisse dieser Online-Umfrage werden – wie es in schönstem Behördendeutsch heißt – im Projektbeirat zum Verkehrsentwicklungsplan beraten. In diesem Beirat sitzen Vertreter der Verwaltung, die Verkehrspolitiker der Bürgerschaftsfraktionen, außerdem Verbände und Institutionen – beispielsweise die Handelskammer, die Autofreunde vom ADAC, die Fahrradfreunde vom ADFC und die Einzelhandelsvereinigung City-Initiative.

Karten, Sterne und vier Maßnahmenpakete

„Ziel ist, die Teilfortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans noch vor den Sommerferien den politischen Gremien zum Beschluss vorzulegen, so dass noch in diesem Jahr mit der Umsetzung der Maßnahmen begonnen werden kann“, heißt es weiter. Die autofreie City (hier sanft mit „Mobilität in der Innenstadt“ umschrieben), die Strategie für Busse und Bahnen, die Anbindung von Stadt und Region sowie Parken in Wohnquartieren, das sind die vier Felder, zu denen Bürger nun Online-Bewertungen abgeben können.

Eine Online-Fragekarte mit noch nicht ausgefüllten Bewertungs-Sternen.

Optisch kommt das alles frisch und flott daher. Für jedes dieser Themenfelder (oder auch: Maßnahmenpakete) gibt es Spielkarten, auf denen einzelne Teilaspekte zu bewerten sind – mit bis zu fünf Sternen. „Je mehr Sterne Du antippst, desto wichtiger ist Dir die Maßnahme“, heißt es dazu. Bremens Verkehrsplaner duzen ihr Publikum.

Beim Maßnahmenpaket Innenstadt-Verkehr wird unter anderem nach der Umgestaltung der Martinistraße, Parkmöglichkeiten im City-Straßenraum und nach der geplanten Umgestaltung der Brill-Kreuzung (mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, Fahrradparkhaus im Brill-Tunnel) gefragt. Es geht auch um die vorgesehene „Neuverteilung der Fahrbahnen“ in der Bürgermeister-Smidt-Straße: „Der Radverkehr wird auf einer noch dem Auto vorbehaltenen Spur geführt.“ Ein Stern: finde ich „nicht so wichtig“. Fünf Sterne: finde ich „unverzichtbar“. Weitere Aspekte: „Rückbau“ der Auto-Unterführung an der Tiefer, neue Fußwege, mehr Fahrradparkhäuser in der Innenstadt.

Zusammenfassung und Vergleich am Schluss

Am Ende sieht jeder Teilnehmer seine eigenen Angaben noch einmal zusammengefasst – und im Vergleich dazu die bisherige durchschnittliche Bewertung der weiteren Teilnehmer. Beim Themenfeld Innenstadt-Verkehr waren es am Mittwoch gut 3 500 Bewertungen. Für wichtig halten die bisherigen Teilnehmer Fahrradstellplätze und Fußgängerbereiche (Durchschnittswert jeweils 3,9 von fünf Sternen).

Beim Maßnahmenpaket „Anbindung Stadt und Region“ wird unter anderem nach kürzeren Taktzeiten, mehr Bussen und Bahnen in Randzeiten und verbesserten Anschlüssen gefragt: „Für mehr Flexibilität der Fahrgäste aus dem Umland.“ Es geht auch um zusätzliche regionale Schnellbusse und um die direkte Anbindung von Gewerbegebieten, Stadtteilen und des Flughafens. Auch Ziele in der Innenstadt soll der öffentliche Nahverkehr vermehrt direkt ansteuern: „Lästiges Umsteigen wird vermieden, die Gesamtreisezeit gesenkt.“

Per Rad aus dem Umland nach Bremen pendeln?

Es wird auch dafür geworben, per Rad aus dem Umland Richtung Bremen zu fahren („Bike and Ride“). Und der Autoverkehr? Ein gemeinsames Park-and-Ride-Konzept mit den Nachbarkommunen ist Thema, ansonsten ist die Botschaft der Bremer Planer schon zu spüren: Auto? Nicht sooo gern…

Dafür tauchen die Pendler noch im Maßnahmenpaket „Busse und Bahnen“ auf. Vorschlag der Planer: „Von allen, die in Bremen arbeiten, aber nicht dort leben, werden automatisch 15 Euro ihres Gehalts einbehalten.“ Im Gegenzug dürfen die Einpendler den öffentlichen Nahverkehr innerhalb Bremens kostenlos nutzen und „vergünstigte Anschlusstickets“ für Fahrten über die Stadtgrenze hinaus kaufen. Wie kommt das an? Stand Mittwoch: 2 921 Bewertungen, Durchschnitt: 3,5 von fünf Sternen.

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