Nostalgie im Advent

Drei Engel für Bremen: Weihnachts-Magie im Spiegelzelttheater

Glaskunst, Dielen, nostalgische Atmosphäre – im Spiegelzelttheater auf dem Platz vor dem Übersee-Museum inszeniert die Regisseurin Martina Flügge „Die Bremer Weihnachtsgeschichte“. Premiere: Donnerstag, 18. November, 20 Uhr.
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Glaskunst, Dielen, nostalgische Atmosphäre – im Spiegelzelttheater auf dem Platz vor dem Übersee-Museum inszeniert die Regisseurin Martina Flügge „Die Bremer Weihnachtsgeschichte“. Premiere: Donnerstag, 18. November, 20 Uhr.

Bremen – Weihnachten kann kommen, Bremen ist vorbereitet. Vor dem Übersee-Museum, auf dem Platz der Deutschen Einheit, steht das Spiegelzelttheater, das die Magie der Weihnacht in die Hansestadt bringen soll. Wer Bremen als Pendler über den Hauptbahnhof erreicht, kommt direkt an dem nostalgischen Zelt vorbei.

Im Zelt sitzt die Schauspielerin Martina Flügge und geht Texte durch. Flügge führt Regie im Zelt. Dielenboden, Glasmalerei, geschickt verborgene Bühnentechnik – in einem wie verzaubert wirkenden Ambiente aus Holz, Spiegeln und Licht inszeniert Flügge „Die Bremer Weihnachtsgeschichte“, die der Schauspieler Oliver Geilhardt nach Motiven der 1843 veröffentlichten „Weihnachtsgeschichte“ („A Christmas Carol“) von Charles Dickens (1812 bis 1870) geschrieben hat.

Bei Dickens liegt der Schwerpunkt auf dem Geizhals Ebenezer Scrooge; Geilhardt hat die Geschichte fürs Spiegelzelt ins Bremen des 19. Jahrhunderts verlegt und den Schwerpunkt verschoben. „Er liegt auf drei Weihnachtsengeln, die die Geister beschwören“, sagt Regisseurin Flügge. „Die Engel tummeln sich im Himmel über Bremen und haben alle ihre eigene kleine Geschichte.“

Die Engel lieben Knipp und Braunkohl

Eine eigene Geschichte, das darf man wohl sagen, hat auch das Bremer Spiegelzelttheater, ein Projekt des Theatermachers Knut Schakinnis (Theaterschiff, Komödie Bremen im Packhaus). Eigentlich nämlich wollte Schakinnis „Die Bremer Weihnachtsgeschichte“ schon im vorigen Jahr zeigen. Damals wurde das von einer Spezialfirma in Belgien gemietete Nostalgiezelt auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs – auf der Bürgerweide – aufgebaut. Dann machte Corona alles zunichte. Anfang des Jahres musste Schakinnis das Zelt abbauen, ohne dass jemals darin gespielt worden war.

Das nostalgische Spiegelzelttheater steht auf dem Platz vor dem Übersee-Museum.

Nun also der neue Versuch – mit einer Theater-Show, die für die ganze Familie gedacht ist. Und die bremisch durchwirkt auf die Bühne kommen soll. Geizhals Scrooge wird zum „Knickerbüdel“, den die Engel in einen besseren Menschen verwandeln wollen. Engel, die bremisch schnacken, die Braunkohl, Knipp und Babbeler lieben und die auch ganz genau wissen, wo die Hölle liegt. „Die Hölle ist Delmenhorst“, verrät Regisseurin Flügge. „Das ist für die Delmenhorster ein bisschen gemein“, gibt sie zu.

Der akrobatische Geist der Weihnacht

Doch andererseits… vom Glanz der Weihnachtszeit geblendet, nehmen die Delmenhorster es womöglich einfach mit Humor. Und mit Liebe zur Phantasie. „Wir machen es sehr märchenhaft“, sagt Martina Flügge über ihre Inszenierung. „Es ist uns wichtig, ein Märchen zu erzählen, damit die Menschen ein Weihnachtsgefühl bekommen, in Weihnachtsstimmung versetzt werden. Wir möchten, dass man in das Magische, das Zauberhafte hineingezogen wird.“

Da darf Musik nicht fehlen. Klassisches deutsches Weihnachtsliedgut wird es eher nicht sein – es wirkt zu schwer. „In amerikanischer Weihnachtsmusik ist mehr Swing drin“, so erklärt es Flügge. Musikalische Leitung: Manuel Jadue; Choreographie: Patrick Stauf.

Stille und laute Momente sollen sich abwechseln. Und, ja, auch der Geist der Weihnacht tritt auf – in angemessener Form, versteht sich: Den Geist der Weihnacht, den die Engel beschwören, spielt – eine Akrobatin! Ganz klar: Weihnachten kann kommen.

„Die Bremer Weihnachtsgeschichte“ feiert am Donnerstag, 18. November, um 20 Uhr auf dem Platz vor dem Übersee-Museum Premiere. Vorstellungen sind bis zum 9. Januar 2022 geplant. Karten zum Preis von 48 und 56 Euro gibt es unter dieser Adresse und im Ticketshop an der Balgebrückstraße 8. Es gilt 2G.

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