CDU-Kandidat in der Hansestadt
„Lügner“-Rufe auf dem Marktplatz: Laschet (CDU) wird in Bremen niedergebrüllt
CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet machte am Donnerstag Station in Bremen. Und wurde auf dem Marktplatz von Protestlern niedergebrüllt.
Bremen – Das Wetter ist ja ganz schön. Nur kurzer Nieselregen zu Beginn seines Auftritts. Aber Spaß hat Armin Laschet am Donnerstagnachmittag auf dem Bremer Marktplatz wohl kaum gehabt. Wer lässt sich schon gern eine gute halbe Stunde lang niederbrüllen, beschimpfen und auspfeifen. Für den CDU-Kanzlerkandidaten ist es ein gefühltes Auswärtsspiel. Womöglich hat er sich gefühlt wie ein Werder-Fan in der HSV-Kurve. Eines wird schnell klar: Die CDU zieht in Bremen mehr Protest an. Weit mehr als Grüne und FDP.
Doch Laschet hat seinen Part tapfer durchgezogen. Und versucht, mit verbalen Mitteln und Argumenten gegen die überwiegend jungen und extrem lautstarken Klima-Aktivisten vom „Jugendrat der Generationen Stiftung“ anzukämpfen, die immer wieder „Lügner“ und „Laschet raus“ und so weiter krakeelen und dann für rund zehn Minuten den anderen Zuhörern mit einem riesigen Plakat („Ihr nennt es Generationengerechtigkeit, wir nennen es Verrat“) auch noch die Sicht auf die Bühne und eben auf den 60-jährigen Hauptdarsteller nehmen.
Laschets Parteifreunde, die ja doch auf dem Marktplatz in der Mehrheit sind, missbilligen den jungen Protest zumeist kopfschüttelnd, aber sie erdulden und ertragen ihn. Es gibt ein paar Scharmützel. Tumulte bleiben aus. „Merkwürdiges Demokratieverständnis“, sagt einer, der sich als CDU-Stammwähler outet. Und auch der Kanzlerkandidat plädiert dafür, „mit Argumenten und nicht mit Megaphonen in die Auseinandersetzung zu gehen.“
Armin Laschet in Bremen: Rot-Rot-Grün ein „Sicherheitsrisiko“
So ein paar politische Botschaften kommen dann doch im Publikum an. „Bei der Wahl geht es auch um eine Richtungsentscheidung“, sagt Laschet. Und warnt vor Rot-Rot-Grün. Ein solches Bündnis sei ein „Sicherheitsrisiko“ und werde „Deutschland schaden“. Ebene jenes Deutschland will Laschet zu einem „klimaneutralen Industrieland“ umbauen: „Das kriegt man nicht mit Sprüchen hin.“ Steuern will er nicht erhöhen, um nicht diejenigen zu belasten, die jetzt investieren sollen. Die Pandemie dürfe weiterhin nicht bagatellisiert werden. Aber es sei wichtig, dass Studenten an die Universitäten zurückkehren und, dass Schüler in die Schulen gehen.
Nach 30 Minuten ist Schluss. Laschet verspricht dafür zu kämpfen, „dass wir eine gute Mehrheit zusammenbekommen“. Und schließlich ruft er: „Ich will Bundeskanzler werden.“ Dann erklingt die Nationalhymne. Und für den rheinischen Katholiken geht die Reise weiter. Durch Niedersachsen. Zwei Auftritte sollen noch folgen. In Bremen jedenfalls war"s für den Aachener ungemütlich.
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