Wolf reißt drei Tiere
Wütender Schafbesitzer macht sich nach Wolfsattacke Sorgen um Nachbarskinder
In Dörpel geht der Wolf um. Zu mindestens auf dem Gelände von Gerd Coors. Dort hat ein Wildtier drei Schafe gerissen. Der Schafbesitzer ist wütend.
- Ein Wolf reißt in Dörpel drei Schafe.
- Der Umgang mit dem Wolf macht den Schafbesitzer wütend.
- Nun macht er sich Sorgen um seine Nachbarskinder.
Dörpel – Gerd Coors aus Dörpel ist stinksauer. In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat ein Wolf drei seiner vier Schafe gerissen. Auf Entschädigung darf der Dörpeler allerdings nicht hoffen. Eine Wolfs-Obergrenze ist bereits im Gespräch.
| Ortsteil | Dörpel |
| Gemeinde | Eydelstedt |
| Samtgemeinde | Barnstorf |
| Landkreis | Diepholz |
Schafrisse in Dörpel (Eydelstedt): Wolfsberater tippt aus Einzeltier
Als Coors am Sonntagmorgen seine Hühnerweide betrat, traute er seinen Augen nicht. „Drei meiner vier Kamerunschafe, die ich als Rasenmäher für die Weide gehalten habe, waren von einem Wolf gerissen worden“. Es war der erste Vorfall dieser Art für den 52-Jährigen, allerdings war seine Einstellung gegenüber den vierbeinigen Rudeltieren schon vorher negativ gestimmt. Ein benachrichtigter Wolfsberater habe festgestellt, dass es sich bei dem Wolf vermutlich um ein Einzeltier handele, das auf einem nächtlichen Beutezug aus dem Wietingsmoor nach Dörpel gekommen sei.
Seinem Unmut über den Verlust seiner Schafe verlieh Coors in den sozialen Netzwerken Ausdruck. Auf Facebook schrieb er beispielsweise: „Der Wolf war jahrzehntelang kein Thema mehr aber in den letzten Jahren nehmen die Wolfsangriffe bei Nutztieren überhand. Hohe Zäune interessieren die Wölfe nicht, versucht man, seine Tiere gemäß der Auflagen zu schützen, klappt das in den meisten Fällen auch nicht. Der Wolf ist dank Corona kein Thema mehr aber die Übergriffe gehen weiter und wenn etwas gemeldet wird, interessiert es keinen mehr. Der Wolf gehört zu unserer Kultur, ja, aber er wurde zu unserem Schutz immer gejagt und unter Bestandskontrolle gehalten und jetzt?“ Entschädigung für die toten Tiere erhalte Coors keine, da sein Zaun nicht den strengen Auflagen entspreche.
Schafbesitzer: Sorgen um die Nachbarskinder in Eydelstedt
Sorgen macht sich der Dörpeler auch um Nachbarskinder: „Ich frage mich, ob ein Wolf zwischen seiner nächsten Mahlzeit und einem Kind unterscheiden kann.“
Innerhalb der sozialen Medien konkretisierte Gerd Coors seine Einstellung zu den Wölfen: „Er genießt Immunität wie ein Diplomat darf sich unkontrolliert vermehren und darf töten, was und soviel er will. Wann hat das endlich ein Ende? Wann unternehmen die zuständigen Behörden endlich was und geben die Wölfe in der Nähe von bewohnten Gebieten zum Schutz der Nutztiere zum Abschuss frei? An die Wolfsfreunde, die diesen Beitrag lesen und jetzt Protest schreien kann ich nur sagen: versetzt Euch in die Lage der Tierhalter, dann wisst Ihr, wovon die Geschädigten reden.“
Im Gespräch mit dieser Zeitung unterstrich der 52-Jährige seine Einstellung: „Der Wolf passt hier nicht hin.“ Der Vorfall vom Wochenende bestätige seine Forderung nach mehr Kontrollen und Reduzierung der Wölfe, die in bebauten Gebieten leben. Im Südkreis von Diepholz wurden bereits mehrfach Wölfe gesichtet, unter anderem in Drentwede.
Info: Wolfsrudel in Niedersachsen
Aktueller Stand (September 2020) in Niedersachsen: 35 Wolfsrudel und 2 Wolfspaare. Der Raum Barnstorf gilt seit 2017 als Territorium für Wölfe. 2019/2020 konnten vier Wölfe nachgewiesen werden. Für den Zeitraum 2020/2021 wurden vier Welpen bestätigt, die sich im Raum Barnstorf aufhalten sollen. Quelle und mehr dazu unter Wolfsmonitoring.com.
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