Die gemeinsame Geschichte von Bremen und Skandinavien
Das Rom des Nordens
Bremen – Bremen lag verkehrsgünstig und hatte einen geschützten Hafen, schreibt der Verdener Historiker Dr. Adolf Hofmeister. Es geht um die Zeit um 800 und die Jahre danach. Die Zeit ist Thema im neuen Band der Schriftenreihe des Landesamts für Denkmalpflege.
Aber nicht nur die Zeit, sondern vor allem: Bremens damalige Beziehungen zu Skandinavien. Denn Bremen war das Rom des Nordens. Von hier aus sollte im Frühmittelalter Skandinavien missioniert werden. Eben daraus entwickelten sich Beziehungen, die bis heute bestehen. All das war im vorigen Jahr, dem „Europäischen Kulturerbejahr“, Thema einer hochkarätig besetzten Bremer Vortragsreihe und parallel dazu Thema einer großen Ausstellung des Dom-Museums. Es ging um eine Spurensuche, um die Suche nach dem verbindenden europäischen Kulturerbe. Bremens Beziehungen zu Skandinavien spielen da eine beispielhafte Rolle.
Als Erzbistum nämlich wurde Bremen mit päpstlichem Missionsauftrag für den Norden – „bis ans Eismeer“ – zu einem Dreh- und Angelpunkt eines massiven kulturellen und wirtschaftlichen Austauschs. Es ging darum, den europäischen Norden „religiös, politisch und wirtschaftlich zu erschließen“, so Professor Georg Skalecki, Bremens Landeskonservator, im vorigen Jahr.
Aus den Vorträgen zum „Europäischen Kulturerbejahr“ ist nun der neue Band in Skaleckis Schriftenreihe geworden – es ist sozusagen das Lesebuch zur Spurensuche. Der reich bebilderte 144-Seiten-Band (Edition Temmen, Preis: 8,90 Euro) führt vor Augen, was Bremen und Skandinavien verbindet.
Die Nordland-Mission, das Bündnis von Kirche und Reich – Dr. Ulrich Weidinger (Uni Bremen) beschreibt in seinem Beitrag, wie Bremen zu seinem Ruf als „Rom des Nordens“ gekommen ist. Dr. Volker Scior (Bochum) beschäftigt sich mit dem Reisen in jenen Zeiten und mit den Vorstellungen, die man sich damals vom Norden machte. Dr. Natascha Mehler (Wien) begibt sich auf eine archäologische Spurensuche nach Island und Grönland.
Professor Bernd Päffgen (München) schreibt über mittelalterliche Bischofsgräber, die Domgrabung in Bremen und den Aufwand, der für die Beisetzung von Bischöfen betrieben wurde. Skalecki schließlich widmet sich der Architektur der Bremer Domkirchen des 8. bis 11. Jahrhunderts. Er kommt in diesem Zusammenhang zu dem Schluss, „dass Bremen bereits 789 einen festen Steindom besessen hat, zudem mit für die Zeit und im Vergleich zu anderen bedeutenden Bauten beachtlichen Ausmaßen“.