Dramatisches Finale
Bremer Florian Wellbrock verpasst Olympia-Medaille nur knapp
Die Enttäuschung ist riesig. Beim Olympia-Finale über 800 Meter Freistil führte Doppel-Weltmeister Wellbrock noch bei der letzten Wende. Doch am Ende wurde er nur Vierter.
Bremen - Der Bremer Florian Wellbrock ist einer der großen deutschen Olympia-Hoffnungen in Tokyo. Doch nun gab es den ersten Dämpfer: Wellbrock wird im Finale über die 800 Meter Freistil „nur“ Vierter. 50 Meter vor dem Ziel war der 23-Jährige sogar in Führung. Noch im Vorlauf hatte der Doppel-Weltmeister die nationale Bestmarke von 7:41,77 Minuten aufgestellt. Mit dieser Zeit hätte er sich im Finale zum Sieger gekrönt. Mit 7:42,68 Minuten verpasste er jedoch um 35 Hundertstelsekunden den dritten Platz: „An sich habe ich mich gut verkauft. Es ist halt nur der vierte Platz, der ärgerlich ist“, so Wellbrock.
| Sportler | Florian Wellbrock |
| Geboren | 19. August 1997 (Alter 23 Jahre), Bremen |
| Größe | 1,92 m |
| Gewicht | 70 kg |
Noch einen Tag zuvor holte seine Verlobte Sarah Köhler selbst die Bronzemedaille. Für Doppel-Bronze hat es mit Wellbrock viertem Platz vorerst nicht gereicht. Dennoch hat Wellbrock noch zwei weitere Chancen, in diesem Jahr eine olympische Medaille abzustauben. „Das heute war ja an sich nicht schlecht“, stellte Wellbrock berechtigterweise fest. „7,42 ist immer noch die zweitschnellste Zeit, die ein Deutscher jemals geschwommen ist.“ Für ihn wäre es „wahrscheinlich schöner“, wenn er damit Fünfter geworden wäre.
Silber-Gewinner litt unter Pfeifferschem Drüsenfieber
Gold holte stattdessen der Amerikaner Robert Finke. Der Italienier Gregorio Paltrinieri wurde Zweiter und der Ukrainer Michailo Romantschuk schnappte sich Bronze. Beachtlich: Gregorio Paltrinieri war noch in der Vorbereitung an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt, am Donnerstag, 29. Juli holte er sich den zweiten Platz. „Normalerweise müsste ich den Paltrinieri auf den letzten 50 im Griff haben, das hatte ich heute nicht, was das Ganze noch ein bisschen ärgerlicher macht“, sagte Wellbrock über seinen Konkurrenten, mit dem er sich regelmäßig austauscht.
Zwei Jahre nach seinem historischen Doppel-Erfolg bei der WM 2019 in Südkorea, als Wellbrock binnen weniger Tage Gold im Freiwasser über zehn Kilometer und über 1500 Meter Freistil gewann, gelang ihm zwar nicht der erhoffte Japan-Start. Doch der gebürtige Bremer war bei aller Enttäuschung von Resignation weit entfernt. Mit einem weißen Handtuch über der Schulter hatte er es eilig, zum Ausschwimmen zu kommen. Wellbrock versuchte, das Positive zu sehen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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