Ex-Kaufhof-Gebäude neu vermietet
Bremer City: Opti mit Option
Bremen – Keine Zwischennutzung, sondern richtige neue Verträge – die Frankfurter Immobiliengesellschaft DIC Asset AG hat einen neuen Ankermieter für das ehemalige Kaufhof-Gebäude in der Bremer Innenstadt gefunden. Zudem seien die Flächen im Haus, insgesamt etwa 26 000 Quadratmeter, „komplett neu vermietet“ worden, teilte ein DIC-Sprecher am Dienstag mit. Hauptmieter wird das Möbelhaus Opti-Wohnwelt.
Das Unternehmen mit Stammsitz im nördlichen Bayern übernimmt die ehemaligen Kaufhof-Flächen – etwa 15 500 Quadratmeter – „für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren mit Option zur Verlängerung“, so DIC. Der Elektronikmarkt Saturn und der Edeka-Supermarkt, zuvor Untermieter von Karstadt-Kaufhof für 10 200 Quadratmeter der Gesamtmietfläche, haben nun direkte Mietverträge mit der DIC Asset AG abgeschlossen.
All das dürfte sich auswirken auf die Pläne des Bremer Investors Kurt Zech, in dessen Innenstadt-Plänen die Immobilie eine wichtige Rolle spielt. Zech will das Parkhaus Mitte abreißen und unter Einbeziehung der Gebäude von Karstadt und – eben – Ex-Kaufhof eine „City-Galerie“ für Einzelhandel, Büros und Wohnungen errichten.
Noch vor dem „Balge-Quartier“ des Unternehmers Dr. Christian Jacobs gelten die Zech-Pläne als das zentrale Projekt für einen Um- und Neubau der Bremer Innenstadt. Die frühere Kaufhof-Immobilie ist mit dem Parkhaus Mitte verbunden, über das Parkhaus sind die Parkplätze auf dem Dach des Kaufhauses zu erreichen.
Mögliche Perspektive für Kaufhof-Mitarbeiter
Doch mit den neuen Vermietungen ergibt sich nun eine neue Perspektive für das Gebäude an der Papenstraße. Opti wird in Bremen seinen 18. Standort in Deutschland eröffnen. Das Unternehmen setze hier „ein innovatives City-Konzept mit einem breiten Angebot einschließlich Liefer- und Aufbauservice um“, so der DIC-Sprecher. Und weiter: „Opti-Wohnwelt prüft derzeit eine mögliche Übernahme eines Teils der ehemaligen Kaufhof-Mitarbeiter.“
Bereits beschlossen ist, dass ins Gebäude investiert werden soll – und das nicht zu knapp. „Der Mieterausbau beginnt ab November mit dem Ziel der Inbetriebnahme bis spätestens August 2021. Innerhalb der Umbauphase werden insgesamt rund 3,5 Millionen Euro investiert“, heißt es bei DIC Asset.
Der „Lichtbaum“ soll bleiben
Der weit über Bremen hinaus bekannte „Lichtbaum“ zwischen den Rolltreppen, der vom Keller bis in die vierte Etage reicht, bleibe erhalten. Und: „Zur weiteren Unterstützung der Kundenfrequenz wird zur Zeit ein umfassendes Marketingkonzept für die zentral gelegene Bremer Immobilie erarbeitet.“ Auch das klingt nach langfristigem Engagement.
Gemeinsam mit Opti, Saturn und Edeka habe DIC „ein Konzept für die Immobilie entwickelt, das gerade in der aktuell herausfordernden Zeit zur Vitalität des Bremer Stadtzentrums und der Sicherung eines breiten Einzelhandelsangebots beiträgt“, erklärte Sonja Wärntges, Vorstandsvorsitzende der DIC Asset AG. „Gleichzeitig freut uns, dass an dem Standort viele Arbeitsplätze im Einzelhandel vor Ort erhalten bleiben.“
Bremer Innenstadt: Regionalwaren in der Stadtwaage
Apropos Einzelhandel: auch andernorts bewegt sich was im Innenstadtbereich. In die historische Stadtwaage – eines der Kerngebäude im geplanten „Balge-Quartier“ des Investors Jacobs – kommt temporär neues Leben. Was als Messe für Produkte, Kunst und Literatur aus Bremen und umzu begann, wird dort nun für sechs Wochen sesshaft: Am 14. November öffnet der „Made-in-Bremen“-Store in der Stadtwaage an der Langenstraße.
Bis zum 31. Dezember soll es dort auf 400 Quadratmetern Regionalwaren geben – montags bis sonnabends von 11 bis 19 Uhr. Kunst und Kulinarisches, Handwerk und Literatur – darum geht‘s.
„Nichts könnte besser zu dieser urbremischen Handelsadresse passen als ein Showroom für die Erzeugnisse und die Kreativität der Region“, so die Projektinitiatorin Julia Schulze-Windhoff. „Die Stadtwaage und regionale Anbieter aus Bremen und umzu gehören seit Jahrhunderten zusammen. Wir freuen uns daher auf die Vorweihnachtszeit mit ,Made in Bremen‘ in der Stadtwaage“, erklärte Jacobs.