Weitere Eröffnungen folgen schrittweise
Im „City-Gate“ am Hauptbahnhof öffnen die ersten Geschäfte
Luftballons, Glücksrad, kleine Präsente – das Übliche bei Geschäftseröffnungen. Aber dieses Mal gibt es das Übliche an einem besonderen Ort. Im „City-Gate“ am Bremer Hauptbahnhof haben am Freitag die ersten beiden Geschäfte eröffnet, eine Bäckerei („Back-Factory“) und ein Markt der Drogeriekette „dm“.
Bremen - Von Thomas Kuzaj. Bahnhofsplatz 41 und 42. Das ist sie, die „City-Gate“-Adresse, jedes Gebäude hat eine eigene Hausnummer. Die ersten beiden Geschäfte liegen in Nummer 41. Das „City-Gate“ ist ein 100-Millionen-Euro-Großprojekt mit – eben – zwei Gebäudeteilen, errichtet nach Plänen des Architekten Max Dudler. Investor ist die Achim-Griese-Treuhandgesellschaft aus Hamburg. Der erste Spatenstich wurde im August 2015 gefeiert. Vor sieben Jahren hatten die Planungen begonnen.
Es war kein einfacher Weg. Proteste begleiteten das Projekt von Beginn an, Gegner der Bebauung der freien Fläche zwischen Hauptbahnhof und Hochstraße demonstrierten auch beim Spatenstich-Termin. Dann folgten Probleme in der Baugrube.
Baustelle am Hauptbahnhof sackte ab
Massive Probleme waren es, das Projekt hätte daran auch scheitern können. Gleise neben der Baustelle sackten ab, die Hochstraße hatte sich leicht gesenkt und musste angehoben werden. In der Grube: marode Erdanker, fehlende Stabilität. Der Streit zwischen Investor und Tiefbauunternehmen liegt noch bei Gericht.
Nun aber stehen die Hochbauten da und geben dem Bahnhofsvorplatz ein verändertes Gesicht. Beide Bauwerke haben zehn Geschosse, drei davon liegen unter der Erde. Mietfläche: gut 35.000 Quadratmeter. Zwischen beiden Häusern: eine 15 Meter breite und 70 Meter lange Passage. Die „Back-Factory“ hat hier auch ein paar Tische nach draußen gestellt. Zur Eröffnung scheint die Sonne.
Bremer City-Gate noch lange nicht fertig
Was aber nicht bedeutet, dass schon alles fertig ist – noch lange nicht. Flächen in den oberen Stockwerken präsentieren sich noch im Rohbau-Look. Aber es geht Schritt für Schritt voran.
„Es wird eine Reihe von Teileröffnungen geben“, sagt Ulf Wachholtz, Geschäftsführer der Achim-Griese-Treuhandgesellschaft. Nächster großer Termin ist die feierliche Eröffnung der Passage mit Vertretern von Politik und Verwaltung. Um den 10. Mai herum soll sie gefeiert werden – also noch vor der Bürgerschaftswahl am 26. Mai.
Die Passage – ein Kernelement der Gestaltung, eine Schlucht zugleich, die aber dennoch den Blick öffnen soll. Mit der Passage habe man auf die Stadt und ihren Wunsch nach öffentlichem Raum Rücksicht genommen, hat Architekt Max Dudler bei einem Baustellen-Besuch im Sommer vorigen Jahres gesagt. Die Passage ändere nichts daran, dass die beiden „City-Gate“-Bauten den Blick auf den Hauptbahnhof verstellen, halten Kritiker dem entgegen. Durch die Häuser habe der Bahnhofsvorplatz wieder eine Fassung bekommen, sagt hingegen der preisgekrönte Architekt. Und mit den jeweils 27,50 Meter hohen Gebäuden erscheine der Bahnhof größer als zuvor und rücke näher an die Innenstadt heran.
Burger von „Hans im Glück“ ab Mai im City-Gate
Zurück in die (nähere) Zukunft: Voraussichtlich im Mai öffnet auch die Burgerkette „Hans im Glück“. Ebenfalls vor der Wahl, aber wohl ohne Politiker, öffnet das Untergeschoss mit „Rewe“ und „Woolworth“ – als Termin ist hierfür im Moment der 16. Mai geplant. Dann soll in Nummer 42 auch das Parkhaus der Brepark öffnen – mit 280 Stellplätzen auf zwei Ebenen im Untergeschoss.
Wiederum im Anschluss daran sind die Hotels an der Reihe – das „Aparthotel Adagio“ und das „Ibis Budget“. Beide zusammen haben auf etwa 9000 Quadratmetern 300 Zimmer und Appartements – verteilt über drei Stockwerke. Den „Adagio“-Gästen steht im sechsten Stock ein Fitnessstudio zur Verfügung. Zudem ist dort eine „Cocktail-Lounge“ mit Blick über Bremen geplant.

