Böttcherstraße: Linke stellen Provisorium auf
Eine Tafel für den „Lichtbringer“
Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die Bürgerschaftsfraktion der Linken fordert, den „Lichtbringer“ am Eingang der Böttcherstraße um eine Hinweistafel zu ergänzen, auf der die politische Geschichte des Reliefs eingeordnet und erläutert wird. Der Abgeordnete Peter Erlanson stellte gestern schon einmal eine provisorische Info-Tafel auf.
„Das vom NSDAP-Mitglied Bernhard Hoetger geschaffene Bronzerelief ist eine Hommage an den Verbrecher Adolf Hitler und stellt mehrere Figuren dar, die jeweils ihren Arm zum Nazi-Gruß erheben“, sagen die Linken. „Der ‚Lichtbringer‘ – ein Hitler-Denkmal“, hieß es auf Erlansons Tafel.
Nun ist der Begriff „Hitler-Denkmal“ sicher eine arge Verknappung der Zusammenhänge – eine Hinweistafel aber findet auch in der Böttcherstraße selbst Zustimmung. „Meines Erachtens ist eine solche Erläuterung sinnvoll“, sagte Dr. Frank Laukötter, Direktor der Museen Böttcherstraße, unserer Zeitung.
Wie kamen die Linken jetzt auf das Thema? Fraktionssprecherin Doris Achelwilm verwies auf die bevorstehende Weihnachtssaison mit besonders vielen Bremen- und Böttcherstraßen-Besuchern. Zudem werde gegenwärtig auch noch auf Straßenbahnen mit dem „Lichtbringer“ geworben.
In der schriftlich verbreiteten Antwort auf eine Anfrage der Linken in der Fragestunde der Stadtbürgerschaft empfiehlt der Senat, es sollte „darauf verzichtet werden, mit dem Motiv des ‚Lichtbringers‘ für die Sehenswürdigkeiten der Stadt Bremen zu werben“. Und: „Die Bremer Straßenbahn AG wird die Darstellung entfernen und durch ein anderes Motiv ersetzen.“
Für eine Hinweistafel wird hier ebenfalls plädiert. Sie sei „eine gute Möglichkeit“, Touristen und auch Bremer „über die politischen und historischen Zusammenhänge des Reliefs zu informieren“.
Informieren – das macht gegenwärtig auch eine Ausstellung der Museen Böttcherstraße. In der Schau „Die Böttcherstraße als Idee“, die bis zum 2. Februar 2014 verlängert wurde, geht es um die Geschichte der Straße. In der Ausstellung heißt es, der „Lichtbringer“ war als „Hommage an Hitler“ gedacht. Böttcherstraßen-Mäzen Ludwig Roselius (1874 bis 1943) wollte Hitler damit für die Böttcherstraße gewinnen.
Über einen Tafel-Text spricht das Kulturressort gegenwärtig mit der Böttcherstraßen-GmbH, den Museen Böttcherstraße und dem Denkmalpfleger. Ergebnisse werden für Frühjahr 2014 erwartet.