Zwei Polizisten unter Verdacht
Großrazzia in Bremen: Schlag trifft auch Drogen- und Clankriminalität
Bei einer Großrazzia ist Ermittlern im Raum Bremen ein erneuter Schlag gegen Drogen- und Clankriminalität gelungen. Auch zwei Polizeibeamte sind verdächtig.
Bremen - Bei einem Großeinsatz im kriminellen Milieu in Bremen sind vier Menschen festgenommen worden. Unter den Verdächtigen sei auch ein mutmaßlich korrupter Ermittler des Landeskriminalamts, berichtete zuerst das Magazin „Der Spiegel“. Die Polizei Bremen, die Staatsanwaltschaft Bremen und das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigten wenig später in einer Mitteilung, dass es sich bei den Personen um Männer im Alter zwischen 29 bis 40 Jahren handelte.
Die Verdächtigen aus der kriminellen Szene wurden wegen bestehender Haftbefehle wegen Verdachts des bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln durch Spezialkräfte der Bundespolizei und der Polizei Bremen festgenommen, heißt es weiter vonseiten der Polizei, der Staatsanwaltschaft und des BKA. Die Ermittlungen richten sich demnach gegen insgesamt zwölf Beschuldigte im Alter zwischen 29 und 59 Jahren, unter anderem auch zwei Polizeibeamte ‒ eine 40-jährige Frau und einen 36 Jahre alten Mann.
Insgesamt wurden laut Angaben von Polizei, Staatsanwaltschaft und BKA am frühen Donnerstagmorgen 23 Wohnungen und Geschäftsräume in Bremen und dem Bremer Umland durchsucht. Hintergrund sei laut dem „Spiegel“ ein Ermittlungskomplex der Staatsanwaltschaft Bremen mit dem Codenamen „Zirkel“. Die Behörden teilten weiterhin mit, im Einsatz waren Ermittlerinnen und Ermittler des Bundeskriminalamts sowie der Polizei Bremen. Eingerichtet wurde die am Donnerstag tätige gemeinsamen Ermittlungsgruppe demnach Mitte 2019. Schon bei einer Razzia im Februar 2021 richteten sich die Bemühungen der Einsatzkräfte und Ermittler gegen die Clan- und Drogenszene im Großraum Bremen.
Seitenlanger Brief mit Hinweisen soll Ermittlungen in Bremen ermöglicht haben
Dem „Spiegel“-Bericht zufolge gehen die Ermittlungen auf einen seitenlangen Brief eines anonymen Hinweisgebers zurück, der Namen, Straftaten und mutmaßliche kriminelle Netzwerke genannt habe. Gegen einige der Verdächtige bestehe laut Polizei, Staatsanwaltschaft und BKA der Verdacht der Geldwäsche durch die Anlage von Geldern in Immobilien.
Bei den Durchsuchungen am Donnerstag seien Bargeld, Mobiltelefone, diverse Schusswaffen mit Munition und Magazinen, verschiedene Speichermedien und weitere schriftliche Aufzeichnungen als Beweismittel sichergestellt worden. Darüber hinaus wurden Vermögensarreste für fünf Beschuldigte in einer Höhe von insgesamt rund 500.000 Euro beantragt. Die beantragten Arreste beziehen sich laut der Meldung von Polizei, Staatsanwaltschaft und BKA auf den Verkaufserlös von insgesamt fünf Kilogramm Cannabis und rund 14 Kilogramm Kokain.
Polizeibeamter aus Bremen suspendiert, Polizeibeamtin vom Dienst entbunden
Gegen den 36-jährigen Polizeibeamten bestehe der Verdacht der Bestechlichkeit, der Verletzung von Dienstgeheimnissen, der Geldwäsche und des Betruges. Gegen die 40-jährige Polizeibeamtin laufen laut Polizei, Staatsanwaltschaft und BKA Ermittlungen wegen des Verdachts der Verletzung von Dienstgeheimnissen. Innerhalb der Ermittlungen sei die Polizei Bremen demnach von Beginn an selbstständig dem Verdacht gegen die beiden Polizeibeamten nachgegangen Im Ergebnis sei der 36-jährige Beamte suspendiert und die 40-jährige Beamtin vom Dienst entbunden worden ‒ dem Vernehmen nach zeitweise.
Das Bundeskriminalamt schrieb auf Twitter, dass mehr als 20 Objekte in Bremen durchsucht würden. „Unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Bremen werden dabei mehrere Haftbefehle, u.a. wegen Verdachts der Geldwäsche und Betruges, vollstreckt“, hieß es am Vormittag. (Mit Material der dpa)
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