Innenstadt

Neues Licht für die Bremer Liebfrauenkirche

Der Innenraum der Liebfrauenkirche in der Bremer Innenstadt. Die Bänke in den Seitenschiffen wurden entfernt, bei Bedarf stehen dort nun Stühle. Zudem hat die Kirche ein Beleuchtungskonzept bekommen.
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Der Innenraum der Liebfrauenkirche in der Bremer Innenstadt. Die Bänke in den Seitenschiffen wurden entfernt, bei Bedarf stehen dort nun Stühle. Zudem hat die Kirche ein Beleuchtungskonzept bekommen.

Bremen – Neue Elektrik, neues Licht – der Innenraum der Liebfrauenkirche in der Bremer Innenstadt ist in den vergangenen vier Monaten saniert und neu gestaltet worden. Jetzt können Besucher und Touristen wieder in die „City-Kirche“ – wie sie auch genannt wird – kommen.

Die Liebfrauenkirche hat eine lange Geschichte, es handelt sich bei ihr um einen frühgotischen Zentralbau. Das steinerne Gebäude mit der unterirdischen St.-Veits-Kapelle und dem kleineren romanischen Südturm stammt zum Teil aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Der Bremer Erzbischof Gerhard, 1219 ins Amt gekommen, sorgte dafür, dass die Kirche unter den Schutz von Maria gestellt wurde, der Mutter Jesu – „Unser Lieben Frauen“.

Zudem wurde die Kirche praktisch noch einmal neu gebaut. Nach 1220 entstand damit „eine der frühesten echten Hallenkirchen“, so Bremens Landeskonservator Professor Georg Skalecki. Die Liebfrauenkirche sei „der erste gotische Kirchenbau in Deutschland“, schreibt Skalecki im 18. Band der Reihe „Denkmalpflege in Bremen“.

„Licht-Szenarien“ setzen Akzente

Ein Kulturdenkmal, das in seinem Inneren nun in neuer Beleuchtung zu sehen ist. „Saniert wurde vor allem die Elektrik, die in die Jahre gekommen und dringend überholungsbedürftig war“, so eine Sprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK). Statt der alten Lampen gibt es nun ein richtiges Beleuchtungskonzept – nach Plänen der Krefelder Lichtarchitekturfirma „Silberstreif“. Ergebnis: „Jetzt ist es möglich, die Kirche in einem gleichmäßigen Licht auszuleuchten.“ Das geschieht mit „Licht-Szenarien“, die der jeweiligen Raumnutzung angepasst werden. „Die Erhabenheit des Raumes wird so noch einmal besonders sichtbar, da man jetzt auch das Gewölbe gut einsehen kann.“

Eine „neue Weite“ entstehe auch durch die komplette Entfernung der 30 Bänke in den Seitenschiffen. Bei Bedarf werden dort nun einfach Stuhlreihen aufgestellt. Werden keine Stühle gebraucht, könne der Raum „für Konzerte, Ausstellungen und diakonische Projekte – wie etwa die Übernachtung Obdachloser in Kältenächten – genutzt werden“.

Die Bänke übrigens hat die Gemeinde dem Kulturzentrum Villa Sponte (Osterdeich), dem jüngst als „Jugend-forscht-Schule“ ausgezeichneten Ökumenischen Gymnasium zu Bremen und dem Technischen Bildungszentrum Mitte geschenkt.

Festgottesdienst am Denkmals-Tag

Zurück in die Liebfrauenkirche. Am „Tag des offenen Denkmals“ (Sonntag, 12. September) feiert die Gemeinde die Sanierung mit Führungen, Turmbläser-Konzerten und einem Festgottesdienst um 10.30 Uhr. Es musizieren der Kapellchor, das Instrumentalensemble „Laudate –Cantate“ sowie Solisten.

Die Manessier-Fenster sorgen für Lichtspiele auf dem Boden.

Doch nicht allein das nun neue künstliche Licht prägt die Liebfrauenkirche. Ein markantes optisches Charakteristikum des Bauwerks wurde – seit den 60er Jahren – der weit über Bremen hinaus bekannte Fensterzyklus des französischen Malers und Glaskünstlers Alfred Manessier (1911 bis 1993). Der Lichteinfall bringt die farbigen Mosaikstrukturen gleichsam zum Leuchten. Manessier entwarf für die Liebfrauenkirche zwischen 1964 und 1979 insgesamt 20 abstrakte Fenster, die zunächst umstritten waren. „Ist eine christliche Gemeinde in der Zeit millionenfachen Hungers in der Welt berufen, sich ihre Kirche zu verschönern, statt die Not zu lindern?“ Das fragten Kritiker. Gelöst wurde der Konflikt, indem die Fenster aus Spenden bezahlt wurden.

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