200. 000 Besucher auf den Osterdeichwiesen

Breminale: Party geht nach Hochwasser-Pause weiter

Hände hoch: Im „Bremen-Vier-Zelt“ herrscht ausgelassene Stimmung, als das Duo „Gestört aber geil“ an den Reglern steht. Foto: KOWALEWSKI
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Hände hoch: Im „Bremen-Vier-Zelt“ herrscht ausgelassene Stimmung, als das Duo „Gestört aber geil“ an den Reglern steht.

Ein Räumfahrzeug fährt über die Deichpromenade. Die sieht wieder ordentlich aus. Zwischen den Zelten und Buden an der Weser ist am Sonnabendabend gegen 19 Uhr wieder Hochbetrieb. Immer weniger erinnert daran, dass die Weser die Veranstaltungsfläche der Breminale am Weserdeich zuvor zu weiten Teilen überflutet hat und die „Breminale“ für knapp anderthalb Stunden unterbrochen werden musste. Am Sonntagabend wiederholte sich das Geschehen.

Bremen - In den Wallanlagen: Normalbetrieb. Das Schwestern-Duo „Joco“ weckt mit seinem zweistimmigen Harmonie-Gesang schnell die Herzen der Zuhörer vor der „Bremen-Zwei-Bühne“. Der Song „Kopfkarussell“ ist eine musikalisch geschickt verpackte Beschreibung eines anstrengenden Dämmerzustands. Die Klavierbegleitung erinnert an psychodelisch eingefärbte Jahrmarktsmusik.

Das DJ-Duo „Gestört aber geil“ hat das Publikum im randvollen „Bremen-Vier-Zelt“ sofort fest im Griff. Ihre Album-Mixe bekannter Songs gehen einfach in die Beine, besonders durch die eigenen, ziemlich schrägen Beats. Ihre Version von „Die perfekte Welle“ bringt tanzbare Beats und balladenhafte Stimmung zusammen.

Derweil wird es in einer Fotokabine eng. Vier junge Besucher lassen in witziger Pose mit Sektflasche vor dem Graffiti-Hintergrund fotografieren. Auf dem Boden der Kabine liegt noch Seegras. „Das ist super“, sagt Thilo (24) aus Bremen.

Mit „Dots“, einem Computerspiel ähnlich dem Klassiker „Tetris“, ist das Informatik-Büro „Neuland“ aus Bremen vor Ort. Istabraq (28) aus Algerien und Lea (23) aus Bremen tun sich leicht an den Controllern und haben es sich auf einem Sofa vor großen Darstellungsfläche bequem gemacht. Einige Stunden zuvor war von der Wohnzimmeratmosphäre im Freien nichts zu spüren war. „Hier war alles überflutet. Wir mussten mit der Technik in den Container.“

Bass und Gitarre sind mit Nylonsaiten bestückt: Die Punkband „Acht Eimer Hühnerherzen“ aus Berlin macht einen druckvollen, aber auch leicht folkigen Sound. „Ich wär’ gerne Feministin mit Tourett“, singt Sängerin Apocalypse Vega. Die Texte sind derb, aber herzlich.

Die Polizei zieht am Sonntagmittag ein positives Fazit der „Breminale“. Sprecherin Jana Schmidt spricht von einigen Delikten, darunter Diebstahl, Körperverletzung sowie Betäubungsmitteldelikte. Die Polizei schätzt die Besucherzahl auf 200 000.

Zu dieser Zahl kommt auch der Veranstalter. „Natürlich hätten wir uns besseres Wetter gewünscht. Dass auch noch Wasser von unten dazu kommt, kennen wir ja“, sagt der künstlerische Leiter Jonte von Döllen. Es sei am Sonnabend kein Konzert ausgefallen, auch wenn man einige Auftritte habe kürzen müssen. Erfolg habe die Nachhaltigkeitsstrategie gehabt. Die Besucher hätten den Verzicht auf Einweggeschirr gut aufgenommen. Fast alle der 10 000 angebotenen Taschenaschenbecher aus Pappe seien zudem verteilt worden.

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