Tankrabatt drückt stark gestiegene Spritpreise: „Es ist so verrückt“

Der große Ansturm auf die Tankstellen blieb aus. An der Westfalen-Tankstelle in Barnstorf bildeten sich keine Schlangen von wartenden Autos an den Zapfanlagen.
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Der große Ansturm auf die Tankstellen blieb aus. An der Westfalen-Tankstelle in Barnstorf bildeten sich keine Schlangen von wartenden Autos an den Zapfanlagen.

Die Verbraucher in Barnstorf sind skeptisch, ob der Tankrabatt auch wirklich in den Taschen der Kunden ankommt. Eine Umfrage vor den Zapfsäulen zeigt es.

Barnstorf – Der Tankrabatt ist da. Die Energiesteuer, die bereits in den Raffinerien erhoben wird, ist für Benzin um rund 30 Cent und für Diesel um rund 14 Cent je Liter gesunken. Der große Ansturm auf die Tankstellen ist am Mittwoch allerdings ausgeblieben – auch in Barnstorf. Dort zum Beispiel waren an den Zapfsäulen der Westfalen-Tankstelle teilweise minutenlang keine Fahrzeuge zu sehen.

Der Preis für Kraftstoff ist zwar tatsächlich leicht gesunken, aber eben nicht genau um die Steuererleichterung. Deswegen ist der Verbraucher, dem der Tankrabatt zugutekommen soll, vor allem eins: skeptisch. Das ergab eine stichprobenartige Umfrage der Mediengruppe Kreiszeitung in Barnstorf.

Entwickung der Preise an Tankstellen bleibt abzuwarten

Wie sich die Preise an den Tankstellen in den kommenden Tagen entwickeln, bleibt nun abzuwarten. Alex Knaus aus Rehden, der seinen Roller in Barnstorf tankte, schließt aber ein abgekartetes Spiel der Mineralölkonzerne nicht aus: Kurz vor der Steuersenkung seien die Preise noch einmal bewusst in die Höhe geschraubt worden. „Es heißt ja, dass sie den Sprit noch teuer einkaufen mussten und ihn erst loswerden müssen. Deswegen soll es ja noch dauern, bis die Preise wirklich sinken“, sagt er. Doch wie lange sei die Frage: „Das dauert dann bestimmt so lange, bis der Rabatt im September wieder weg ist.“

Mathias Wolf aus Barnstorf sieht die Mineralölkonzerne ebenfalls als große Gewinner des Steuererlasses: „Die Zwischenhändler sind die, die davon profitieren und am Ende zahlt wieder der Steuerzahler.“ Der Tankrabatt sei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

„Es ist so verrückt“, sagt Sandra Pengel aus Barnstorf. „Man weiß schon gar nicht mehr, was man vor dem Krieg in der Ukraine für den Liter gezahlt hat.“ Deswegen sei es für sie sehr schwer, einzuschätzen, „wann ich früher gesagt habe, dass es sich lohnt, mein Auto vollzutanken.“ Die Spritpreise seien aber so oder so – auch mit Rabatt – zu teuer. Sollte die Steuersenkung nicht in Gänze bei den Verbrauchern ankommen, „dann ist das schon frech“, meint sie.

Bundesregierung bei der Kontrolle der Spritpreise in der Pflicht

Ute Sokolowski aus Barnstorf sieht die Bundesregierung mit ihren Kontrollorganen in der Pflicht, die Spritpreise im Blick zu behalten. Sollten diese nicht weiter sinken, dann verstehe sie nicht, „warum sie dagegen nichts tun. Und dann sollte man der Regierung auch die Schuld daran geben“, meint sie.

Neben der Skepsis legen die Befragten auch eine gewisse Resignation an den Tag. „Ich bin auf das Auto angewiesen“, sagt Sandra Pengel. „Ich muss es also so hinnehmen, wie es eben kommt und das ärgert mich.“ Ute Sokoloswski schlägt in die gleiche Kerbe. Sie sagt: „Man kann ja nichts dagegen machen. Ich muss eh tanken.“

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Doch nicht nur die Spritpreise bereiten Sorgen. „Alles wird teurer“, meint Alex Knauf. Er nennt als Beispiel Lebensmittel- und Heizkosten. „Das sind Hunderte Euro mehr im Monat. Das ist überhaupt nicht gut für den Mittelstand.“ Mathias Wolf beschreibt die steigenden Preise als „Abwärtsspirale für den Normalverdiener“. Ute Sokolowski sagt besorgt: „Es gibt so viele Dinge, die teurer werden, aber letzten Endes muss man irgendwie zusehen, dass man über die Runden kommt.“

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