Bremen nun betroffen

Die wichtigsten Fragen zum Coronavirus – und der Unterschiede zur Grippe

Wie unterscheide ich eine Coronavirus-Infektion von einer einfachen Grippe? Wie gehe ich bei einem Verdacht vor und wie ist das Land Bremen aufgestellt? Lukas Fuhrmann vom Gesundheitsressort Bremen antwortet in diesem FAQ auf die häufigsten Fragen zum Coronavirus.

  • Coronavirus in Bremen: Experte beantworten die häufigsten Fragen
  • Infektion mit Coronavirus unterscheidet sich deutlich von einer Grippe-Infektion
  • In Bremen gibt es bereits mehrere Infektionen mit dem Coronavirus

Update, 4. März: Der Coronavirus-Ausbruch in Deutschland breitet sich weiter aus. Inzwischen gibt es mehrere Coronavirus-Fälle in Bremen und Niedersachsen.

Update, 29. Februar: Die Bremer Bildungsbehörde sagt jetzt Schulfahrten nach Italien ab. Zudem sollen alle weiteren geplanten Reisen auf Rücktritts- und Stornierungsmöglichkeiten geprüft werden.

Ursprüngliche Meldung vom 27. Februar: Bremen - Mittlerweile ist das Coronavirus Covid-19 auch in Deutschland auf dem Vormarsch; Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht die Lage bereits nicht mehr entspannt. „Wir befinden uns am Anfang einer Epidemie in Deutschland“, sagte er jüngst. In Bremen gibt es bislang keinen Verdachtsfall, sagte am Donnerstag Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts. Aber auch hier bereiten sich die Behörden auf das Coronavirus vor.

Wie soll sich ein Bürger verhalten, der Anzeichen für eine Covid-19-Erkrankung bei sich feststellt?

Erster Kontakt ist der Hausarzt. Von Virologen empfohlen wird zunächst der telefonische Kontakt. Der Arzt kann einen dann entweder zu Hause aufsuchen oder die Untersuchung machen, wenn seine Praxis nicht so intensiv frequentiert ist.

Wie unterscheiden sich die Anzeichen einer Covid-19-Infektion von einer Grippe?

Deutlich, sagt Dr. Martin Götz, Leiter des Referats Infektionskrankheiten im Bremer Gesundheitsressort. „Grippe legt jeden von jetzt auf gleich flach.“ Fieber, Husten und Kopfschmerzen seien plötzlich da, das Coronavirus entwickele sich dagegen langsam, etwa wie bei einer Erkältung. Zwei Tage lang Fieber (mehr als 38 Grad Körpertemperatur) und andere Erkältungsanzeichen – das ist laut Prof. Torsten Bauer, Chefarzt für Pneumologie an der Berliner Lungenklinik Heckeshorn, Indikator dafür, sich untersuchen zu lassen, erklärte er am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Der Verdacht auf Covid-19 liegt nahe, wenn in den 14 Tagen zuvor ein Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Patienten bestand oder eine Reise in ein Gebiet mit hoher Infektionsquote stattgefunden hat, so Götz.

Wie geht Bremen vor, wenn die Zahl der vorläufigen Verdachtsfälle steigen sollte?

„Wir wollen diese Fälle zu Hause isolieren, dort medizinisch betreuen und den Verdacht schnell abklären“, so Götz. Sollte eine stationäre Behandlung erforderlich sein, stehen bislang 15 Isolationsbetten im Klinikum Bremen-Ost zur Verfügung, sagte die Sprecherin der Klinik-Holding Gesundheit Nord (Geno), Karen Matiszick. Es gebe in allen Krankenhäusern Alarm- und Einsatzpläne, in denen festgelegt sei, welche Abläufe bei Schadenslagen gelten – auch im Falle einer Pandemie. „Wir halten also nicht vorsorglich Untersuchungsräume frei, sondern können im Bedarfsfall schnell zusätzliche Räume schaffen“, konkretisierte Matiszick. Kurzfristige Maßnahmen seien bislang nicht erforderlich gewesen: „Corona ist nicht hochinfektiös wie Ebola; unsere Vorbereitungen sind daher nicht anders als bei anderen Infektionen.“ Bislang habe es nur „vereinzelte Verdachtsfälle“ gegeben; bestätigt worden sei keiner.

Während in Bremen mögliche Corona-Patienten zunächst zu Hause behandelt werden sollen, ist an der Notaufnahme der Karlsruher Vincentius-Klinik sogar ein Empfangszelt aufgebaut. Dorthin sollen alle Patienten, die mit Fieber und grippeähnlichen Symptomen ankommen – auch zum Schutz des Personals, wie es heißt.

Gibt es in Bremen schon einen Krisenstab?

Nein, ein solcher Krisenstab ist geplant, falls die Zahl der Verdachtsfälle stark steigt und auch Erkrankungen auftreten. Genaue Zahlen nannte Götz nicht. Zum Stab würden neben dem Ressort das Gesundheitsamt, das Innenressort mit Polizei und Rettungsdiensten, Bildungs- und Verkehrsressort sowie die Bundespolizei gehören. Der Krisenstab würde – falls erforderlich – auch über Schließungen von Kitas, Schulen und Behörden entscheiden. „Da gibt es kein standardisiertes Vorgehen, das sind Einzelfallentscheidungen“, so Fuhrmann.

Rubriklistenbild: © dpa/Deck

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