Eisbärin verlässt Bremerhaven
"Lili" wechselt nach Holland
Bremerhaven - Von Jörg Esser. Und tschüss: Die kleine Eisbärin „Lili“ verlässt den Bremerhavener Zoo am Meer. Sie zieht zu ihrer großen Schwester „Lale“ nach Emmen in Holland. Das teilte Zoodirektorin Dr. Heike Kück am Freitag mit.
Der Reihe nach: „Lili“, die am 11. Dezember 2015 im Zoo am Meer das Licht der Welt erblickte, hat sich jüngst mit ihrer Mutter „Valeska“ zerstritten. Die beiden Eisbärdamen wurden Anfang April getrennt. In der Paarungszeit wollte die Mutter lieber zu „Lilis“ Vater „Lloyd“. „Sie scheuchte ihre Tochter aggressiv durch das Gehege, so dass sich ,Lili’ mit Sprüngen ins Wasser retten musste“, sagt Kück. Es gab aber die Hoffnung, dass sie sich nach der Paarungszeit wieder aneinander gewöhnen.
Heike Kück und Kollegen suchten aber auch nach Alternativen. Die „Vergesellschaftung“ von „Lili“ mit einem anderen Weibchen rückte in den Fokus. Die Lösung liegt jetzt in Emmen. Dort lebt die Bremerhavener Eisbärin „Lale“ (geboren im Dezember 2013 im Zoo am Meer) mit den zwei jungen Weibchen „Noordje“ und „Nela“. Drei Bärendamen – das ist keine gute Konstellation. Eine Bärin muss immer alleine spielen. Das ist derzeit „Nela“, die aus dem Münchner Zoo Hellabrunn nach Holland gekommen ist.
„Lili“ hat Trennung von „Valeska“ überwunden
Folglich suchten die Emmener nach einer vierten Jungbärin. Da kam ihnen der Konflikt von „Lili“ mit ihrer Mutter gerade recht. Die Holländer fragten an, der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes für Eisbären schlug den Umzug vor. Die Bremerhavener Verantwortlichen stimmten dem Transfer zu.
„Lili“ hat derweil die Trennung von „Valeska“ überwunden. Die Tierpfleger trainieren fleißig mit ihr, damit sie freiwillig in die Transportkiste geht. „Das klappt schon fast perfekt“, heißt es. Und so fährt „Lili“ schon bald per Lkw nach Emmen. Der Countdown läuft. Die Eisbärin bleibt nur noch bis Sonntag, 7. Mai, in Bremerhaven.
Die Eltern von „Lili“ und „Lale“, „Valeska“ und „Lloyd“, bleiben derweil noch ein paar Wochen getrennt – so lange, bis die Paarungszeit vorbei ist. „Die Eisbären dürfen erst im nächsten Jahr wieder an Nachwuchs denken“, sagt Zoodirektorin Kück.
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