„Alles läuft wie geplant, keine Verzögerungen“

Harms-Abriss: Behörde weist Widerspruch ab

Steht vor dem Abriss: die Harms-Bauruine. - Foto: Koller
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Steht vor dem Abriss: die Harms-Bauruine.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Für Autofahrer ist es eine Geduldsprobe: Seit Anfang April ist die Straße Am Wall zwischen Herdentor und Bischofsnadel in beide Richtungen gesperrt. Grund für die Sperrung ist der geplante Abriss der Bauruine Harms. Nach dem Widerspruch eines Nachbarn, der Basler Versicherungen, drohte eine Verzögerung – und damit eine längere Vollsperrung.

Doch die Baubehörde hat den Widerspruch jetzt abgewiesen. Und Investor Marco Bremermann betonte auf Nachfrage: „Alles läuft wie geplant weiter. Es gibt keine Verzögerung.“ Zumindest wirkt es in Gesprächen mit den Beteiligten so, als wenn alle Seiten daran interessiert sind, den Abriss zu wuppen. Thomas Klein, Sprecher der Basler Versicherungen, bestätigte den Widerspruch. Das sei jedoch „rein vorsorglich“ geschehen, da das Unternehmen nach Sichtung der Unterlagen noch Klärungsbedarf bei der Abriss-Statik gesehen habe. Ähnlich drückte sich auch Bremermann aus, es gehe um ein technisches Detail. Er habe im Vorfeld mit allen Beteiligten zusammengesessen, es sei alles geklärt gewesen, die Statik von einem Experten geprüft. Die Giebel seien gesichert, „damit an den Nachbargebäuden nichts passiert“.

Der Widerspruch sei erst nach dem Einrichten der Umleitung erhoben worden. Zu Verzögerungen sei es dadurch nicht gekommen, „die Vorbereitungen sind in vollem Gange, alles geht seinen Gang“, sagte der Investor. Die Baustelle werde eingerichtet, damit der tonnenschwere Bagger für den eigentlichen Abriss anrücken könne. Der Gehweg werde aufgenommen, der Untergrund verstärkt, auf die Fahrbahn kämen Holzbohlen. Erst darauf kann laut Bremermann der Abrissbagger stehen. Ein Schwertransport wird den Koloss bringen, dafür fehlt den Angaben zufolge noch die Genehmigung. In der Ruine selbst müsse vor dem Abriss noch einiges per Hand abgeräumt werden.

Begründung wird geprüft

Gerade sei die Ablehnung des Widerspruchs an die Beteiligten verschickt worden, bestätigte Bauressortsprecher Jens Tittmann. Die Begründung wird bei den Basler Versicherungen jetzt geprüft, sagte Klein. Er betonte auch, dass man sich im „konstruktiven Austausch mit dem Eigentümer des Gebäudes“ befinde. „Wir möchten eine für beide Seiten tragfähige Lösung“, so Klein am Dienstag gegenüber unserer Zeitung.

Die Widerspruchsfrist beträgt einen Monat, dann ginge der Fall vors Verwaltungsgericht. Bremermann habe vorsorglich eine Rückbauanweisung eingereicht. Die prüft das Ressort mit Hilfe eines Statikers. Gibt dieser grünes Licht, könne Bremen auch den „Sofortvollzug“ des Abrisses anordnen. Doch auch Ressortsprecher Tittmann zeigte sich „guter Dinge“, dass die Beteiligten eine „vernünftige Lösung“ finden.

Vollsperrung bis Ende Mai

Das Textilhaus „Harms am Wall“ war im Mai 2015 durch Brandstiftung vernichtet worden. Wer das Feuer gelegt hat, ist weiter unklar. Eigentümer Bremermann plant hier mit einer Fläche von 5 500 Quadratmetern bis 2020 das „Wallkontor“ – samt großer Passage. Mit Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen. Die Vollsperrung des Walls soll allerdings voraussichtlich Ende Mai beendet werden. Nach einspuriger Verkehrsführung bis Ende Oktober soll der Verkehr trotz der Bauarbeiten wieder fließen. Schau'n mer mal.

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